Zentrum der Gesundheit
  • Frau hat viele Süssigkeiten auf dem Tisch
3 min
Kommentare

Schwanger und Zucker - Schlecht für das Kindergehirn

Wenn Frauen in der Schwangerschaft reichlich Zucker konsumieren, dann wirkt sich das äusserst negativ auf das Gehirn ihres künftigen Kindes aus. Zucker scheint die Entwicklung kognitiver Fähigkeiten zu beeinträchtigen.

Stand: 10 Mai 2026
🔍
Sie finden alle im Laufe des Artikels genannten weiterführenden Artikel, wenn Sie die jeweiligen Titel oder auch einzelne Suchbegriffe daraus in unser Suchfeld eingeben.

Zucker beeinträchtigt kognitive Entwicklung beim Kind

Zucker kann viele negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Besonders anfällig sind Kinder. Wir haben bereits auf unserer Seite berichtet, dass ein hoher Zuckerkonsum in der Schwangerschaft beim Kind das Risiko für Allergien und Asthma erhöhen kann.

Jetzt hat sich in einer Studie gezeigt, dass Zucker – ob in der Schwangerschaft oder vom Kind selbst verzehrt – auch die kognitive Entwicklung des Kindes beeinträchtigen kann.

Obst genauso schädlich wie gesüsste Getränke?

Da besonders gesüsste Getränke für einen hohen Zuckerkonsum verantwortlich sind, konzentrierten sich die Forscher rund um Studienleiterin Juliana F.W. Cohen von der Harva rd T.H. Chan School of Public Health in Boston auf diese Lebensmittelgruppe.

Aber auch der Einfluss von Obst auf die kindliche Entwicklung wurde untersucht, um zu sehen, ob sich auch der darin enthaltene Fruchtzucker negativ auswirken könnte. Veröffentlicht wurde die Studie im American Journal of Preventive Medicine .

Zucker verschlechtert die kognitive Entwicklung des Kindes in allen Bereichen

Die Wissenschaftler überprüften zunächst die Ernährung von 1.000 schwangeren Frauen. Nach der Geburt wurde geschaut, wie die Kinder in den ersten Jahren ernährt wurden. Anschliessend untersuchte man, wie sich die kognitiven Fähigkeiten der Kinder entwickelt haben – und zwar im Alter von drei und sieben Jahren. Dabei ergaben sich die folgenden Erkenntnisse:

Je mehr Zucker die schwangeren Frauen konsumierten (insbesondere in Form gezuckerter Getränke), umso schlechter hatten sich die kognitiven Fähigkeiten ihrer Kinder entwickelt. Sie verfügten über ein schlechteres verbales Erinnerungsvermögen und auch über eine weniger gut ausgeprägte non-verbale Intelligenz.

Auch die allgemeine Intelligenz der Kinder schien reduziert, wenn ihre Mütter viel Zucker zu sich nahmen. Sie schnitten bei verbalen wie non-verbalen Aufgaben schlechter ab.

Je mehr Softdrinks die Mütter konsumierten, umso schlechter ausgebildet waren überdies die feinmotorischen Fähigkeiten, die visuell-räumlichen und die visuell-motorischen Fähigkeiten in der frühen Kindheit (im Alter von drei Jahren) und die verbalen Fähigkeiten im Alter von sieben Jahren.

Konsumierten die Kinder gesüsste Getränke, zeigten sich auch bei ihnen dadurch schlechter ausgebildete verbale Fähigkeiten.

Fruchtzucker aus Obst ist kein Problem

Wenn die Kinder jedoch in der frühen Kindheit (1 – 3 Jahre) viele frische Früchte erhielten, waren ihre kognitiven Fähigkeiten in vielen Bereichen deutlich besser ausgebildet (1). Fruchtsäfte jedoch hatten nicht diese positiven Auswirkungen.

Frisches Obst ist also nicht annähernd mit Fertigsäften oder gar mit Softdrinks zu vergleichen. Früchte sind gesund, auch wenn sie – genau wie die beiden Getränkegruppen – Fruchtzucker enthalten. Es kommt auf das Gesamtpaket an – und Früchte bestehen bekanntlich nicht nur aus Wasser und Fruchtzucker, Softdrinks hingegen schon, wobei letztere auch noch weitere Zusätze zur Konservierung, Stabilisierung und Geschmacksverbesserung enthalten.

