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Harnwegsinfekte - Vegane Ernährung schützt

Harnwegsinfekte - Vegane Ernährung schützt

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(Zentrum der Gesundheit) – Chronische Harnwegsinfekte sind weit verbreitet. Wissenschaftler der Washington University in St. Louis bestätigten nun, was in der Naturheilkunde längst bekannt ist: Die Ernährungsweise hat einen überwältigenden Einfluss auf die Krankheitsanfälligkeit eines Menschen. Besonders Harnwegsinfekte scheinen sich bei falscher Ernährung sehr schnell einzustellen. Bei einer veganen Ernährung jedoch werden rasch viele Voraussetzungen geschaffen, damit sich künftig die schädlichen Bakterien gar nicht mehr ansiedeln können.

Vegane Ernährung kann Harnwegsinfekte bekämpfen

Die vegane Ernährung hat grossartige Vorteile. Denn je mehr pflanzliche Kost man in seine Ernährung einbaut, umso weniger anfällig wird der Organismus für bakterielle Infektionen wie z. B. Harnwegsinfekte.

Über die Art der Ernährung lässt sich also Vieles steuern. Die Komposition der Darmflora beispielsweise und damit die Kraft des Immunsystems – ein Zusammenhang, der noch immer viel zu oft ignoriert wird.

Auch der pH-Wert des Urins lässt sich durch das tägliche Essen beeinflussen – und je nach pH-Wert ändert sich das Milieu in den Harnwegen. Das Milieu wiederum entscheidet, ob sich Bakterien in den Harnwegen wohl fühlen oder eher nicht. Fühlen sie sich wohl, kommt es rasch zu Harnwegsinfekten.

Um genau diese Zusammenhänge kümmerte sich unlängst eine Studie der Washington University in St. Louis. Sie erschien am 26. Juni im Fachmagazin The Journal of Biological Chemistry.

Die Forscher erklären darin, dass Harnwegsinfekte häufig von bestimmten Bakterien aus der Familie der Kolibakterien (Escherichia coli, abgek.: E. coli) verursacht werden. Diese heften sich an die Wände von Blase und Harnwegen, vermehren sich und führen jetzt zu den typischen Symptomen einer Blasenentzündung wie Harndrang, Schmerzen, Brennen beim Wasserlassen, Fieber etc.

Anfälligkeit für Harnwegsinfekte: Was ist die Ursache?

Im Allgemeinen erhält der Patient vom Arzt bei einem Harnwegsinfekt sehr schnell ein Antibiotikum, um die beteiligten Bakterien schnellstmöglich zu vernichten. Die Zunahme von Bakterienstämmen jedoch, die gegen Antibiotika Resistenzen entwickeln, setzt die Medizin unter Druck. Alternativen sind gefragt.

"Oft beobachten Ärzte aber auch, dass manche Patienten besonders anfällig für Harnwegsinfekte zu sein scheinen und diese kaum noch loswerden oder mehrmals jährlich an Blasenentzündungen leiden",

schreibt Studienleiter Professor Jeffrey P. Henderson​.

"Wir wissen nicht, warum bestimmte Leute diesbezüglich so anfällig sind. Früher konnten wir einfach billige Antibiotika einsetzen, die ganz vorzüglich wirkten. Doch inzwischen sind zu viele Bakterienstämme resistent gegen diese Antibiotika."

Also untersuchten die Wissenschaftler, wie der Körper gesunder Leute bakterielle Infektionen auf natürliche Weise bekämpft, um hoffentlich neue Wege zur Bekämpfung von Harnwegsinfekten zu finden.

Immunsystem ist bei saurem pH-Wert weniger aktiv

Die Forscher züchteten zu diesem Zweck besagte Kolibakterien in Urinproben von gesunden Studienteilnehmern und beobachteten, wie gut oder wie schlecht sich darin die Bakterien halten und vermehren konnten.

