Zentrum der Gesundheit
  • Mineralstoffmangel feststellen
18 Juni 2022
17 min

Mineralstoffmangel feststellen: Die Diagnose

Ein Mineralstoffmangel ist häufiger, als man glaubt. Fehlen Mineralstoffe, können sich daraus chronische Krankheiten entwickeln. Auch kann ein Mineralstoffmangel bestehende Beschwerden verschlimmern oder deren Heilung verhindern. Eine gute Mineralstoffversorgung ist daher ein wichtiger Aspekt einer jeden ganzheitlichen Therapie oder Prävention. Wir erklären, was zur Diagnose eines Mineralstoffmangels wichtig ist und wie Sie selbst einen Mineralstoffmangel feststellen können.

Fachärztliche Prüfung: Dr. med. Jochen Handel
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So stellen Sie einen Mineralstoffmangel fest

Mineralstoffe und Spurenelemente sind lebenswichtig und erledigen im Organismus tagtäglich unzählige Aufgaben. Ein Mineralstoffmangel kann die Gesundheit daher massiv beeinträchtigen, chronische Erkrankungen verschlimmern oder deren Entstehung fördern. Zu einer sinnvollen Prävention gehört daher eine gute Mineralstoffversorgung.

Sollten bei Ihnen bereits Beschwerden, Unwohlsein oder ungeklärte Symptome vorliegen, dann lassen Sie Ihre Mineralstoffversorgung überprüfen. Wenn sich ein Mineralstoffmangel zeigt, können Sie diesen gezielt beheben und damit nicht nur Ihre Beschwerden bessern, sondern auch weitere Beschwerden verhindern sowie Ihre Allgemeingesundheit verbessern.

Mineralstoffe und Spurenelemente

Mineralstoffe (auch Mengenelemente genannt) kommen in Mengen von mehr als 50 mg pro Kilogramm Körpergewicht im menschlichen Organismus vor.

Zu den Mineralstoffen gehören:

  1. Calcium
  2. Magnesium
  3. Kalium
  4. Natrium
  5. Chlor
  6. Phosphor
  7. Schwefel

Spurenelemente kommen in Mengen von weniger als 50 mg pro Kilogramm Körpergewicht im menschlichen Organismus vor. Eine Ausnahme stellt das Eisen dar. Obwohl es mit 60 mg pro Kilogramm Körpergewicht eigentlich zu den Mengenelementen gehören müsste, wird es zu den Spurenelementen gezählt.

Zu den Spurenelementen gehören:

  1. Eisen
  2. Zink
  3. Selen
  4. Jod
  5. Kupfer
  6. Mangan
  7. Chrom
  8. Cobalt
  9. Molybdän

Auch Silicium und Bor gehören zu den Spurenelementen, wobei noch nicht geklärt ist, ob diese für den Menschen essentiell sind oder nicht. Nachfolgend gehen wir auf die meisten der genannten Elemente ein. Die noch fehlenden werden baldmöglichst ergänzt.

Akuter Mangel selten, chronischer Mineralstoffmangel häufig

Gerade in der heutige Zeit des Überflusses leiden die wenigsten Menschen an akutem Mineralstoffmangel. Meist ist es eine dauerhaft grenzwertige Versorgung einzelner Mineralstoffe oder auch ein Ungleichgewicht zwischen der Zufuhr der einzelnen Mineralstoffe (z. B. zu viel Calcium bei gleichzeitig zu wenig Magnesium), was langfristig zu chronischen Erkrankungen beitragen kann.

Auch die heute so weit verbreitete Übersäuerung durch eine stark säurebildende Ernährungs- und Lebensweise verbraucht nicht selten mehr Mineralstoffe als die übliche Ernährung liefern kann.

Ernährung überprüfen

Oft kann schon allein die Überprüfung der persönlichen Ernährung erste Hinweise auf die Mineralstoffversorgung geben. Sie können dazu die im Netz verfügbaren Nährwerttabellen nutzen (z. B. www.naehrwertrechner.de) oder den Service eines ganzheitlichen Ernährungsberaters in Anspruch nehmen.

Doch allein der Nährwertgehalt der Nahrung zeigt noch lange nicht, wie gut die Nährstoffe auch vom einzelnen Menschen aufgenommen und verwertet werden können. Daher ist im Zweifel eine umfassende Diagnose mit Hilfe einschlägiger Laborwerte die sicherere Variante.

