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Weisswein erhöht Hautkrebsrisiko

Weisswein erhöht Hautkrebsrisiko

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(Zentrum der Gesundheit) – Hautkrebs wird gerne mit zu häufigem Sonnenbaden in Zusammenhang gebracht oder mit einer zu nachlässigen Verwendung von Sonnenschutzmitteln. Doch gibt es noch ganz andere Faktoren, die das Risiko, an einem Hautkrebs (malignes Melanom) zu erkranken, merklich erhöhen können. Denn nicht selten taucht der Hautkrebs an Stellen auf, die von der Sonne nur sporadisch, wenn überhaupt beschienen werden, z. B. an Brust, Bauch oder Rücken. Weisswein ist offenbar einer dieser Risikofaktoren, wie Forscher im Herbst 2016 herausgefunden haben.

Weisswein: Risikofaktor für Hautkrebs

Das maligne Melanom (schwarzer Hautkrebs) ist eine Art Hautkrebs, der in den Melanozyten (Pigmentzellen) beginnt. Diese Zellen befinden sich in der obersten Hautschicht. Sie bilden den Farbstoff Melanin, der die Haut braun färbt und versucht, sie vor übermässiger UV-Strahlung zu schützen.

Zwar tritt das maligne Melanom sehr viel seltener auf als andere Hautkrebsarten – wie z. B. das Basalzellkarzinom – doch ist es deutlich gefährlicher und führt häufiger zum Tod. Auch nahm die Zahl der Melanombetroffenen in den letzten Jahren kontinuierlich zu. Gemäss der American Cancer Society sterben pro Jahr allein in den USA 10.000 Menschen am malignen Melanom. In Deutschland erkranken jährlich 18.000 Menschen am schwarzen Hautkrebs.

Übermässige UV-Bestrahlung durch ausgedehnte Sonnenbäder oder auch in Solarien gilt nach wie vor als wichtigster Risikofaktor für das maligne Melanom. Andere Risikofaktoren sind natürlich die Erbanlagen, wenn also in der Familie schon jemand an einem Hautkrebs erkrankt war. Auch helle Haut, blondes Haar, viele Muttermale, Sommersprossen und ein geschwächtes Immunsystem gehören zu jenen Merkmalen, die eine erhöhte Anfälligkeit für Hautkrebs signalisieren.

Dr. Eunyoung Cho von der Brown University's Warren Alpert Medical School in Providence/Rhode Island ist der Meinung, dass Alkohol, insbesondere Weisswein, zur Liste der Hautkrebsrisikofaktoren hinzugefügt werden müsse. Dr. Chos Team veröffentlichte die Ergebnisse der betreffenden Forschungsarbeiten im Dezember 2016 im Fachjournal Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention.

Jeden Tag ein Glas Weisswein – und das Risiko für Hautkrebs steigt

Alkohol gilt als Risikofaktor für eine Vielzahl von Krebsarten, einschliesslich Kopf- und Halskrebs, Leberkrebs, Brustkrebs und Speiseröhrenkrebs.

Für ihre Untersuchung analysierten Dr. Cho und Kollegen die Daten von drei grossen Studien, an denen insgesamt 210.252 Erwachsene über einen Zeitraum von über 18 Jahren teilgenommen hatten.

Die Forscher stellten fest, dass Weisswein – wenn davon täglich ein Glas getrunken wurde – das Risiko für ein malignes Melanom um 13 Prozent steigen liess. Bei anderen alkoholischen Getränken wie Bier, Rotwein und Likör konnte kein spezieller Einfluss auf das Melanomrisiko festgestellt werden.

Hautkrebs an Bauch und Rücken: Weisswein könnte die Ursache sein

Gerade bei Melanomen, die an Stellen erscheinen, die von der Sonnenstrahlung gar nicht erreicht werden, zeigte sich ein Zusammenhang zum Alkoholkonsum.

Personen beispielsweise, die mindestens 20 Gramm Alkohol (z. B. 0,2 l Weisswein mit 12 Vol.-%) pro Tag konsumierten, hatten ein 73 Prozent höheres Risiko, Melanome am Rumpf (Bauch, Brust, Rücken) zu entwickeln. Ihr Risiko, ein Melanom am Kopf, Hals oder den Extremitäten zu entwickeln, war nur um 2 Prozent erhöht.

Dr. Cho erklärte, dass der Mechanismus, wie Weisswein genau das Hautkrebsrisiko erhöhte, nicht eindeutig sei. Da frühere Studien gezeigt hatten, dass manche Weine Acetaldehyd enthalten, eine Chemikalie, die bekannt dafür ist, die DNA (das Erbgut) schädigen zu können, könnte hier der Grund für die Kanzerogenität des Weins liegen. In Rotwein ist nun ebenfalls Acetaldehyd enthalten. Rotwein liefert aber auch eine Menge Antioxidantien, die eine potentielle Schadwirkung des Acetaldehyds möglicherweise kompensieren können.

Weitere Gefahren von Alkohol

Alkohol erhöht überdies das Risiko für Asthma, Leberkrankheiten und – wie oben erwähnt – neben Hautkrebs noch für verschiedene andere Krebsformen, z. B. Brustkrebs, wie wir hier erklärt haben: Alkohol und Brustkrebs

Auch mindert Alkohol die Zeugungsfähigkeit.

Dass nicht einmal kleine Mengen Alkohol gesund sind, wie z. B. das tägliche Glas Rotwein, wie oft propagiert wird, haben wir hier beschrieben: Alkohol auch in kleinen Mengen nicht gesund

Ausführliche Informationen zur Schädlichkeit von Alkohol haben wir hier zusammengefasst: Alkohol – Das Nervengift

Quellen:


Ausbildung zum Ernährungsberater an der Akademie der Naturheilkunde

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