Rauchen und dann Tabakgifte mit Brunnenkresse entgiften?

Wäre es nicht wunderbar, fröhlich seinen Lastern nachgehen zu können? Zwischendurch müsste man nur ein bisschen Brunnenkresse essen – und schon wären die gesundheitlichen Gefahren des Lasters gebannt.

Ganz so einfach ist es noch nicht, aber die Wissenschaft scheint auf dem besten Wege, für Raucher Mittel und Wege zu entwickeln, mit denen sich mögliche Schäden infolge des Rauchens schon im Vorfeld verhindern lassen – und zwar ohne das Rauchen aufgeben zu müssen.

Raucher interessieren sich für gesundheitliche Aspekte vielleicht eher wenig. Aber so manch unfreiwilliger Passivraucher dürfte von diesen Aussichten begeistert sein.

Auch betrifft der entgiftende Effekt der Brunnenkresse nicht nur Gifte aus Tabak, sondern auch Karzinogene (krebserregende Substanzen) aus der Umwelt, so dass nicht nur Tabakopfer, sondern jeder Mensch von diesen neuen Erkenntnissen profitieren kann.

Brunnenkresse hilft Menschen mit eingeschränkten Entgiftungsfähigkeiten

Forscher der University of Pittsburgh zeigten die entgiftende Wirkung der Brunnenkresse bereits in einer Phase-II-Studie und berichteten am 19. April 2016 beim jährlichen Meeting der American Association for Cancer Research (AACR) von ihren Beobachtungen.

Während Phase-I-Studien mit gesunden Freiwilligen durchgeführt werden, handelt es sich bei den Probanden in Phase-II-Studien bereits um Patienten, die an der jeweiligen Krankheit leiden, deretwegen die Studie durchgeführt wird. Im vorliegenden Fall war es die Nikotinsucht, an der die Probanden litten – oder mit anderen Worten: Es waren Raucher.

Interessant an der Wirkung der Brunnenkresse ist, dass sie bei jenen Menschen besonders stark wirkt, die an einer genetisch bedingten eingeschränkten Entgiftungsfähigkeit leiden. Das bedeutet, diese Menschen können Karzinogene, die andere Menschen problemlos entgiften, nicht so leicht oder nicht im normalen Umfang ausleiten oder neutralisieren, so dass sie auch viel eher Opfer von Krankheiten werden.

Der Traum eines jeden Rauchers: Rauchen ohne Lungenkrebsrisiko

Für Raucher besteht bekanntlich ein grösseres Lungenkrebsrisiko als für Nichtraucher. Daher sollte unser Hauptziel sein, Rauchern jede Unterstützung zukommen zu lassen, damit sie die Raucherentwöhnung schaffen",

sagte Dr. Jian-Min Yuan, Spezialist für Krebsprävention und Epidemiologe an der University of Pittsburgh und fügte hinzu:

"Leider ist Nikotin eine starke Droge. Die Entwöhnung kann viel Zeit kosten und es kann immer wieder zu Rückfällen kommen. Wenn wir jedoch eine verträgliche und ungiftige Therapie hätten – wie etwa der Brunnenkresseextrakt – der Raucher auch während des Rauchens vor Krebs schützen kann, wäre das ein unglaublich wertvolles Werkzeug im Kampf gegen den Krebs."

Viermal täglich 10 mg Brunnenkresseextrakt

Dr. Yuan und Kollegen setzen in ihrer randomisierten Studie 82 Zigarettenraucher ein. Sie bekamen entweder eine Woche lang viermal täglich 10 mg Brunnenkresseextrakt gemixt mit 1 ml Olivenöl oder aber ein Placebopräparat.

Anschliessend gab es eine einwöchige Pause, in der kein Teilnehmer irgendetwas einnahm, bevor die Gruppen getauscht wurden. Jetzt nahm die ursprüngliche Placebogruppe den Extrakt ein, während die andere Gruppe das Placebopräparat erhielt.

Während der Studie behielten alle Probanden ihre Rauchgewohnheiten bei.

Die Ergebnisse waren erstaunlich:

Brunnenkresse entgiftet die stärksten Karzinogene

In nur einer Woche konnte der Brunnenkresseextrakt die Aktivität eines bestimmten ganz besonders gefährlichen Karzinogens deutlich reduzieren. Es handelte sich um das stärkste Karzinogen im Tabakrauch, das sogenannte Nikotin-Nitrosamin-Keton NNK.

Die Belastung der Raucher mit diesem Stoff konnte vom Brunnenkresseextrakt um 7,7 Prozent reduziert werden.

Die Entgiftung von Benzol stieg mit Hilfe des Brunnenkresseextraktes um 24,6 Prozent und jene von Acrolein um 15,1 Prozent.

Lediglich beim Crotonaldehyd war keine gesteigerte Entgiftung durch den Brunnenkresseextrakt festzustellen. Alle diese Substanzen finden sich bevorzugt im Zigarettenrauch.

Noch deutlichere Entgiftung bei Menschen mit eingeschränkter Entgiftungsfähigkeit

Bei den Teilnehmern, die an einer eingeschränkten Entgiftungsfähigkeit litten, zeigten sich dank der Brunnenkresse noch überzeugendere Resultate. Menschen mit diesem Gendefekt fehlen zwei Gene, die normalerweise dafür sorgen würden, dass das körpereigene Antioxidans Glutathion die Karzinogene und Schadstoffe aus dem Körper schaffen kann.

Die Entgiftung von Benzol stieg unter Einwirkung des Brunnenkresseextrakts bei Menschen mit eingeschränkter Entgiftungsfähigkeit um über 95 Prozet, die Entgiftung von Acrolein nahm um 32 Prozent zu und die von Crotonaldehyd um fast 30 Prozent.

Zur Entgiftung muss es der Extrakt aus der Brunnenkresse sein

Nun fehlt noch eine Phase-III-Studie mit vielen hundert Personen, bevor die Therapie mit dem Brunnenkresseextrakt zur Entgiftung von Rauchern offiziell eingesetzt werden kann.

Dr. Yuan meinte leider, dass der Verzehr von Brunnenkresse und anderen Gemüsearten aus der Familie der Kreuzblütler (andere Kressearten, Senf, Brokkoli und andere Kohlarten etc.) zwar gesund sei, doch hätte eine solche Massnahme höchstwahrscheinlich nicht annähernd denselben entgiftenden Effekt wie der Brunnenkresseextrakt.

Falls Sie nun Brunnenkresseextrakt kaufen möchten, achten Sie unbedingt darauf, dass es sich um einen Extrakt zum Einnehmen handelt, dieser also in Lebensmittelqualität vorliegt. Die meisten Brunnenkresseextrakte nämlich werden als Kosmetik-Rohstoff verkauft und sind nur für die äussere Anwendung geeignet.

Weitere Informationen zur richtigen Entgiftung, zu den körpereigenen Entgiftungsfähigkeiten und dazu, wie letztere gestärkt und unterstützt werden können, finden Sie hier: Entgiftung ist wichtiger denn je

Quellen

  • University of Pittsburgh Schools of the Health Sciences. "Watercress extract detoxifies carcinogens in smokers, clinical trial demonstrates." ScienceDaily. ScienceDaily, 19 April 2016. (Brunnenkresseextrakt entgiftet Karzinogene bei Rauchern, zeigt eine klinische Studie)

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