Granatapfel – Ein uraltes Heilmittel
Der Granatapfel stammt ursprünglich aus Indien und dem Iran. Er zählt zu den ersten Früchten, die je kultiviert wurden. Als er nach Europa kam, waren die Menschen dort sofort fasziniert von seiner vollendeten Form und seinem besonderen Aroma. Schnell fand er deshalb Eingang in die Küche und in die Mythologie.
Doch der Granatapfel ist auch ein uraltes Heilmittel, das seit Jahrtausenden ein Symbol für die Schönheit und das ewige Leben ist.
In der indischen Ayurveda-Medizin ist die rote Frucht noch heute ein Bestandteil zahlreicher Rezepturen und wird aufgrund seiner antientzündlichen Wirkung vielfach eingesetzt, beispielsweise bei Durchfall, Geschwüren, Zahnfleischproblemen, aber auch bei Bluthochdruck.
Mehr zur blutdrucksenkenden Wirkung des Granatapfels lesen Sie im Artikel Granatapfelsaft senkt den Blutdruck.
Warum ist die rote Frucht so gesund?
In Hinblick auf den Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen ist der Granatapfel kein Wunder der Natur. Dafür ist die Frucht überaus reich an sekundären Pflanzenstoffen. Dazu gehören insbesondere die Ellagitannine, die in den essbaren Samen in besonders hoher Konzentration enthalten sind.
Diverse Studien ( der Prävention von Infektionskrankheiten, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen dienen ) haben gezeigt, dass Ellagitannine gegen Entzündungen und freie Radikale wirken und vor Demenz schützen (3). Dabei decken sich die Erkenntnisse der Forschung vielfach mit den Anwendungen des Paradiesapfels in der traditionellen Medizin.
Granatäpfel stoppen den Alterungsprozess
Schweizer Forscher haben im Jahr 2019 eine bahnbrechende Studie veröffentlicht. Denn sie konnten erstmals am Menschen nachweisen, dass der Granatapfel Alterungsprozessen entgegenwirkt (1).
Verantwortlich dafür ist der Stoff Urolithin A. Anders als oft angegeben wird, steckt dieser aber nicht in der Frucht selbst und in keinem anderen Lebensmittel. Denn Urolithin A wird von den Darmbakterien aus Ellagitanninen gebildet.
An der Studie nahmen 60 ältere Probanden teil, die in vier Gruppen eingeteilt wurden. Sie bekamen täglich für 28 Tage entweder 250, 500 oder 1.000 Milligramm Urolithin A oder ein Placebo. Nebenwirkungen traten keine auf. Daraufhin stellten die Wissenschaftler fest, dass Urolithin A das Wachstum der Mitochondrien ankurbelt.
Mitochondrien sind winzige Organellen innerhalb der Körperzellen, die uns mit Lebensenergie versorgen. Sie werden mit dem Älterwerden immer weniger aktiv, was zur alterstypischen Energielosigkeit und Schwäche führt. Doch Urolithin A ist in der Lage, die Mitochondrien wieder zu aktivieren. Dadurch kann beispielsweise eine altersbedingte Muskelschwäche verbessert werden.
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Ein Glas Granatapfelsaft pro Tag wirkt Wunder
Nun wird bereits fieberhaft daran gearbeitet, ein Präparat mit dem Wirkstoff Urolithin A auf den Markt zu bringen. Dabei könnte man natürlich auch einfach die Frucht regelmässig essen oder ihren Saft trinken. Denn sie liefert dem Körper schliesslich Ellagitannine und somit die Ausgangssubstanz für Urolithin A.
Viele Studien konnten bereits zeigen, dass die rote Frucht und die daraus hergestellten Säfte und Extrakte ein sehr grosses medizinisches Potenzial sowie einen Anti-Aging-Effekt aufweisen. Es ist somit keinesfalls notwendig, auf einen einzelnen Wirkstoff zurückzugreifen.
Der Paradiesapfel selbst bietet im Vergleich zu einem Präparat mit Urolithin A überdies einen entscheidenden Vorteil. Denn hier herrscht ein Zusammenspiel unterschiedlichster Inhaltsstoffe vor, die sich ergänzen und in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken (4).
Laut jener Studien, die im oben verlinkten Artikel vorgestellt werden, hilft die Frucht sehr gut bei Bluthochdruck, Arthritis, Diabetes und Sarkoidose, wenn man täglich ein grosses Glas des Safts (330 ml) trinkt – idealerweise auf zwei Portionen verteilt.