Mineral-Check mit Haar- oder Nagelproben

Sie können chronische Mineralstoffmängel auch selbst aufdecken, z. B. mittels Nagel- oder Haaranalyse. Eine solche Analyse können Sie selbst in Auftrag geben. *Sie erhalten hier den Mineral-Check für 13 Mineralstoffe und Spurenelemente (alle oben genannten ausser Natrium, Chlor, Phosphor und Jod, dafür mit Silicium).

Sie erhalten nach der Bestellung einen Brief mit Anleitung für die selbstständige Probenentnahme (Haar oder Nägel), stecken diese in den beigelegten frankierten Rückumschlag und senden den Umschlag an das Labor. Nach wenigen Tagen erhalten Sie per E-Mail Ihre Ergebnisse. In den Ergebnissen erfahren Sie, wie gut oder schlecht Sie mit den genannten Mineralstoffen und Spurenelementen versorgt sind und was die möglichen Ursachen sein könnten.

Sollten sich Mängel oder auch Überschüsse ergeben, lassen Sie diese und auch mögliche Ursachen beim Arzt überprüfen und besprechen mit diesem das weitere Vorgehen.

Mineralstoff-Check und gleichzeitig Schadstoffbelastung feststellen

*Über den Mineral-Check Complex können Sie nicht nur die wichtigsten Mineralstoffe und Spurenelemente überprüfen lassen (Calcium, Magnesium, Chrom, Brom, Kupfer, Eisen, Kalium, Mangan, Cobalt, Molybdän, Schwefel, Strontium, Zirconium, Selen, Silicium, Zink), sondern auch eine mögliche Belastung mit Schwermetallen und anderen Giftstoffen (Arsen, Aluminium, Cadmium, Quecksilber, Blei, Nickel, Zinn, Titan).

Dies ist umso sinnvoller, da eine Schadstoffbelastung den Mineralstoffbedarf erhöhen kann. Wenn Sie jedoch wissen, mit welchen Schadstoffen Sie belastet sind, können Sie Massnahmen zur Ausleitung ergreifen und so auch auf diese Weise Ihren Mineralstoffhaushalt entlasten. Sie finden hier eine Anleitung zur Entgiftung.

Mineralstoffmangel: Die Diagnose beim Arzt

Mit den üblichen Blutuntersuchungen beim Arzt werden Mineralstoffe selten berücksichtigt. Auch wenn Menschen mit Beschwerden zum Arzt gehen, wird ein möglicher Mineralstoffmangel bei der Diagnostik so gut wie nie mit einbezogen. Allenfalls die Eisenwerte werden ab und zu überprüft. Alle anderen Mineralstoffe und Spurenelemente aber nicht. Schliesslich geht die Mehrheit der Mediziner nach wie vor davon aus, dass es in den Industrienationen keine Mineralstoffmängel gibt.

Inzwischen aber bieten verschiedene Labore, mit denen Ihr Arzt zusammenarbeiten könnte, Mineralstoffanalysen an (z. B. Dr. Bayer), so dass Sie durchaus auch bei Ihrem Arzt Ihre Mineralstoffversorgung überprüfen lassen könnten.

Calcium

Calcium ist wohl das bekannteste Mineral und wird auch am häufigsten in Form von Nahrungsergänzungen eingenommen. Oft denkt man beim Begriff Mineralstoffmangel zuallererst an Calcium. Gerade ein Calciummangel ist bei der typisch westlichen Ernährung aber eher selten, weil viele Milchprodukte gegessen werden. Ein Problem ist hier eher ein Überschuss an Calcium mit gleichzeitigem Magnesiummangel. Wie ein Calciummangel nachgewiesen werden kann bzw. welche Messmethoden dazu nicht sinnvoll sind, haben wir hier beschrieben: Calciummangel – Die Diagnose

Magnesium

Magnesium befindet sich vorwiegend im Innern der Zellen und nur zu 1 Prozent im Blutserum (Blutflüssigkeit ohne Blutzellen). Mehr als die Hälfte des Körpermagnesiums befindet sich überdies in den Knochen, weshalb Magnesium eine grosse Bedeutung für die Knochengesundheit hat, leider aber oft vergessen wird.

Calcium hingegen wird für die Knochen meist reichlich eingenommen. Dies aber führt zu einem Calcium-Magnesium-Ungleichgewicht, das gerade für die Knochen alles andere als vorteilhaft ist, so dass eine alleinige Calcium-Nahrungsergänzung selten Sinn macht, ja, sogar schaden kann.

