Apfelkerne sind nur ein bisschen giftig
Oft heißt es, Apfelkerne seien giftig und man solle sie vor dem Verzehr des ganzen Apfels aus dem Apfelgehäuse entfernen. Dann aber gibt es Menschen, die einen Apfel mit Stumpf und Stiel verspeisen und keinerlei Krankheitsanzeichen zeigen.
Apfelkerne enthalten Amygdalin (ein cyanogenes Glycosid), das im Körper zu Blausäure (Cyanide) umgewandelt werden kann (3). "Cyanogen" bedeutet "blausäureabspaltend". Blausäure gilt als hochgiftiger Stoff. Doch auch hier gilt: Die Dosis macht das Gift – und diese ist pro Apfel verschwindend gering. (4)
Auch verfügt der menschliche Organismus über angeborene Entgiftungsfähigkeiten für Cyanide, weil man in alten Zeiten Äpfel regelmäßig komplett verspeiste und auch weil Amygdalin ein Naturstoff ist, der in vielen Lebensmitteln vorkommt, der menschliche Körper sich also in all den Jahrmillionen an ihn anpassen konnte – zumindest bis zu einem gewissen Maß.
So viele Apfelkerne sind tödlich
Die Menge Apfelkerne, die zu Gesundheitsbeschwerden führen könnte, hängt von vielen Faktoren ab, etwa von der Amygdalinmenge der Kerne (die je nach Apfelsorte stark schwanken kann), von der Amygdalin-Toleranz (persönliche Amygdalinentgiftungsfähigkeit) des jeweiligen Menschen und natürlich vom Gewicht des Menschen.
Aufgrund all dieser Faktoren lassen sich keine genauen Zahlen angeben. So schwankt die gefährliche Apfelkernmenge für einen 70-Kilogramm schweren Menschen zwischen 142 und 3.969 Apfelkernen, WENN die Kerne gemahlen verzehrt werden (oder gründlich zerkaut werden). Bei Kindern ist die problematische Dosis natürlich geringer. (1).
Da ein Apfel zwischen 0 und 20 Kerne aufweist, können Sie Ihren Apfel problemlos mit den Kernen essen.
Wenn Sie die Kerne auch noch unzerkaut schlucken, dann werden diese auch nicht verdaut, sondern unverändert wieder ausgeschieden und man kommt natürlich auch nicht in den Kontakt mit Amygdalin oder Cyaniden.
So können Sie Blausäure entgiften
Die körpereigene Cyanid-Entgiftung kann außerdem gefördert werden. Der Körper entgiftet Cyanide, unter anderem mit Hilfe von Vitamin B12 – und zwar einer ganz bestimmten Vitamin-B12-Form: Hydroxocobalamin.
* Hier erhalten Sie einen Vitamin-B12-Komplex mit Hydroxocobalamin.
Wenn Sie daher Ihre körpereigene Cyanid- bzw. Blausäure-Entgiftung fördern möchte, sollten Sie auf eine gute Versorgung mit Vitamin B12 achten. Die Vitamin-B12-Form Hydroxocobalamin gilt als wirksamer Cyanid-Entgifter. Sie bindet Cyanide, wird dadurch selbst zum Cyanocobalamin und wird in dieser Form gefahrlos mit dem Urin ausgeschieden. (2)
Bei akuter Blausäurevergiftung sind dazu sehr hohe Hydroxocobalamin-Dosen nötig. Kindern mit einer Blausäurevergiftung gab man als Antidot (Gegengift) 500 mg Hydroxocobalamin in einer Traubenzuckerlösung. Den Kindern ging es binnen weniger Minuten besser. Sie blieben dauerhaft ohne Symptome und konnten am nächsten Tag das Krankenhaus verlassen.
Normalerweise nimmt man vom Hydroxocobalamin - genau wie von anderen Vitamin-B12-Verbindungen - nur kleine Mengen (meist 1000 µg pro Tag = 1 mg).
Daher sind herkömmliche Hydroxocobalamin-Präparate auch für eine akute Blausäurevergiftung zu gering dosiert. Für die regelmäßige Entgiftung kleiner Blausäuremengen, wie Sie in vielen Lebensmitteln enthalten sind (z. B. Leinsamen, Süßkartoffeln, Mandeln und eben Apfelkerne) genügen die üblichen Dosen jedoch.
Meist wird Hydroxocobalamin bei akuter Blausäurevergiftung vom Arzt injiziert oder per Infusion verabreicht. In diesen Medikamenten ist der Wirkstoff Hydroxocobalaminacetat oder Hydroxocobalaminhydrochlorid enthalten, also die Salze des Hydroxocobalamins.
Weitere Informationen dazu, wie Sie Blausäure ausleiten können, lesen Sie in unserem Artikel Blausäure in Lebensmitteln. Sie finden ihn, wenn Sie weiter nach unten scrollen bei den weiterführenden Artikeln.
Apfelkerne enthalten auch gesunde Stoffe
Nun könnte man meinen, die Kerne bestünden nur aus giftigen Stoffen. Dem ist ganz und gar nicht so. Sie enthalten auch gesundheitlich sehr wertvolle Stoffe.
Neben Vitaminen und Mineralstoffen sind das auch Mikroorganismen, die – besonders wenn es ein Bio-Apfel ist – die Gesundheit des Menschen äußerst positiv beeinflussen können.
Warum ausgerechnet Apfelkerne gut für die Darmflora sind, lesen Sie auch in unserem Artikel Dieses Obst und Gemüse fördert Ihre Darmflora.