Es gab Proben, in denen kaum eine bakterielle Vermehrung stattfand und es gab Proben, in denen sich die Bakterien sehr gut vermehrten. Wo lag der Unterschied?

Man stellte fest, dass in jenen Urinproben, die sich gut gegen die Bakterien behaupten konnten, grössere Mengen eines bestimmten immunologisch aktiven Proteins befanden, das für seine bakterienfeindliche Wirkung bekannt war. In den übrigen Proben gab es hingegen kaum aktive Immunproteine, so dass dort die Bakterien leichtes Spiel hatten.

Das Immunprotein nennt sich Siderocalin. Es wird im Körper stets dann gebildet, wenn eine Infektion im Gange ist. Siderocalin behindert die Eisenversorgung der Bakterien, so dass diese praktisch an Eisenmangel eingehen bzw. sich nicht mehr vermehren können.

Woran aber liegt es nun, dass manche Menschen reichlich Siderocalin bilden können und andere wieder nicht?

Am Alter und Geschlecht liegt es jedenfalls nicht, so die Forscher aus St. Louis.

"Lediglich ein einziger Faktor unterschied sich zwischen den beiden Gruppen: Der pH-Wert des Urins. Unter allen überprüften Werten und Gegebenheiten, war es nur der Urin-pH-Wert, der eindeutige Unterschiede zeigte."

Menschen mit hohen Siderocalinwerten im Urin hatten einen weniger sauren pH-Wert als Menschen mit niedrigen Siderocalinwerten.

"Das ist erstaunlich", meint Professor Henderson, da man in der Schulmedizin ja nach wie vor glaubt, dass ein saurer pH-Wert im Urin zur Bakterienkontrolle in jedem Falle besser sei. Hendersons Studie aber zeigte das genaue Gegenteil:

Jene Urinproben, die einen fast neutralen pH-Wert hatten, zeigten eine viel höhere Siderocalinaktivität und konnten das Bakterienwachstum viel besser eindämmen als die Proben mit saurem pH-Wert.

Um zu beweisen, dass es wirklich der pH-Wert war, der das Bakterienwachstum beeinflusste, veränderten sie immer wieder den pH-Wert in den vorliegenden Urinproben und konnten sehen:

Säuerten Sie den Urin an, nahm das Bakterienwachstum zu. Erhöhten Sie den pH-Wert im Urin, reduzierte es sich.

Vegane Ernährung sorgt für gesunde pH-Werte

"Ärzte haben wunderbare und einfache Möglichkeiten, den pH-Wert des Urins anzuheben", meint Henderson. Beispielsweise mit Antazida, also säurebindende Mittel, die viele Menschen auch bei Sodbrennen nehmen. Das jedoch ist natürlich keine dauerhafte Lösung, da Antazida ungünstige Nebenwirkungen haben, den Magen irritieren, die Verdauung erschweren und zu Vitalstoffmängeln führen können.

Der Urin-pH-Wert kann aber auch auf sehr gesunde Weise angehoben, also weniger sauer gemacht werden – und zwar mit der Ernährung. Denn im Urin sammelt sich ein Teil der Stoffwechselabbauprodukte (Schlacken) aus der Nahrung. Die Zusammensetzung dieser Schlacken beeinflusst nun den pH-Wert und hängt massgeblich von der Art der Nahrung ab.

Je mehr tierische Produkte, je mehr Süsswaren und je mehr Weissmehlprodukte eine Person isst, umso saurer ist ihr Urin. Mit einer basischen vorwiegend veganen Ernährung aus Gemüse, Salaten und Sprossen hingegen lässt sich der pH-Wert anheben. Gleichzeitig sinkt das Risiko für Harnwegsinfekte.