Magnesiummangel: Symptome

Eine typische Magnesiummangelerscheinung sind Muskelkrämpfe (in den Waden), da das Mineral u. a. für gesunde Muskel- und Nervenfunktionen zuständig ist. Auch Herzrhythmusstörungen können auftreten, denn das Herz ist auch „nur“ ein Muskel. Treten zusätzlich Verdauungsbeschwerden, wie z. B. Verstopfung auf, dann könnte dies auf einen Magnesiummangel hindeuten.

Magnesium-Bedarf

Der Bedarf an Magnesium beträgt täglich etwa 300 bis 400 mg. Wenn Sie ein Magnesiumpräparat einnehmen möchten, finden Sie hier weitere Informationen: Die besten Magnesiumpräparate

*Hier erhalten Sie einen hochwertigen Magnesiumkomplex, der 5 verschiedene Magnesiumverbindungen für beste Bioverfügbarkeit enthält.

Magnesiummangel: Diagnose

Meist lassen Ärzte den Magnesiumspiegel im Serum bestimmen. Dort aber zeigt sich ein Mineralstoffmangel und insbesondere ein Magnesiummangel meist erst, wenn er schon sehr stark ausgeprägt ist. Sinnvoller ist daher eine Analyse des Magnesiumwertes im Vollblut.

Kalium

Kalium ist ein Mineralstoff, der von Orthomolekularmedizinern häufig im Zusammenhang mit Herzrhythmusstörungen oder Bluthochdruck verordnet wird. Gerade Bluthochdruckpatienten leiden häufig an einem Mineralstoffmangel, darunter auch ein Kaliummangel – einerseits weil manche Blutdruckmedikamente eine übermässige Kaliumausscheidung fördern können (Diuretika), andererseits aber stellte man fest, dass ein Kaliummangel bei Bluthochdruck auch dann vorliegt, wenn keine Diuretika genommen werden.

Im März 2013 verkündeten Forscher vom Helmholtz Zentrum München ausserdem, dass ein Kaliummangel ein früher Marker für einen beginnenden Diabetes darstellen könnte, so dass die Messung des Kaliumspiegels eigentlich routinemässig bei den Gesundheitschecks stattfinden sollte.

Kaliummangel durch Abführmittel und Lakritze

Kaliummangel kommt ferner häufig vor, wenn regelmässig Abführmittel genommen oder grosse Mengen koffeinreicher Getränke konsumiert werden. Wer gerne Lakritz isst, kann ebenfalls einen Kaliummangel entwickeln, wozu aber der wochenlange und tägliche Verzehr von einer 100-Gramm-Packung erforderlich wäre.

Kalium befindet sich im Körper vorwiegend (zu 90 Prozent) in der Zelle. Im Extrazellularraum (ausserhalb der Zellen) ist Kalium daher nur minimal vertreten. Doch gerade dieses Konzentrationsgefälle zwischen innen und aussen bildet die Basis für die Erregbarkeit von Nerven- und Muskelzellen. Fehlt Kalium, dann kann sich dieser Mineralstoffmangel im Extremfall in einer Muskelschwäche bis hin zu Lähmungen zeigen.

Auch am Zucker- und Fettabbau ist Kalium beteiligt sowie an der Regulierung des Säure-Basen-Haushalts.

Kalium-Bedarf

Bis Januar 2017 wurde die empfohlene Tageszufuhr an Kalium offiziell noch mit 2000 mg angegeben. Dann aktualisierte die DGE ( Deutsche Gesellschaft der Ernährung ) ihre Empfehlungen und rät nun gleich zur doppelten Menge, nämlich täglich zu 4.000 mg Kalium. Erklärt wird diese spontane Erhöhung damit, dass man zuvor die Mindestmenge angegeben hätte, während sich die neuen Werte auf eine „angemessene Zufuhr“ beziehen.

Bei einer pflanzenbasierten Vollwertkost aus Obst, Gemüse, Salaten, Trockenfrüchten und Vollkorngetreide ist ein Kaliummangel kaum möglich. Wer hingegen wenig Gemüse isst, dafür verstärkt zu Wurst, Käse, Milch- und Weissmehlprodukten greift, wird es nicht schaffen, die empfohlene Tagesmenge an Kalium aufzunehmen.

