Fastfood: Qualität nimmt weiter ab
Seit den 1950er Jahren wird Fastfood serviert, besonders in den einschlägigen Food-Ketten. Ob Burger, frittierte Hühnchenfleisch- und Fischzubereitungen oder zucker- und fettreiche Desserts – die typischen Gerichte sind bekannt für ihren schlechten Einfluss auf die Gesundheit der Konsumenten.
Sie bestehen zu großen Teilen aus stark verarbeiteten Fleisch- und Milchprodukten sowie aus Nahrungsmitteln, die besonders durch ihre “leeren Kalorien” glänzen, sprich Weißmehl und Zucker.
Damit tragen sie enorm zur derzeitigen Übergewichts- und Adipositasepidemie bei und erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und viele weitere chronisch-entzündliche Zivilisationserkrankungen.
Trotz Apfelschnitze und Bio-Milch: Fastfood bleibt ungesund!
Zwar bemühen sich die Schnellrestaurants immer wieder um gewisse Verbesserungen in der Auswahl oder Rezeptur ihrer Menüs, das Gesamtergebnis fällt jedoch trotz „Bio-Apfeltüte“ (in Plastik verpackte konservierte Apfelschnitze), „Frucht-Quatsch“ (in Plastik verpackte pasteurisierte Früchte), Bio-Milch und Mineralwasser eher negativ aus.
Denn der Blick auf die Zutatenliste lässt gesundheitsbewussten Verbrauchern fast schon das Blut in den Adern gefrieren:
Die Hauptzutaten sind Weizenauszugsmehl, verarbeitete Fleisch- und Milcherzeugnisse, Öle und Fette, Zucker in verschiedenen Varianten (z. B. Dextrose, Glucose-Fructose-Sirup, Karamelzuckersirup), Verdickungsmittel, Zitronensaftkonzentrat, Mehlbehandlungsmittel, Emulgatoren, Säureregulatoren, Stabilisatoren, Aromen, Schmelzsalze, Nitritpökelsalze usw. – eine Liste, die zu Beginn der Fastfood-Ära keinesfalls länger war. An der Zutatenauswahl hat sich also nichts geändert.
Studie: Fastfood ist ungesünder denn je!
In einer Studie, die Ende Februar 2019 im Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics veröffentlicht wurde, ergab sich sogar, dass das heutige Fastfood ungesünder denn je ist (1) – und das, wo die Schnellrestaurant-Ketten seit Jahren immer wieder ankündigen, insbesondere für Kinder gesündere Alternativen anbieten zu wollen.
Bis auf die bereits oben genannten findet man jedoch im Angebot der Schnellrestaurants eigentlich nichts, das man guten Gewissens seinen Kindern bestellen könnte. Und für einen Salat ohne Dressing – der ebenfalls im Angebot ist, weil viele Leute das Dressing aus Zucker, Salz und Konservierungsmitteln nicht so lecker finden – muss man wahrlich nicht essen gehen.
Größere Portionen, mehr Kalorien und mehr Salz
Die Forscher der genannten Studie analysierten nun die Auswahl, Portionsgrößen und den Nährstoffgehalt von Hauptspeisen, Beilagen und Desserts in den zehn beliebtesten Schnellrestaurant-Ketten der USA (z. B. Burger King, McDonald’s, Wendy’s, Jack in the Box) – und zwar über einen Zeitraum von drei Jahrzehnten hinweg (1986 bis 2016).
Zweifelsohne nahm die Auswahl an Gerichten dort in den letzten 30 Jahren deutlich zu, allerdings auch deren Portionsgrösse und ihr Kaloriengehalt. Den größten Kalorienzuwachs gab es im Bereich der Desserts. Dort stieg der Kaloriengehalt seit den 1980er Jahren um durchschnittlich 180 kcal pro Portion. Und Hauptmahlzeiten liefern heute fast 100 kcal mehr als einst (2).
Auch der Salzgehalt der Speisen stieg – und zwar bei allen zur Auswahl stehenden Gerichten. Je höher der Salzgehalt jedoch ist, umso größer wird der Durst und umso mehr zuckerreiche Softdrinks werden getrunken, gleichzeitig erhöht ein hoher Salzgehalt die Lust auf Desserts, so dass Salz über diesen Umweg ein merklicher Risikofaktor für Übergewicht darstellt.
Mitursache für Übergewicht und chronische Erkrankungen
„Da Fastfood so beliebt ist und daher häufig gegessen wird, liegt der Verdacht nahe, dass die wachsenden Portionen und der steigende Kaloriengehalt merklich zum derzeit so weit verbreiteten Übergewicht und den nicht minder weit verbreiteten chronischen Erkrankungen beitragen“, sagte die Studienleiterin Megan McCrory, Professorin an der Boston University in Massachusetts.
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Mehr Calcium im Fastfood
McCrory und ihr Team stellten jedoch auch fest, dass heutiges Fertigfood mehr Calcium und auch etwas mehr Eisen enthält als einst. Calcium sei in größeren Mengen nun in Hauptspeisen und Desserts enthalten, während der Eisengehalt in Desserts gestiegen sei.
Vermutlich ist es der verstärkte Einsatz von Käse in den Burgern, der zum höheren Calciumgehalt in den Hauptspeisen führte. Und da es früher nicht annähernd so viele Milchshakes im Angebot gab, wundert auch im Dessert-Bereich der höhere Calciumgehalt nicht. Was jedoch das Eisen betrifft, so werden Desserts in den USA vermutlich damit angereichert, da die Zutatenlisten von z. B. McDonald‘s in Deutschland keine nennenswerten Eisenquellen zutage fördern.
Calcium allein ist kein Garant für Gesundheit
Wer nun jedoch glaubt, seinen Knochen etwas besonders Gutes zu tun, wenn er das calciumreiche Fastfood verspeist, hat sich getäuscht. Die anderen Zutaten sorgen dafür, dass die Knochen (und alle anderen Organe) mehr leiden als profitieren.
Denn schon allein ein Milchshake aus dem Schnellrestaurant besteht zu großen Teilen aus Zucker und der dazu servierte Schokosirup braucht gar vier verschiedene Zuckerarten, um den süßen Heißhunger der Konsumenten zu befriedigen.
Steigen Sie aus der Fastfood-Falle aus!
Nichtsdestotrotz essen in den USA laut Daten der Centers for Disease Control and Prevention über 36 Prozent der Erwachsenen täglich im Schnellrestaurant oder holen sich dort ihre Mahlzeit ab (3).
Schlimmer noch: Gemäß einer Studie der University of Connecticut (2018) kaufen 74 Prozent der Eltern ihren Kindern bei einem Schnellrestaurantbesuch ungesunde Getränke und Snacks – auch dann, wenn es eine gesündere Alternative gibt (4).
Fastfood ist eine Art Suchtmittel. Denn genauso wie die erste Zigarette nicht schmeckt, schmeckt auch Fastfood im Grunde so lange nicht, bis man sich daran gewöhnt hat – und sich dann einbildet, es sei lecker. Steigen Sie aus der Fastfood-Falle aus!