Superfoods helfen beim Kampf gegen die Bakterien

Die Wissenschaftler stellten überdies fest, dass die Ernährung auch darüber entscheidet, ob im Urin spezielle winzige Catecholverbindungen vorhanden sind oder nicht. Praktischerweise halfen diese Stoffe ebenfalls dabei, das Bakterienwachstum einzudämmen. Denn je mehr Catecholverbindungen in den Urinproben gegenwärtig waren, umso erfolgreicher verlief der Kampf gegen die unerwünschten Bakterien.

Doch woher stammen die Catecholverbindungen? Offenbar entstehen sie beim Abbau von Polyphenolen, jenen hochantioxidativen sekundären Pflanzenstoffe, die so sehr viele positive Wirkungen haben, dass man jene Lebensmittel, die besonders hohe Polyphenolgehalte aufweisen als Superfoods bezeichnet.

"Unsere Studie zeigt also, dass das körpereigene Immunsystem offenbar Pflanzenstoffe verwenden kann, um gegen schädliche Bakterien vorzugehen",

schlussfolgert Professor Henderson.

"Wir identifizierten eine ganze Liste von wirksamen Stoffen. Manche stammen direkt aus der Nahrung andere aber werden auch von der Darmflora gebildet."

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Gesunde Darmflora beugt Harnwegsinfekten vor

Die letztgenannte Tatsache nun, dass Stoffwechselabbauprodukte der Darmbakterien in den Harnwegen auftauchen und dort antibakterielle Wirkung zeigen, beweist den enormen Einfluss der Darmflora auf den Gesamtorganismus. Die Darmflora wirkt also nicht – wie viele nach wie vor glauben – ausschliesslich im Darm, sondern im gesamten Körper.

Daher stellen eine Darmsanierung und der Aufbau der Darmflora in Kombination mit der richtigen Ernährung enorm hilfreiche und wirksame Massnahmen dar, um chronischen Harnwegsinfekten beizukommen.

Warum Cranberries nicht immer wirken

Polyphenole nun finden sich u. a. auch in Cranberries, die bekanntlich sehr oft zur Vorbeugung und Therapie von Harnwegsinfekten empfohlen werden. Doch liest man immer wieder, dass Cranberries nicht immer wirken.

Professor Henderson erklärt, dass Cranberries vermutlich sehr viel besser wirken würden, wenn der Urin gleichzeitig weniger sauer wäre und wenn die Darmflora entsprechend fit sein würde.

Denn wie so oft wirkt auch hier nicht ein einzelner Faktor für sich alleine. Im Gegenteil.

Vegane Ernährung schützt vor Harnwegsinfekten

Das Immunsystem ist umso stärker und effizienter, je grösser die Zahl der beteiligten Mitstreiter, wozu im Fall von Harnwegsinfekten in jedem Fall die folgenden drei Komponenten gehören:

  • Nur sehr schwach saurer bis neutraler Urin-pH-Wert
  • Hoher Polyphenolspiegel
  • Gesunde Darmflora

Alle drei sorgen dafür, dass der Organismus schädliche Bakterien erfolgreich und dauerhaft bekämpfen und langfristig gesund bleiben kann. Antibiotika sind dann sehr oft gar nicht mehr nötig.

Alle drei Ziele (gesunder pH-Wert, hoher Polyphenolspiegel, gesunde Darmflora) können am besten mit einer pflanzenbasierten vorwiegend veganen Ernährung erreicht werden. Das Ergebnis: Infektionen wie z. B. chronische Harnwegsinfekte werden deutlich seltener und bleiben schliesslich ganz aus.

Beschleunigt werden kann die Angelegenheit durch folgende Massnahmen:

Vorübergehend kann zusätzlich auch D-Mannose zum Einsatz kommen – ein natürlicher Zucker, der im Körper nicht verstoffwechselt wird, unverändert in die Blase gelangt und dort nun die unerwünschten Bakterien an sich bindet, so dass diese mit dem Urin ausgeschieden werden können. Details zur D-Mannose finden Sie hier: D-Mannose – Wirksamer als Antibiotika

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