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Brokkoli stärkt den Darm und schützt die Darmflora

Brokkoli ist nicht nur reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen, sondern kann auch die Darmgesundheit fördern. Bestimmte Inhaltsstoffe, wie beispielsweise Sulforaphan, unterstützen die Darmbarriere und können sich positiv auf die Darmflora auswirken. Somit leistet Brokkoli einen wertvollen Beitrag zu einem gesunden Darm.

Stand: 26 September 2026
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Brokkoli – Das Heilgemüse für Atemwege und Darm

Brokkoli gehört zu den Kohlgemüsen und zwar mit zu den gesündesten Vertretern dieser Gemüsefamilie. Zahlreiche Studien zeigten bereits seine vorteilhaften Wirkungen auf unsere Gesundheit. Besonders gut untersucht ist der brokkoli-typische Pflanzenstoff Sulforaphan.

Dieser bildet sich, wenn der Brokkoli geschnitten oder gekaut wird. Denn erst dann wird das Enzym Myrosinase aus den Gemüsezellen frei, kommt mit dem Stoff Glucoraphanin in Kontakt und macht daraus Sulforaphan. Glucoraphanin ist also die inaktive Vorstufe von Sulforaphan.

In unserem Artikel Sulforaphan - Wirkung und Nebenwirkungen beschreiben wir all die gesunden Eigenschaften des Pflanzenstoffs. So wirkt er z. B. entzündungshemmend, antioxidativ und krebsfeindlich. Er kann zudem das Abnehmen unterstützen, bei Atemwegs- und Gelenkbeschwerden für Linderung sorgen und die Entgiftung fördern.

Weitere Untersuchungen zeigen die positiven Wirkungen auf den Darm, z. B. die nachfolgend vorgestellte Studie:

Schutz vor Leaky Gut Syndrom und chronischen Entzündungen

Forscher der Penn State University entdeckten in einer Studie von 2017, dass Brokkoli den Darm bei Mäusen so beeinflusste, dass die Symptome eines Leaky Gut Syndroms und einer Colitis (Darmentzündung) reduziert werden konnten.

Gary Perdew, Professor für Agrarwissenschaften an der Penn State University erklärt:

"Es gibt viele Gründe, warum wir Möglichkeiten erforschen, die der Darmgesundheit dienen. Einer davon ist, dass ein Leaky Gut Syndrom oft der Beginn chronischer Entzündungen ist. Diese Entzündungen beschränken sich dann nicht nur auf den Darm, sondern können zu anderen chronisch entzündlichen Erkrankungen führen, wie z. B. Arthritis oder Herzkrankheiten."

Wer daher seinen Darm gesund hält und darauf achtet, kein Leaky Gut Syndrom zu entwickeln, schützt sich vor ernsthaften Krankheiten (2).

Beim Leaky Gut Syndrom wird die Darmschleimhaut – die normalerweise nur Nährstoffe in den Blutkreislauf lässt – auch durchlässig für Giftstoffe und schädliche Mikroorganismen, was nun wiederum das Immunsystem alarmiert, so dass es zu Überreaktionen, zu Entzündungen und sogar zu Autoimmunerkrankungen kommen kann.

Warum Brokkoli den Darm schützen kann

Laut Perdew sei die Schlüsselfigur in diesem Prozess ein Rezeptor im Darm, der sich Aryl-Hydrocarbon-Rezeptor nennt. Dieser Rezeptor hilft dem Körper bei der Regulation seiner Reaktionen auf bestimmte Umweltgifte.

Die Forscher, die ihre Erkenntnisse im Journal of Functional Foods veröffentlichten, erklärten, dass die Gemüse aus der Familie der Kreuzblütengewächse (Rosenkohl, Kohl, Senf, Kresse und eben auch Brokkoli) Pflanzenstoffe enthalten, sog. Senfölglycoside. Dazu zählt das oben erwähnte Glucoraphanin, das unter Einwirkung der Myrosinase dann zu Sulforaphan wird.

Ein anderes Senfölglycosid ist Indol-3-Carbinol. Unter Einwirkung der Magensäure wird es zum aktiven Wirkstoff DIM (Diindolylmethan) und zu kleinen Anteilen zum noch aktiveren Indolcarbazol (ICZ).

Zu DIM lesen Sie alles in unserem Artikel DIM aus Kohlgemüse: Natürlicher Krebshemmer.

ICZ wiederum kann sich an die Aryl-Hydrocarbon-Rezeptoren der Darmschleimhaut binden und dort für den Erhalt eines gesunden Gleichgewichts in der Darmflora sorgen, für ein starkes Immunsystem und dafür, dass die Darmschleimhaut für schädliche Stoffe undurchlässig bleibt.

Krankheiten wie verschiedene Krebsformen oder auch Morbus Crohn, eine chronisch entzündliche Erkrankung, die sich in einer entzündeten Darmschleimhaut zeigt, werden dann weniger wahrscheinlich (1).

3,5 Tassen Brokkoli pro Tag sind nötig!

Perdew erklärte zwar, dass eine übermäßige und womöglich systemische (den ganzen Körper betreffende) Aktivierung dieser Rezeptoren problematisch sei, dass aber die brokkolibedingte lokale Aktivierung der Rezeptoren ausschließlich im Darm keinerlei Probleme mit sich bringe.

"Dioxin beispielsweise aktiviert die Rezeptoren übermäßig, was zu schädlichen Auswirkungen führt", so Perdew. "Wir interessierten uns daher für Möglichkeiten einer lokalen Aktivierung im Darm – und zwar auf natürliche Weise."

Die Forscher hatten für ihre Studie Mäuse eingesetzt. Die schützende Wirkung zeigte sich bereits, wenn die Ernährung zu 15 Prozent aus Brokkoli bestand. Beim Menschen würde diese Menge etwa 3,5 Tassen pro Tag entsprechen.

* Hier finden Sie unseren Kochkurs für einen gesunden Darm.

Rosenkohl schützt den Darm noch besser als Brokkoli

Das klingt zwar nach sehr viel, so Perdew, in Wirklichkeit sei es das aber nicht. Inzwischen gibt es Brokkolisorten, die höhere Gehalte an Senfölglycosiden aufweisen als andere. In der Studie aber wurde sogar eine Sorte verwendet, die eher wenig dieser Stoffe enthielt.

Da Rosenkohl noch mehr Senfölglycoside enthält als Brokkoli, würde davon bereits eine Tasse pro Tag ausreichen, um an die erforderliche Pflanzenstoffmenge zu gelangen.

(Eine Tasse entspricht einem Fassungsvermögen von 240 ml, wobei das jeweilige Gemüse klein geschnitten eingefüllt wird).

Oft wird Menschen mit entzündlichen Darmerkrankungen von sehr ballaststoffreichen Lebensmitteln abgeraten. Im Gegensatz zu z. B. Haferflocken (10 Prozent Ballaststoffe), Vollkornbrot (6 Prozent Ballaststoffe) oder Sonnenblumenkernen (auch 6 Prozent) liefert Brokkoli nur knapp 3 Prozent Ballaststoffe und darüber hinaus sehr leicht verdauliche Ballaststoffe, so dass er selbst zu einer ballaststoffärmeren Ernährung passen würde.

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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