Alkohol und das Risiko für Brustkrebs
Schon im Jahr 1987 stufte man Alkohol als krebserregende Substanz (5) ein. Zwanzig Jahre später galt der Zusammenhang zwischen Alkohol und Brustkrebs als anerkannt. Allerdings bezog sich dies auf das Trinken größerer Alkoholmengen. Ob ein gemäßigter Alkoholkonsum ebenfalls als Brustkrebsursache in Frage kommen könnte, wusste man jedoch bislang nicht.
Forscher der Research Society on Alcoholism widmeten sich daraufhin genau dieser Thematik. Ihr ausführlicher Review aus dem Jahr 2016 zeigte, dass auch das Trinken kleiner Alkoholmengen das Brustkrebsrisiko erhöhen kann (1). Denn Alkohol wirkt gleich über mehrere Schadmechanismen krebserregend:
Alkohol beeinflusst einerseits den Hormonhaushalt negativ, so dass sich leichter ein hormonbedingter Brustkrebs einstellen kann. Andererseits entstehen bei der Verstoffwechslung des Alkohols krebserregende Stoffe.
Und drittens hemmt Alkohol bestimmte Zellstoffwechselwege, die ohne die Gegenwart von Alkohol die Krebsentstehung unterdrücken könnten.
Schon geringe Mengen Alkohol erhöhen Brustkrebsrisiko
Die Wissenschaftler untersuchten 15 Meta-Analysen. Davon zeigten 13, dass Alkohol auch in kleinen Mengen das Risko auf Brustkrebs erhöht. Die Forscher konnten darlegen, dass allein im Jahr 2012 schätzungsweise 144.000 Brustkrebsfälle und 38.000 brustkrebsbedingte Todesfälle auf Alkohol zurückzuführen waren.
Fast 19 Prozent dieser Brustkrebsfälle und 17,5 Prozent der Todesfälle betrafen Frauen, die nur wenig Alkohol tranken (2).
Der heute fast schon gewohnheitsmäßige Konsum von Alkohol sowohl in der Gesellschaft als auch zu Hause ist daher ein maßgeblicher Risikofaktor für die Entstehung von Krebs, auch dann, wenn man nur wenig trinkt.
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Alkoholwirkung hängt von der persönlichen Entgiftungsfähigkeit ab
Vermutlich hängt es von der persönlichen Entgiftungsfähigkeit ab, ob Alkohol schon in geringen Mengen schädlich wirkt, was erklärt, warum manche Menschen trotz ordentlichen Alkoholkonsums recht fit und munter sind, während sich andere schon nach einem Glas Sekt unwohl fühlen.
So weiß man beispielsweise auch, dass Menschen, die wenig Alkohol vertragen, also schon nach geringen Alkoholmengen Rauschsymptome zeigen, ganz offensichtlich Probleme damit haben, den Alkohol abzubauen. Sie leiden unter einer – meist genetisch bedingten – eingeschränkten Aktivität der alkoholabbauenden Enzyme in der Leber und können daher den Alkohol nicht sehr gut entgiften (3).
Diese Menschen haben gleichzeitig ein erhöhtes Risiko, eine Fettleber zu entwickeln (4) – wie Forscher der Kumamoto University in Japan berichten.
Fettleber auch bei geringem Alkoholkonsum
Eine Fettleber verläuft zunächst meist symptomlos, man spürt sie also nicht. Doch kann sie sich im Laufe der Jahre zu ernsten Lebererkrankungen weiterentwickeln.
So kann daraus eine Hepatitis entstehen (Leberentzündung) oder es können sich Vernarbungen bilden (Leberzirrhose). Ist letzteres der Fall, schlagen Therapien kaum noch an. Auch Diabetes Typ 2 kann sich leichter entwickeln, wenn eine Fettleber vorliegt.
Alkohol: Auch in kleinen Mengen nicht gesund
Seit Jahren wird immer wieder gesagt, gemäßigte Alkoholmengen hielten gesundheitliche Vorteile bereit, beispielsweise für das Herz-Kreislauf-System. Das aber ist höchstwahrscheinlich nicht der Fall, wie wir in unserem Artikel Alkohol in kleinen Mengen: nicht gesund erklären.
Falls doch, so trifft es vermutlich nur auf Rotwein und auch hier nur auf eine bestimmte Personengruppe zu, nicht aber für jedermann. Näheres dazu in unserem Artikel Wein ist nur für Sportler gesund.
Im Rotwein jedoch ist es nicht unbedingt der Alkohol, der gesund ist. Vielmehr sind es die sekundären Pflanzenstoffe aus der Traube, die sog. Polyphenole.
Sinnvoller wäre es da, die hilfreichen Stoffe des Rotweines ohne Alkohol zu sich zu nehmen, z. B. in Form entsprechender Nahrungsergänzungen, wie Traubenkernextrakt (OPC) oder Resveratrol.
Fazit: Alkohol besser meiden - nicht nur wegen des erhöhten Risikos für Brustkrebs
Insgesamt ist es empfehlenswert, Alkohol generell zu meiden oder ihn nur als Getränk für seltene Ausnahmen zu betrachten.
Denn neben Brustkrebs und einer Fettleber kann ein regelmäßiger Alkoholkonsum noch viel mehr gesundheitliche Schäden anrichten.
So hat sich in Studien beispielsweise gezeigt, dass schon das tägliche Feierabendbierchen die Zeugungsfähigkeit merklich vermindern kann - Näheres dazu in unserem Artikel Alkohol vermindert die Zeugungsfähigkeit.
Weitere Informationen zu Alkohol und seinen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit lesen Sie in unserem Artikel Alkohol – Die schädliche Wirkung.