Kaliummangel: Diagnose

Der Kaliumspiegel wird meist im Serum gemessen. Deutlich aussagefähiger aber ist die Messung im Vollblut, da dann auch der Kaliumgehalt der zellulären Bestandteile des Blutes gemessen wird, und Kalium bekanntlich fast nur in den Zellen vorhanden ist.

Natrium, Chlorid und Phosphor

Natrium und Chlorid bilden zusammen das Speisesalz – und da im Allgemeinen viel zu viel gesalzen wird, ist hier keinesfalls ein Mangel zu befürchten. Da unser Organismus auch noch evolutionsbedingt mit beiden Mineralien sehr sparsam umgeht, haben wir heute eher mit einem Überschuss zu kämpfen.

Salz war in der Urzeit kein Bestandteil der menschlichen Ernährung, so dass es unsere Körper noch heute behandeln, als sei es ein seltener Stoff. Kalium hingegen ist üppig in grünem Blattgemüse vorhanden – und dieses machte einen grossen Teil der urzeitlichen Menschennahrung aus. Kalium kann daher nicht gut gespeichert werden, denn der Körper war es Jahrmillionen gewohnt, dass immer grosse Mengen Kalium eintrafen, was heute nicht mehr der Fall ist.

Auch Phosphor ist in der modernen Nahrung im Übermass vorhanden, so dass man sich eher darum kümmern sollte, nicht zu viel davon aufzunehmen. Phosphor ist vor allem in Käse, Wurst, Dosenfisch, Back- und Teigwaren und Fleisch enthalten.

In Form von künstlich zugesetzten Phosphaten steckt es überdies in Softdrinks (Cola & Co), Süssigkeiten und vielen Fertigprodukten. Ein Zuviel an Phosphor steht im Verdacht, bei entsprechend vorbelasteten Kindern Hyperaktivitätssymptome auslösen oder verstärken zu können.

Gemüse und Früchte sind hingegen arm an Phosphor.

Der Phosphatspiegel wird vom Arzt meist im Serum bestimmt – und zwar insbesondere wenn Nierenkrankheiten vorliegen oder zur Überprüfung der Funktion der Nebenschilddrüsen, die an der Regulation des Phosphatstoffwechsels beteiligt sind. Ein ernährungsbedingter Mineralstoffmangel betrifft jedoch selten auch das Phosphor.

Eisen

Eisen ist für den Sauerstofftransport im Körper zuständig. Es befindet sich zu diesem Zweck zu 70 Prozent im Hämoglobin (Blutfarbstoff) der roten Blutkörperchen. Bei einem Eisenmangel kann der Organismus nicht mehr mit genügend Sauerstoff versorgt werden.

Betroffene sind daher stets müde und erschöpft. Auch Schwindel, Haarausfall, schlechte Nägel und Kopfschmerzen können auftreten. Bei akutem Eisenmangel gerät man schon bei kleinsten körperlichen Anstrengungen ausser Atem.

Entgegen der üblichen Unkenrufe, leiden Veganer nicht öfter an Eisenmangel als Normalesser. Eine Liste mit eisenreichen Lebensmitteln hilft häufig dabei, die Eisenversorgung bewusst zu verbessern. Notfalls kann man zu natürlichen Eisenpräparaten greifen, die meist besser verträglich sind als die vom Arzt verschriebenen und überdies rezeptfrei erhältlich sind.

Eisen-Bedarf

Der Eisenbedarf liegt bei 10 – 15 mg pro Tag, bei Schwangeren und Stillenden bei 20 – 30 mg.

Eisenmangel: Diagnose

Wenn Sie einen Mineralstoffmangel und hier besonders einen Eisenmangel bei sich vermuten, können Sie zunächst Ihre Symptome überprüfen – und zwar so, wie es in den Eisenzentren gehandhabt wird, die nach Dr. Beat Schaub therapieren. Hierzu schauen Sie sich vier Symptom-Gruppen an:

Gruppe 1:

  1. Erschöpfungszustände

Gruppe 2:

  1. Konzentrationsstörungen
  2. Depressive Verstimmungen
  3. Schlafstörungen

Gruppe 3:

  1. Schwindel
  2. Kopfschmerzen
  3. Nackenverspannungen

Gruppe 4:

  1. Haarausfall
  2. Nagelbrüchigkeit
  3. Restless Legs Syndrom (Unruhige Beine)

Nun geben Sie sich für jede Gruppe, die auf Sie zutrifft, einen Punkt. Sie können also maximal 4 Punkte erreichen.

