Zentrum der Gesundheit
  • Fleischabteilung
2 min

Wie Fleisch Krebs verursacht

Fleisch kann das Risiko für Krebs erhöhen. Lange Zeit glaubte man, nur verarbeitete Fleischprodukte – also Wurst und Würstchen – erhöhen das Krebsrisiko. Jetzt hat man jedoch auch im unverarbeiteten Fleisch einen Stoff entdeckt, der zu den Krebsverursachern gehören könnte.

Aktualisiert: 01 Juli 2024

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Fleisch erhöht die Krebsgefahr

Der Verzehr von insbesondere rotem Fleisch wird schon seit längerer Zeit in Verbindung mit diversen gesundheitlichen Problemen wie Krebs gebracht. Dass Wurst und Co zu den krebserregenden Nahrungsmitteln gehören, gilt dabei als erwiesen. Besonders Dickdarm- und Magenkrebs treten häufiger auf, wenn man gerne die genannten tierischen Produkte isst. Genauso aber auch Lungen- und Leberkrebs.

Als Verursacher kommen krebserregende Nitrosamine in Frage, die sich bevorzugt aus dem in Wurstwaren vorhandenen Nitrit entwickeln können. Weitere mögliche Problemstoffe besprechen wir hier: Krebs durch Fleischverzehr

Prof. Ajit Varki und sein Team von der University of California, San Diego School of Medicine haben nun einen weiteren potentiell krebserregenden Stoff im Fleisch ausfindig gemacht.

Krebserregend: Der Stoff Neu5Gc

Rotes Fleisch enthält ein Kohlenhydrat namens Neu5Gc. Dieses Kohlenhydrat kommt in den meisten tierischen Organismen, nicht jedoch im menschlichen Körper vor. Die kalifornischen Forscher vermuten, dass Neu5Gc für das steigende Krebsrisiko durch Fleischverzehr verantwortlich sein könnte.

In ihrer Untersuchung kamen spezielle Mäuse zum Einsatz, die kein Neu5Gc im Körper haben – genau wie Menschen – und deren Organismen daher auch ähnlich wie menschliche Körper auf das Kohlenhydrat reagieren.

Die Tiere erhielten Fleischsorten (Rind, Schwein, Lamm), die besonders viel Neu5Gc enthalten. Nun zeigte sich, dass das Neu5Gc über die Blutbahn ins Gewebe transportiert wird und sich dort ablagert – mit ungünstigen Folgen, wie der Studienverlauf zeigte.

Obwohl die Mäuse keinen weiteren Krebsauslösern ausgesetzt waren, entwickelten viele von ihnen nach dem Verzehr des Neu5Gc-haltigen Fleischs spontan Lebertumoren. Die Leber ist ein Organ, in dem sich Neu5Gc bevorzugt ablagert. Die dort im Laufe der Studie entstandenen Tumoren enthielten nachweislich Neu5Gc. Insgesamt erhöhte sich die Krebsgefahr um das Fünffache im Vergleich zu einer Neu5Gc-freien Nahrung.

Mehr chronische Entzündungen

Prof. Varki und seine Kollegen erklären, dass der Organismus das Neu5Gc als Fremdkörper identifiziert und wie bei einer Immunreaktion Antikörper dagegen bildet ( 1 )

Beim nächsten Fleischverzehr erkennt das Immunsystem den Fremdkörper wieder. Es kommt zur erneuten Antikörperbildung sprich Immunreaktion und daraufhin zu Entzündungen. Wenn nun immer wieder, ja bei vielen Menschen nahezu täglich fleischhaltige Speisen auf dem Teller landen, entwickeln sich schnell unmerkliche, aber chronische systemische Entzündungen. "Systemisch" bedeutet: Den gesamten Körper betreffend.

Entzündungen aber, die im gesamten Körper kursieren, können langfristig äusserst negative Folgen für die Gesundheit haben. So lösen sie nicht nur, wie in dieser Studie, Krebs aus. Auch die Entstehung von Arteriosklerose und Diabetes Typ 2 kann die Folge chronischer Entzündungen sein. Höchstwahrscheinlich spielt daher auch bei diesen Krankheiten der regelmässige Verzehr von Neu5Gc eine ursächliche Rolle.

Höheres Risiko für eine Fettleber

Eine Fettleber wird zwischenzeitlich ebenfalls mit Fleischverzehr in Verbindung gebracht. Im Jahr 2017 berichteten Forscher, die Rotterdam Study habe ergeben, dass die Wahrscheinlichkeit eine Fettleber zu entwickeln, umso grösser war, je mehr tierische Proteinquellen die Betroffenen zu sich nahmen.

Wer sich hingegen bevorzugt pflanzlich ernährte, hatte ein deutlich geringeres Risiko, je an einer Fettleber zu erkranken. Gerade das Vorhandensein einer Fettleber jedoch kann nun wieder ganz erheblich das Risiko erhöhen, an einem Diabetes zu erkranken. Fleisch scheint also über verschiedene Wege zu Diabetes führen zu können – einerseits über die Steigerung der Entzündungswerte und andererseits über die Fettleber.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier: Fettleber durch tierisches Protein

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.