Zentrum der Gesundheit
  • Vitamin D Mangel und Covid (Corona)

Studie: Vitamin-D-Mangel bei 80 Prozent der Covid-19-Patienten

Mehr als 80 Prozent der Patienten mit Covid-19 leiden an einem Vitamin-D-Mangel – so eine Studie an einem spanischen Krankenhaus mit Covid-19-Erkrankten. Gerade Risikogruppen sollten daher auf einen Vitamin-D-Mangel untersucht werden.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
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19 Mai 2021

Covid-19-Patienten leiden oft an Vitamin-D-Mangel

Vitamin D ist wichtig für ein starkes Immunsystem. Wer daher einen Vitamin-D-Mangel hat, scheint anfälliger für Infekte zu sein – so auch das Ergebnis einer Studie, derzufolge 82,2 Prozent der Covid-19-Patienten an einem Vitamin-D-Mangel leiden. Bei den gesunden Kontrollpersonen hatten nur 47,2 Prozent einen Vitamin-D-Mangel. Die Studie wurde an Patienten im Hospital Universitario Marqués de Valdecilla im spanischen Santander durchgeführt und erschien im Fachmagazin Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism (1) .

Vitamin D schützt vor Atemwegsinfekten und Grippe

Vitamin D ist ein Hormon, dessen Vorstufe in der Haut unter Einwirkung von Sonnenstrahlung (UVB-Strahlung) gebildet wird. Aus dieser Vorstufe wird in den Zellen die aktive Vitamin-D-Form hergestellt. Vitamin D ist nicht nur für das Immunsystem und damit für die Infektabwehr wichtig, auch für den Calcium-Haushalt und die Knochengesundheit. Ja, im Grunde ist es inzwischen so, dass fast keine chronische Krankheit bekannt ist, an der nicht auch ein Vitamin-D-Mangel mitbeteiligt wäre.

Zur schützenden Wirkung des Vitamin D in Sachen Atemwegsinfekte liegen längst Untersuchungen vor, die zeigen, dass eine gute Vitamin-D-Versorgung z. B. das Risiko für akute Atemwegserkrankungen halbiert oder auch dass ein gesunder Vitamin-D-Spiegel das Risiko senkt, an einer Grippe zu erkranken und daran zu versterben.

Vitamin-D-Mangel in den Hochrisikogruppen beheben

„Man könnte nun gerade in der Hochrisikogruppe, also bei Menschen mit Vorerkrankungen und Bewohnern in Altenheimen, den Vitamin-D-Status überprüfen und – wenn sich ein Vitamin-D-Mangel ergibt – diesen behandeln“, schlägt Prof. Dr. José L. Hernández vor, Co-Autor der Studie und Wissenschaftler an der University of Cantabria in Santander. „Auch sollte man jenen Covid-19-Patienten Vitamin D geben, die niedrige Vitamin-D-Spiegel aufweisen.“

Bei Covid-19: Länger im Krankenhaus bei Vitamin-D-Mangel

Untersucht wurden in genannter Studie 216 Covid-19-Patienten. Männer hatten dabei noch niedrigere Vitamin-D-Spiegel als Frauen. Der durchschnittliche Vitamin-D-Spiegel lag bei den Covid-19-Patienten bei 13,8 ng/ml, bei den gesunden Kontrollpersonen bei 20,9 ng/ml.

Auch hatten die Vitamin-D-Mangel-Kandidaten häufiger Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen – und sie mussten länger im Krankenhaus bleiben, während jene mit höherem Vitamin-D-Spiegel schneller genasen. Bei den Vitamin-D-Mangel-Patienten konnten ausserdem höhere Entzündungswerte festgestellt werden – und gerade Entzündungen stellen bei Covid-19 ein grosses Risiko für schwere Verläufe dar.

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Welcher Vitamin-D-Wert ist optimal?

Offiziellen Stellen zufolge gelten Vitamin-D-Spiegel ab 20 ng/ml nach wie vor als in Ordnung (2). Viele Vitamin-D-Experten geben jedoch als Mindestwert für einen gesunden Vitamin-D-Spiegel einen Wert von 30 ng/ml an, da z. B. die Calciumresorption aus dem Darm unter 30 ng/ml stark absinkt (3, 4). Optimal sind daher Werte von 40 bis 50 ng/ml Vitamin D3 (25OH-Vitamin D3).

Wie Faktenchecker & Co Menschen von Vitamin D abhalten

Es wäre folglich sicher eine gute Idee, wenn der Vitamin-D-Spiegel bei Mangel-Patienten nicht nur auf 20 ng/ml, sondern auf wenigstens 30 ng/ml eingestellt werden würde. Womöglich würde diese einfache Massnahme ganz deutlich zur stets so herbeigesehnten Entlastung der Gesundheitssysteme beitragen.

Doch obwohl entsprechende Studien schon seit Anbeginn der Pandemie (z. B. April 2020) vorliegen, beschäftigt man sich lieber damit, vor Vitamin D zu warnen (Verbraucherschützer, Faktenchecker etc.). Näheres dazu lesen Sie im Update unseres Artikels über die Meinung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zu Vitamin D in der Pandemie und auch in unserem Artikel über die Warnung der Stiftung Warentest vor Vitamin D.

Hier lesen Sie weitere Informationen zur Wichtigkeit von Vitamin D bei Infektionen und Covid-19. Und hier finden Sie wichtigen Input zur richtigen Einnahme von Vitamin D.

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Quellen
  1. (1) Hernández JL, Nan D, Fernandez-Ayala M, García-Unzueta M, Hernández-Hernández MA, López-Hoyos M, Muñoz-Cacho P, Olmos JM, Gutiérrez-Cuadra M, Ruiz-Cubillán JJ, Crespo J, Martínez-Taboada VM. Vitamin D Status in Hospitalized Patients with SARS-CoV-2 Infection. J Clin Endocrinol Metab. 2021 Mar 8;106(3):e1343-e1353. doi: 10.1210/clinem/dgaa733. PMID: 33159440; PMCID: PMC7797757.
  2. (2) Ehlers A, Vitamin D – der aktuelle D-A-CH-Referenzwert aus Sicht der Risikobewertung, Bundesinstitut für Risikobewertung
  3. (3) Heaney RP, Dowell MS, Hale CA, Bendich A. Calcium absorption varies within the reference range for serum 25-hydroxyvitamin D. J Am Coll Nutr. 2003 Apr;22(2):142-6. doi: 10.1080/07315724.2003.10719287. PMID: 12672710.
  4. (4) Lüthgens KJ Dr. med., Wissenwerte Fakten zu Vitamin D, Labor Enders, 17. Dezember 2019,