Zusatzstoffe in Lebensmitteln sind allgegenwärtig
In vielen westlichen Ländern sind stark verarbeitete Lebensmittel fester Bestandteil der Ernährung. Egal ob Fertigsaucen, Süssigkeiten, Softdrinks oder Snacks – überall stecken Zusatzstoffe. Sie machen Speisen haltbarer, ansehnlicher, süsser oder cremiger.
Offiziell gelten sie als sicher, doch das Beispiel Titandioxid zeigt, dass man sich darauf nicht verlassen sollte. Der Zusatzstoff galt jahrelang als unbedenklich, bis er 2022 EU-weit in Lebensmitteln verboten wurde.
Lesen Sie die Details dazu in unserem Artikel Titandioxid ist nun doch gefährlich.
Seit Jahren tauchen immer mehr Hinweise auf, dass sich auch andere Zusatzstoffe negativ auswirken, z. B. auf die Darmflora.
Forscher haben daher 2025 eine Übersichtsarbeit zum aktuellen Stand der Dinge veröffentlicht – und zwar konkret zur Wirkung von Zusatzstoffen auf den Darm (1).
Zusatzstoffe: Risiken für die Gesundheit
Die Forscher analysierten zahlreiche Studien, in denen häufig verwendete Zusatzstoffe und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit untersucht wurden.
Obwohl die nachfolgenden Ergebnisse grösstenteils aus Tierstudien stammen, sehen die Autoren Handlungsbedarf. Der Einsatz von Zusatzstoffen sollte von den Behörden kritischer überprüft werden.
Farbstoffe machen Darmwand durchlässig
Künstliche Farbstoffe beispielsweise machen die Darmwand durchlässiger und verändern die Darmflora ungünstig. Entzündungszeichen im Darm nehmen zu und bereits bestehende Entzündungen verschlimmern sich.
Beispiele für solche Farbstoffe sind Allura Red (E129), Tartrazin (E102), Sunset Yellow (E110), Brilliant Blue (E133) und Titandioxid (E171).
Titandioxid ist zwar mittlerweile in Lebensmitteln verboten, nicht aber in Medikamenten, Zahnpasta und Kosmetikprodukten. Die übrigen Stoffe kommen typischerweise in Frühstücksflocken, Süssigkeiten, Softdrinks und Snacks vor.
Süssstoffe schaden nützlichen Bakterien
Bei einigen Süssstoffen zeigten Studien ungünstige Blutzuckerreaktionen und Veränderungen der Darmflora – nützliche Bakterien wurden weniger. Zudem verstärkten Süssstoffe Darmentzündungen.
Beispiele sind Aspartam (E951), Saccharin (E954), Sucralose (E955), Acesulfam-K (E950), Neotam (E961) und Advantam (E969). Sie kommen in Light- und Zero-Getränken, Desserts, Milchprodukten und Kaugummi vor.
Emulgatoren reduzieren Bakterienvielfalt
Emulgatoren führten in Studien zu Entzündungen, reduzierten die Bakterienvielfalt im Darm und verringerten die Menge an kurzkettigen Fettsäuren im Darm. Letztere gelten als ausserordentlich wichtig. Sie wirken entzündungshemmend und versorgen die Zellen der Darmschleimhaut mit Energie.
Beispiele für solche Stoffe sind Carboxymethylcellulose/CMC (E466) und Polysorbat-80 (E433). Sie werden häufig in Saucen und Dressings, Backwaren, Desserts und Eis verwendet.
Verdickungsmittel machen Darm empfindlicher
Verdickungsmittel führen zu einer Zunahme von Bakterien, die die schützende Schleimschicht im Darm abbauen. Der Darm wird somit empfindlicher und reagiert schneller mit Entzündungen.
Beispiele für Verdickungsmittel sind Maltodextrin (MDX) und Carrageen (E407). Maltodextrin ist häufig in Getränke- und Saucenpulvern sowie Süsswaren enthalten. Carrageen kommt in aromatisierten Milchprodukten, Getränken und Backwaren vor.
Konservierungsmittel bringen Darmflora aus der Balance
Bestimmte Konservierungsmittel konnten das Gleichgewicht der Darmflora stören. Während einige nützliche Bakterien schlechter wuchsen, nahmen schädliche Bakterien Überhand.
Zu diesen Konservierungsstoffen zählen z. B. Natriumbenzoat (E211), Natriumnitrit (E250) und Kaliumsorbat (E202).
E211 kommt vor allem in Softdrinks vor, E250 hauptsächlich in verarbeiteten Fleischwaren und E202 in Säften und Joghurts.
Fazit: Meiden Sie Produkte mit Zusatzstoffen!
Die Übersichtsarbeit macht deutlich, dass Zusatzstoffe in verarbeiteten Lebensmitteln die Darmgesundheit belasten können – besonders bei regelmässigem Konsum. Wenn Sie daher Ihren Darm schützen möchte, prüfen Sie vor dem Kauf die Zutatenliste und meiden Sie entsprechende Lebensmittel!
* Hier finden Sie unseren Kochkurs für einen gesunden Darm
Setzen Sie stattdessen auf frische, natürliche Zutaten. Was sich sonst noch negativ auf den Darm auswirkt, können Sie im Artikel Neun Dinge, die Ihrer Darmflora schaden, nachlesen.
Wenn Sie Ihre Darmflora gezielt aufbauen möchten, erfahren Sie alles Wichtige dazu im Artikel Darmflora aufbauen – Anleitung und Tipps.
* Sehr gut unterstützt dabei ein hochwertiges Probiotikum, z. B. Combi Flora.