Die Auswertung

  1. 1 bis 2 Punkte: möglicher Eisenmangel
  2. 3 Punkte: wahrscheinlicher Eisenmangel
  3. 4 Punkte: sehr wahrscheinlicher Eisenmangel

Wenn Sie sich beispielsweise oft erschöpft fühlen (Gruppe 1), schlecht schlafen (Gruppe 2), häufig Kopfschmerzen haben (Gruppe 3) und immer dünneres Haar bekommen (Gruppe 4), dann haben Sie 4 Punkte und ein Eisenmangel ist sehr wahrscheinlich.

Sind Sie immerzu müde (Gruppe 1) und fühlen sich depressiv (Gruppe 2), bemerken aber sonst keines der genannten Symptome, dann haben Sie nur 2 Punkte und es könnte sein, dass Sie einen Eisenmangel haben, sicher ist es jedoch nicht. Jetzt sollten Sie Ihre Vermutung bei Ihrem Arzt mit einem Bluttest überprüfen lassen.

Bluttest

Der Mediziner wird ein Blutbild anfertigen und das Speichereisen (Ferritin) bestimmen lassen. Im Blutbild würde es bei einem bereits ausgeprägten Eisenmangel zu einem sehr niedrigen Hämoglobinwert (Hämoglobin = roter Blutfarbstoff) und Hämatokritwert (Anteil roter Blutkörperchen im Blut) kommen.

Zuverlässiger ist der Ferritinwert, der bereits frühzeitig über den tatsächlichen Eisenstatus des Körpers Aufschluss geben kann. Weitere Werte (MCV, MCHC) helfen dem Arzt , die mögliche Ursache der Anämie zu ergründen.

Der Eisenwert im Serum nützt dagegen nicht viel. Einerseits ist dieser oft noch normal, wenn bereits ein Eisenmangel vorliegt. Er sinkt also erst, wenn der Mangel schon stark ausgeprägt ist.

Andererseits sinkt er auch bei jeder Entzündung, die gerade im Gange ist. Dann nämlich wird das Eisen im Blut in Speichereisen umgewandelt. Freies Eisen im Blut würde das Immunsystem stören. Ein leistungsstarkes Immunsystem ist bei Entzündungen jedoch sehr wichtig. In diesem Fall wäre es ungünstig, Eisen einzunehmen, da man dann vorsätzlich sein eigenes Immunsystem schwächen würde.

Heimtest

Von Heimtests zur Eisenmangelermittlung, bei denen Blut erforderlich ist, würden wir abraten. Es ist nicht für jeden ganz einfach, für die erforderliche Blutmenge zu sorgen. Viele Menschen können sich nicht kräftig genug in den Finger stechen, so dass auch tatsächlich genügend Blut heraustropft. Wird das Blut zu sehr herausgequetscht, könnte dies das Ergebnis verfälschen.

Jod

Jod gilt als DAS Spurenelement für die Schilddrüse, denn Jod ist ein wichtiger Bestandteil der Schilddrüsenhormone. Es finden sich daher 99 Prozent des körpereigenen Jods in der kleinen schmetterlingsförmigen Drüse am Hals.

Da die Schilddrüsenhormone den gesamten Stoffwechsel am Laufen halten, macht sich ein Jodmangel rasch in einem verlangsamten Stoffwechsel bemerkbar. Man spricht von einer jodmangelbedingten Schilddrüsenunterfunktion. Die typischen Symptome sind Müdigkeit, Übergewicht (auch wenn man wenig isst), Appetitlosigkeit, Depressionen, Verstopfung, langsamer Herzschlag usw.

Bei Kindern führt ein Jodmangel zu einer verlangsamten körperlichen und geistigen Entwicklung.

Jod-Bedarf

Der Jodbedarf eines Erwachsenen liegt bei täglich 150 – 200 µg. Schwangere und Stillende sollten 200 – 230 µg zu sich nehmen. Informationen dazu, wie man den Bedarf mit der Nahrung decken kann, finden Sie hier: Jodbedarf decken

Liegt eine Schilddrüsenüberfunktion vor, sollte man bei der Jodversorgung mit Bedacht vorgehen und besser nicht mehr Jod zu sich nehmen als erforderlich.

