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Komplementärtherapie bei Brustkrebs

Bei der Behandlung von Brustkrebs werden in der Regel konventionelle Behandlungsmethoden eingesetzt. Als Ergänzung dazu greifen aber mittlerweile auch viele Schulmediziner auf komplementäre (= begleitende) Therapien wie Yoga, Entspannungsmethoden und Akupunktur zurück. Diese zielen darauf ab, Begleitsymptome der Erkrankung und Nebenwirkungen der Behandlung zu lindern. Forscher aus den USA und Kanada untersuchten die beliebtesten Komplementärtherapien bei Brustkrebs auf Wirksamkeit und Sicherheit.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 30 Mai 2026
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Komplementärtherapie bei Brustkrebs

Viele Brustkrebspatientinnen möchten sich nicht nur mit den konventionellen Brustkrebs-Therapien behandeln lassen und wünschen sich begleitend zu Operationen, Chemotherapie und/oder Bestrahlung sog. Komplementärtherapien.

Komplementärtherapien sind Therapien, die sich – aus Sicht der Schulmedizin – nicht zur alleinigen Behandlung einer Krankheit eignen, sondern lediglich begleitend und zusätzlich (komplementär) eingesetzt werden.

Dies können Ernährungstherapien sein, spezielle Nahrungsergänzungsmittel, Phytotherapeutika (pflanzliche Mittel), energetische Methoden, aber natürlich auch Yoga oder Akupunktur.

Diese Komplementärtherapien sollen die Lebensqualität der Patientinnen verbessern, Nebenwirkungen der schulmedizinischen Behandlung lindern und deren Risiken minimieren.

Wissenschaftler verschiedener Universitäten und Institute aus den USA und Kanada ermittelten in einer grossangelegten Analyse von über 200 wissenschaftlichen Artikeln und Studien Wirksamkeit und Sicherheit von mehr als achtzig Komplementärtherapien bei Brustkrebs.

Alternativmedizin bei Brustkrebs: sicher und erfolgreich

Mit einer einzigen Ausnahme erwiesen sich sämtliche untersuchten Therapieformen als sicher.

Bei der Ausnahme handelte es sich um Acetyl-L-Carnitin. Es wird gelegentlich empfohlen, um das durch die Chemotherapie erhöhte Neuropathierisiko zu senken. Doch soll es stattdessen dieses Risiko noch weiter in die Höhe treiben.

Als besonders effektiv und gleichzeitig vollkommen risikofrei erwiesen sich hingegen Yoga, Meditation und Fantasiereisen. Sie erhielten die Note "sehr gut" für ihre Wirkung gegen Angstzustände und andere Stimmungsbeeinträchtigungen durch die Krebserkrankung.

Die Note "gut" erhielten die Entspannungsmethoden für ihren positiven Einfluss auf Stressempfinden, Depression und Müdigkeit.

Akupunktur begleitet Chemotherapie

Ähnlich empfehlenswert ist der Einsatz von Akupunktur bei der Chemotherapie. Bei den meisten Patientinnen lindert sie Übelkeit und Erbrechen – die typischen Nebenwirkungen der Chemo.

Dr. Heather Greenlee von der US-amerikanischen Columbia`s Mailman School of Public Health, Präsidentin der federführenden Society for Integrative Oncology (Gesellschaft für integrative Onkologie), betont, dass die anderen Therapien nicht unbedingt weniger wirksam sein müssten.

Es ist jedoch sehr schwierig, deren Wirksamkeit wissenschaftlich nachzuweisen, da sie in verschiedenen Erkrankungs- und Behandlungsstadien angewandt werden. Ausserdem fehlen häufig wissenschaftliche Kriterien zur Überprüfung der Effekte.

"Das bedeutet nicht, dass sie nicht wirken. Wir wissen nur noch nicht, in welcher Form und welche Dosis am effektivsten ist (1)", betont Dr. Greenlee.

Alternative Behandlungsmethoden bei Brustkrebs empfehlenswert

Da die komplementären Therapiemethoden nur ein sehr geringes Risiko aufweisen, gelten sie bei den Experten der aktuellen Analyse als äusserst ungefährlich.

Auch wenn es teilweise nicht möglich ist, die Wirksamkeit wissenschaftlich nachzuweisen, empfehlen die Forscher Medizinern und Patientinnen dennoch, gemeinsam ein Konzept mit komplementären Behandlungsmethoden zu erstellen.

Dazu sagt Dr. Greenlee:

"Es ist wichtig, die Empfehlungen anhand der klinischen Charakteristika und Werte der Patientinnen ganz individuell zu erstellen. Was für eine Patientin richtig ist, könnte für die andere falsch sein."

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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