Die richtige Ernährung senkt das Demenzrisiko

Immer mehr Menschen sind von Demenz betroffen. Demenz aber ist nicht immer Schicksal. Inzwischen gibt es Risikofaktoren, die der Einzelne beeinflussen kann. Dazu gehören: Rauchen, Alkohol, Bewegungsmangel, zu wenig oder zu viel Schlaf, sogar bestimmmte Medikamente und auch eine ungünstige Ernährungsweise.

Welche Ernährungsform den kognitiven Verfall bremsen und damit das Demenzrisiko reduzieren kann, wurde in einer Studie untersucht, die im Oktober 2019 im Fachjournal American Journal of Clinical Nutrition erschienen war. Darin zeigte sich, dass insbesondere eine pflanzenbasierte Ernährung – wenn man sie im mittleren Alter praktiziert – im späteren Leben mit einem signifikant niedrigeren Risiko für Demenz einhergeht (2).

Über 14 Prozent der über 70-Jährigen zeigte Demenzsymptome

Studienleiterin Koh Woon Puay, Professorin an der National University of Singapore überprüfte mit ihren Kollegen Daten aus der Singapore Chinese Health Study, einer Kohortenstudie mit 63.257 Menschen aus Singapur. Darin hatte man Erwachsene im Alter von 45 bis 74 Jahren über einen Zeitraum von durchschnittlich 20 Jahren hinweg immer wieder zu ihrer Lebens- und Ernährungsweise befragt, zuletzt im Jahr 2016.

Für Puays Studie wurden nun 16.948 Personen ausgewählt, die zu Beginn der Singapore Health Study, also Mitte der 1990er Jahre, durchschnittlich 53 Jahre alt waren und deren kognitiver Gesundheitszustand am Ende der Studie (zwischen 2014 und 2016) untersucht worden war. Es zeigte sich, dass 14,4 Prozent der Personen mittlerweile Anzeichen eines kognitiven Verfalls aufwiesen.

Pflanzenbasierte Ernährung: Risiko für Demenz sinkt um bis 33 Prozent

Man schaute nun, inwieweit die Teilnehmer in all den Jahren zuvor die Regeln einer pflanzenbasierten Ernährung umgesetzt hatten. Als Orientierung dienten die Richtlinien verschiedener, aber sehr ähnlicher Ernährungsformen, z. B. der pflanzenbasierten Mediterranen Ernährung oder auch der DASH-Ernährung. DASH steht dabei für Dietary Approaches to Stop Hypertension. Es handelt sich also um eine Ernährungsform, die ursprünglich zur Senkung eines zu hohen Blutdrucks eingesetzt wurde.

Je konsequenter nun die Studienteilnehmer die Regeln einer pflanzenbasierten Ernährung eingehalten hatten, umso besser konnten sie sich vor kognitivem Verfall schützen, nämlich um bis zu 33 Prozent (im Vergleich zu jenen Personen, die sich am wenigsten an Richtlinien einer pflanzenbasierten Ernährung orientiert hatten).

Die Regeln der pflanzenbasierten Ernährung

Professor Puay betont sodann auch die Wichtigkeit einer pflanzenbasierten Ernährung, da diese das Auftreten kognitiver Funktionsstörungen verzögern oder einer Demenz gar ganz vorbeugen könne. „Bei der pflanzenbasierten Ernährung geht es nicht um Verzicht, sondern darum, die Ernährung aus gesunden Lebensmitteln zusammenzustellen, Ungesundes zu meiden und den Verzehr einzelner Lebensmittel (z. B. Fleisch, Wurst) einzuschränken“, so Puay" (2).

Die Richtlinien einer pflanzenbasierten Ernährung sind daher nicht einmal besonders streng und können im Grunde von jedem Menschen problemlos umgesetzt werden, der Spass an einer gesunden Ernährung hat:

  • Als Grundnahrungsmittel dienen Früchte, Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Nüsse.
  • Will man tierische Lebensmittel integrieren, dann – so die Forscher – seien etwas Fisch und fettarme Milchprodukte möglich.
  • Fleisch sollte besser nur selten und wenn, dann in Form von Geflügel gegessen werden.
  • Fertigprodukte isst man möglichst gar nicht, was automatisch zu einem niedrigeren Salzkonsum führt.
  • Alkohol trinkt man besser nicht und wenn so nur in kleinen Mengen. Hochprozentiges wird komplett gemieden.
  • Was die Wahl des richtigen Fetts angeht, so solle man insbesondere Öle aus vorwiegend einfach ungesättigten Fettsäuren (Olivenöl) und/oder mehrfach ungesättigten Fettsäuren (z. B. Hanföl, Rapsöl, Leinöl) verwenden. Gesättigte Fette solle man bestmöglich reduzieren.

Pflanzenbasierte Ernährung hilft auch bei vielen anderen Beschwerden

Sehr praktisch an der pflanzenbasierten Ernährung ist, dass sie nicht nur das Demenzrisiko reduzieren kann, sondern sich auf alle Bereiche der Gesundheit positiv auswirkt – ob es sich nun um Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, Gelenkerkrankungen, chronisch entzündliche Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen, Altersbeschwerden oder das Krebsrisiko handelt.

Nicht zuletzt gilt die konsequent pflanzenbasierte Ernährung auch als die beste Ernährung für die Zukunft, für Umwelt, Tier- und Klimaschutz.

Viele tausend überaus köstliche Rezepte aus der rein pflanzlichen Küche finden Sie in unserer Rezepterubrik oder auch in unserem Kochstudio bei Youtube.

Sollten Sie Probleme bei der Ernährungsumstellung haben, kontaktieren Sie einen ganzheitlichen Ernährungsberater! Wie Sie den für Sie richtigen Ernährungsberater finden, haben wir hier erklärt: Die richtige Ernährungsberatung finden

Quellen

  1. Sandoiu A, Plant-based diet may prevent cognitive decline, Medical News Today, 18. November 2019
  2. Jing Wu et al., Dietary pattern in midlife and cognitive impairment in late life: a prospective study in Chinese adults, The American Journal of Clinical Nutrition, Oktober 2019

Fernausbildung zum ganzheitlichen Ernährungsberater

Sie interessiert, was in unserem Essen steckt und wollen wissen, wie sich Nähr- und Vitalstoffe auf den Körper auswirken? Sie wünschen sich ein gesundes Leben für sich, Ihre Familie und Mitmenschen? Ernährungsberater sind beliebt – doch oft geht bei der Beratung der ganzheitliche Aspekt vergessen, den es für eine nachhaltige Gesundheit braucht. Lernen Sie bei der Akademie der Naturheilkunde die Zusammenhänge zwischen Lebens- und Ernährungsweise sowie physischem und psychischem Wohlbefinden kennen.

Die Akademie der Naturheilkunde bildet interessierte Menschen wie Sie in rund 16 Monaten zum ganzheitlichen Ernährungsberater aus. Bestellen Sie hier die kostenlose Infobroschüre.