Jodmangel: Diagnose

Der Jodstatus kann im Urin gemessen werden. Sind die Jodwerte niedrig, kann von einem Jodmangel bzw. von einem niedrigen Jodgehalt der Nahrung ausgegangen werden. Natürlich sollte man vor der Urinprobe keine jodhaltigen Nahrungsergänzungen einnehmen und sich auch nicht mit Jodtinktur desinfizieren.

Zusätzlich werden meist die Schilddrüsenwerte überprüft, die zur Einschätzung des Jodstatus beitragen können. Der TSH-Wert kann hier erhöht sein und weist darauf hin, dass zu wenig Jod vorhanden ist, um ausreichend Schilddrüsenhormone zu bilden. Natürlich kann ein hoher TSH-Wert auch andere Ursachen haben, was der Arzt mit Hilfe seinen umfangreichen Diagnostikmöglichkeiten herausfinden sollte.

Zink

Zink hat ganz spezielle Aufgabenbereiche. Es kümmert sich beispielsweise um das Immunsystem, so dass ein Mangel zu einer erhöhten Infektanfälligkeit führen kann. Als Bestandteil antioxidativer und entgiftender Enzyme verbessert es die Abwehrkraft des Körpers und schützt vor oxidativem Stress durch Gift- und Schadstoffe.

Zink befindet sich überdies in den Geschlechtsorganen und ist somit für die Fruchtbarkeit unentbehrlich. Auch die Knochengesundheit hängt von einer guten Zinkversorgung ab.

Ein Zinkmangel kann sich u. a. in Hautproblemen (Akne, trockene Haut, Schuppen, schlechte Wundheilung etc.), Nagelveränderungen und Haarausfall zeigen.

Zink-Bedarf

Der Zinkbedarf eines Erwachsenen liegt bei etwa 10 mg pro Tag.

Zinkmangel: Diagnose

Empfohlen wird die Bestimmung des Zinkwertes im Vollblut, da sich 98 Prozent des körpereigenen Zinks im Innern der Zellen befinden.

Da bei etlichen chronischen Erkrankungen ein Zinkmangel vorliegt, wäre es gut, den Zinkspiegel gerade bei bereits bestehenden Beschwerden zu überprüfen. Eine Optimierung der Zinkversorgung würde sodann das Allgemeinbefinden der Betroffenen und auch ihre Heilchancen deutlich verbessern.

Kupfer

Kupfer hat viele verschiedene Aufgaben. Es ist u. a. am ordnungsgemässen Funktionieren des Immunsystems beteiligt und an der Blutbildung. Ein Mangel kann sich daher in einer Blutarmut äussern. Nützt bei einer Anämie die Eisengabe nichts, könnte man auch einmal an einen Kupfermangel denken. Genauso bei Rheuma, da – laut Dr. Volker Schmiedel – manche Arthritis-Patienten nach mehrmonatiger Kupfergabe eine Besserung erleben.

Wer hohe Zinkmengen einnimmt, der sollte auch an Kupfer denken, da grosse Zinkdosen die Resorption von Kupfer hemmen, so dass es in diesem Fall zu einem selbstgemachten Kupfermangel kommen könnte. Bei einer normalen Supplementierung von Zink ist dies jedoch selten der Fall. Gleichzeitig kann eine gute Zinkversorgung vor einem Kupferüberschuss schützen.

Kupfer-Bedarf

Der Bedarf von Kupfer beträgt pro Tag 1 – 1,5 mg. Kakao und Cashewkerne gelten als Spitzenreiter in Sachen Kupfer. Beide liefern etwa 3,7 mg Kupfer pro 100 g. Aber auch Vollkornprodukte, Nüsse und Hülsenfrüchte sind enorm kupferreich.

Kupfermangel: Diagnose

Kupfer kann im Serum oder Vollblut bestimmt werden. Der Wert im Vollblut ist geringfügig aussagekräftiger.

Selen

Selen ist am Schutz des Körpers vor oxidativem Stress beteiligt, da es als Baustoff für antioxidative Enzyme dient. Es ist daher bei allen chronischen Erkrankungen wichtig, die entweder als Folge von übermässigem oxidativem Stress entstehen oder selbst zur Erhöhung des oxidativen Stresses führen.

Auch für die Bildung entgiftender Enzyme ist es notwendig, weshalb man bei Entgiftungskuren auf eine gute Selenversorgung achten sollte.

Selen ist überdies Bestandteil eines Enzyms, das T4 (das inaktive Schilddrüsenhormon) in die aktive Form T3 umwandelt. Ein Selenmangel kann daher zu einer eingeschränkten Schilddrüsenfunktion führen.