Sind Sie ein Zuckerjunkie, obwohl Sie nie naschen?

Oft heisst es, gemässigte Zuckermengen seien überhaupt kein Problem. Nur ein wirklich hoher Zuckerkonsum bringe gesundheitliche Nachteile mit sich. Beim Begriff „hoher Zuckerkonsum“ fühlen sich die meisten Menschen jedoch gar nicht angesprochen, da sie glauben, nur sehr wenig Zucker zu verzehren.

Zucker aber befindet sich nicht nur in der Zuckerdose, die man zum Süssen von Kaffee und Tee oder zum Kuchenbacken nutzt. Ja, selbst dann, wenn man selbst überhaupt keinen Zucker verwendet und auch keine Süssigkeiten wie Schokolade oder Bonbons nascht, kommt man bei einer herkömmlichen Ernährung problemlos auf täglich 100 Gramm Zucker und mehr.

Denn Zucker steckt in fast allen Fertigprodukten – ob süss oder herzhaft. Empfohlen wird jedoch, nicht mehr als 25 Gramm Zucker pro Tag zu sich zu nehmen. Ein Ding der Unmöglichkeit, wenn man regelmässig auf Fertigprodukte zurückgreift. So können sie jedoch auch basisch naschen.

Zuckerreiche Lebensmittel, die keine Süssigkeiten sind

Besonders zuckerreich sind Milchprodukte (fettarme Fruchtjoghurts, Joghurtdrinks, Buttermilchdrinks etc.), Frühstückscerealien (Müsli, Frosties & Co.), Dosenobst, Fertigsmoothies, Müsliriegel, Heringsalat, Krautsalat, Gewürzgurken, Ketchup, Dips, Dressings, Rotkohl im Glas, Instantkaffeegetränke, manche Wurstsorten, Softdrinks, Säfte und viele weitere Lebensmittel mehr.

Bei dieser Aufzählung sind also Desserts, Kuchen, Fruchtgummis, Schokolade, Marmelade und andere süsse Brotaufstriche etc. noch gar nicht dabei. Nascht man zusätzlich noch ab und zu, dann kann man problemlos 150 bis 200 Gramm Zucker pro Tag erreichen.

Unter „Zucker” wird jeder industriell eingesetzte Zucker verstanden, ganz gleich ob Saccharose (Haushaltszucker), Glucosesirup, fructosereicher Maissirup (HFCS) oder andere Zuckerformen. Süssstoffe und Zuckeraustauschstoffe zählen nicht zu den Zuckerformen.

Mögliche Zuckeralternativen haben wir auf unserer Seite vorgestellt, doch sollten auch diese wirklich nur in gemässigten Mengen verzehrt werden: Sieben gesunde Süssungsmittel

Ohne Zucker die kognitive Entwicklung der Kinder fördern

Mütter können also bereits in der Schwangerschaft sehr viel dafür tun, dass sich ihre Kinder im späteren Leben zu intelligenten und erfolgreichen Menschen entwickeln. Dazu gehört – laut vorliegender Studie – gesüsste Getränke unbedingt zu meiden. Das ideale Getränk ist Wasser. Sollten Sie bereits zu sehr süsse Getränke gewöhnt sein, dann haben wir für Sie auf unserer Seite gesunde Alternativen vorgestelllt: Erfrischende gesunde Getränke und Vitaminwasser

Wenn es Ihnen schwer fällt, Ihren Zuckerkonsum zu reduzieren, wird es Zeit für einen Zuckerentzug – Ihrer Gesundheit und Ihren Kindern zuliebe!

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

Transparenz-Hinweis: Um unser Informationsangebot für Sie kostenfrei zu halten, verwenden wir Affiliate-Links (*). Bei einem Kauf erhalten wir eine kleine Provision - ohne Mehrkosten für Sie. Mehr erfahren

Lesen Sie uns gerne? Legen Sie Zentrum der Gesundheit mit einem Klick als bevorzugte Quelle bei Google fest und erhalten Sie unsere Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen.

War dieser Artikel hilfreich für Sie?

Wir investieren viel Zeit und Sorgfalt in unsere Artikel. Wenn Ihnen unsere Arbeit gefällt, freuen wir uns über eine kurze Bewertung bei Trustpilot.

★★★★★
Jetzt bewerten
Kürzlich gestellte Fragen