Brustkrebs: Zwiebeln und Knoblauch schützen

Eine gesunde Ernährung trägt viel dazu bei, um sich vor Brustkrebs zu schützen oder – falls man bereits daran erkrankt war – nicht einen Rückfall zu erleiden (5). Die Zwiebel und der Knoblauch zählen laut einer im Jahr 2019 an der Shiraz University of Medical Sciences durchgeführten Studie (4) in puncto Krebsprävention zu den interessantesten Lebensmitteln.

Denn die beiden Gemüse enthalten Stoffe mit stark antitumoralen Eigenschaften. Was Darmkrebs betrifft, so ist bereits bekannt, dass die beiden Lauchgewächse das Krebsrisiko senken können (7). Bei anderen Tumorarten wie Brustkrebs fehlten bislang jedoch stichhaltige Beweise.

Sofrito: Das Rezept gegen Brustkrebs?

Brustkrebs ist bei Frauen die am häufigsten vorkommende Tumorart – weltweit sind 12 Prozent betroffen. Das Auftreten ist aber stark davon abhängig, wo man lebt. So erkranken Frauen in weniger entwickelten Ländern seltener als in Industriestaaten. Ist es die andere Ernährung, die hierbei eine wichtige Rolle spielt?

Puerto Rico etwa weist im Vergleich zum US-amerikanischen Festland niedrigere Brustkrebsraten auf. Gleichzeitig zählt der Inselstaat zu jenen Ländern, in denen am meisten Knoblauch und Zwiebeln gegessen werden. Dies könnte auf eine sehr beliebte Würzsauce namens Sofrito zurückzuführen sein. Sie besteht aus Olivenöl, Zwiebeln und Knoblauch und wird zu allen möglichen Speisen gereicht.

Forscher von der University at Buffalo und der University of Puerto Rico haben deshalb im Jahr 2019 die erste Studie (1) durchgeführt, in der man den Zusammenhang zwischen dem Zwiebel-/Knoblauchkonsum und Brustkrebs untersucht hatte.

Zwiebeln und Knoblauch verringern das Brustkrebsrisiko um 67 Prozent

An der Studie nahmen insgesamt 660 Frauen zwischen 30 und 79 Jahren teil. 314 von ihnen waren an Brustkrebs erkrankt, während 346 Frauen nicht davon betroffen waren.

Die Forscher ermittelten nun, welche Frauen eine knoblauch- und zwiebelreiche Ernährung bevorzugten und welche nicht. Die leitende Studienautorin Gauri Desai (2) gab an, dass der häufige Verzehr von Zwiebeln und Knoblauch eindeutig mit einem verringerten Brustkrebsrisiko verbunden sei.

Im Besonderen zeigte sich dies jedoch bei jenen Frauen, die mehr als einmal pro Tag Sofrito assen. Denn diese hatten im Vergleich zu jenen Frauen, die Sofrito nicht mochten, ein um 67 Prozent geringeres Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.

Warum schützen Zwiebeln und Knoblauch vor Krebs?

Die krebshemmende Wirkung der beiden Lauchgewächse beruht auf deren Inhaltsstoffen. Wird die Zellstruktur von Zwiebeln und Knoblauch beim Aufschneiden verletzt, entstehen Schwefelverbindungen wie Allicin und Propanthialoxid.

Diese antioxidativen Stoffe haben laut zahlreichen Studien (4) die Fähigkeit, die Entstehung, das Wachstum, die Zelldifferenzierung und die Metastasierung von Krebszellen zu verhindern. Dies geschieht u. a., indem entartete Zellen eliminiert werden.

Darüber hinaus stecken in Zwiebeln und Knoblauch viele weitere bioaktive sekundäre Pflanzenstoffe. Analysen (6) an der University of Barcelona haben ergeben, dass in Sofrito 40 verschiedene Polyphenole wie etwa Quercetin enthalten sind, die eine entzündungshemmende und krebsvorbeugende Wirkung haben.

Zwiebeln und Knoblauch müssen zur Brustkrebsprävention besonders zubereitet werden

Inwieweit Zwiebeln und Knoblauch zur Prävention von Brustkrebs beitragen können, hängt jedoch von ihrer Zubereitung ab – so die Wissenschaftler der Brustkrebs-Studie (1). Sie gaben an, dass sich der Gehalt an Antioxidantien erheblich verringere, wenn Zwiebeln und Knoblauch für 40 Minuten auf 100 °C erhitzt werden, was häufig bei Suppen, Eintöpfen oder Saucen der Fall sein könnte.

Daher sollten besser Gerichte in den Speiseplan eingebaut werden, die rohe oder zumindest schonend gegarte Zwiebeln und Knoblauch enthalten. Sofrito nun wird – je nach Region – ganz unterschiedlich zubereitet. In Puerto Rico zeichnet sie sich dadurch aus, dass sie meist aus rohen Zwiebeln und Knoblauch sowie Olivenöl – ähnlich einem Pesto – hergestellt wird.

Natürlich gibt es noch weitere Lebensmittel, die bei der Vorbeugung und Therapie von Brustkrebs helfen können, etwa Tomaten, Granatäpfel, Ingwer (8), Leinsamen (9), Pilze (10), Grüntee (10) oder auch Oolong-Tee.

Quellen

  1. Desai G et al, Onion and Garlic Intake and Breast Cancer, a Case-Control Study in Puerto Rico, Nutr Cancer, August 2019
  2. David J. Hill, Onions and garlic may be recipe for reducing breast cancer risk: study, MedicalXpress, September 2019
  3. Holly L. Nicastro et al, Garlic and onions: Their cancer prevention properties, Cancer Prev Res (Phila), März 2015
  4. Asemani Y et al, Allium vegetables for possible future of cancer treatment, Phytother Res, August 2019
  5. George SM et al, Better postdiagnosis diet quality is associated with reduced risk of death among postmenopausal women with invasive breast cancer in the women's health initiative, Cancer Epidemiol Biomarkers Prev, April 2014
  6. Vallverdú-Queralt A et al, Bioactive compounds present in the Mediterranean Sofrito, Food Chem, Dezember 2013
  7. Xin Wu, Jing Shi, Wan-xia Fang, Xiao-yu Guo, Ling-yun Zhang, Yun-peng Liu, Zhi Li. Allium vegetables are associated with reduced risk of colorectal cancer: A hospital-based matched case-control study in China. Asia-Pacific Journal of Clinical Oncology, 2019
  8. Zentrum der Gesundheit, Mit Ingwer gegen Brustkrebs, abgerufen 7.10.2019
  9. Zentrum der Gesundheit, Mit Leinsamen gegen Brustkrebs, abgerufen 7.10.2019
  10. Zentrum der Gesundheit, Pilze und Grüntee gegen Brustkrebs, abgerufen 7.10.2019

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