Da in Mitteleuropa die Selenversorgung grenzwertig ist, lohnt sich ein Check der persönlichen Selenversorgung. Denn ein dauerhaft niedriger Selenstatus kann die Entwicklung vieler Krankheiten begünstigen, z. B. Krebs, Hashimoto, Rheuma, Herzkrankheiten etc.

Doch sollte auch eine Überdosierung vermieden werden, weshalb eine Supplementierung von mehr als 200 µg pro Tag nicht ratsam ist.

Selen-Bedarf

Die empfohlene Zufuhr an Selen liegt hierzulande bei 30 – 70 µg. Die WHO jedoch empfiehlt bis zu 200 µg. Als besonders selenreich gelten Paranüsse und Kokosprodukte.

Selenmangel: Diagnose

Wie bei Kupfer, so ist auch bei Selen der Vollblutwert etwas zuverlässiger. Doch auch der Serumwert ist brauchbar.

Die Normalwerte sind je nach Land unterschiedlich hoch. Zwar sollte man übermässig hohe Selenspiegel meiden, doch scheint es optimal zu sein, wenn man sich im oberen Normbereich einpendeln könnte, da dann die selenabhängigen Entgiftungsenzyme (Glutathionperoxidase) am besten funktionieren.

Eine Überprüfung des Selenspiegels alle drei Monate verhindert, dass der Selenspiegel zu hoch steigt.

* Kapseln mit natürlichem Selen finden Sie hier unter diesem Link.

Chrom

Chrom scheint wichtige Funktionen im Kohlenhydratstoffwechsel innezuhaben. So soll es die Wirksamkeit von Insulin verbessern und die Umwandlung von Zucker in seine Speicherform Glycogen verbessern, was beides zu einer Regulierung des Blutzuckerspiegels beiträgt.

Auch auf den Fettstoffwechsel soll sich Chrom vorteilhaft auswirken, so dass man bei einem Chrommangel Zusammenhänge mit einem hohen Cholesterinspiegel und der Entwicklung einer Arteriosklerose vermutet.

Chrom-Bedarf

Der Bedarf eines Erwachsenen liegt bei 30 – 100 µg Chrom, wobei gilt: Je mehr Kohlenhydrate man isst, umso mehr Chrom ist erforderlich. Während in kohlenhydratreichen Lebensmitteln (Getreide, Zuckerrübe, Zuckerrohr etc.) naturgemäss ausreichend Chrom enthalten ist, wird der Chromanteil bei der Herstellung von Weissmehl und Industriezucker entfernt!

Chrommangel: Diagnose

Der Chromstatus wird im Serum bestimmt. Doch ist die Diagnostik noch nicht wirklich ausgereift, da es beispielsweise keine Mindestgrenze gibt.

Diagnose eines Mineralstoffmangels wichtig für Therapie und Prävention

Anhand der zahlreichen möglichen Folgen eines chronischen Mineralstoffmangels lässt sich leicht erkennen, wie wichtig es ist, einen solchen möglichst frühzeitig aufzudecken und zu beheben.

Wenn Sie daher glauben, dass Ihre Ernährung Sie nicht mit jedem Mineralstoff oder Spurenelement gut versorgt oder auch wenn Sie bereits an gesundheitlichen Beschwerden leiden, bitten Sie ihren Arzt oder Heilpraktiker um die entsprechenden Tests zur Diagnose, damit ein möglicher Mineralstoffmangel rechtzeitig festgestellt werden kann.

Wie sich ein Vitaminmangel diagnostizieren lässt bzw. wie man seinen Vitaminspiegel überprüfen lassen kann, haben wir hier erklärt: Vitaminmangel: Die Diagnose

Update 25.6.2020

Wir haben die kurze Info zu Fluorid entfernt, da Fluorid kein essentielles Spurenelement ist und es daher auch keinen Anlass gibt, nach einem Fluoridmangel zu fahnden. 

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Quellen
  • DGE aktuell, DGE aktualisiert die Referenzwerte für Natrium, Chlorid und Kalium, Januar 2017
  • Rathmann W, Meisinger C et al., Serum potassium is associated with prediabetes and newly diagnosed diabetes in hypertensive adults from the general population: The KORA F4-Study, Mrz 2013, Diabetologia
  • Schmiedel V, QuickStart Nährstofftherapie, Hippokrates, ISBN 978-3-8304-5432-8