Blutdruck steigt durch Salz
Bluthochdruck entsteht, wenn der Druck des Blutes gegen die Arterienwände so stark wird, dass dies zu negativen Veränderungen an den Blutgefässwänden und Schäden im Herzen führen kann. Das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt steigt – und die Lebenserwartung sinkt.
Mindestens 30 Prozent der erwachsenen Bevölkerung leiden an Bluthochdruck, so dass Blutdrucksenker längst echte Kassenschlager geworden sind.
Ja, man geht mittlerweile davon aus, dass annähernd die Hälfte der Erwachsenen bluthochdruckgefährdet ist (1) (ab Werten von 130/80 mmHg) – so die American Heart Association (AHA) und das American College of Cardiology.
Oft liesse sich der Blutdruck jedoch auch ohne Medikamente senken, nämlich schon dann, wenn die Ernährung verändert würde. Im Fokus der Wissenschaft steht hier häufig das Natrium. Lange Jahre hiess es, es erhöhe den Blutdruck.
Dann erschienen Untersuchungen, die ihm keinen Einfluss auf den Blutdruck bescheinigten. Die Erleichterung war jedoch nur von kurzer Dauer.
Sind Sie sensitiv oder resistent?
Inzwischen weiss man, dass es auf die Veranlagung des einzelnen Menschen ankommt, ob es nun den Blutdruck erhöhen kann oder nicht. Wir haben am Ende dieser Seite beschrieben, dass es salzsensitive Menschen gibt, bei denen ein zu hoher Konsum zu Bluthochdruck führt, und salzresistente Menschen, deren Bluthochdruck sich davon nicht beeinflussen lässt. Ein Versuch mit einer natriumarmen Ernährung gehört daher in jedes Therapiekonzept eines Bluthochdruckes.
Schädliche Wirkung kann von gesunder Ernährung nicht kompensiert werden
Nun könnte man denken, dass es schon nicht so schlimm sein wird, wenn man ansonsten auf eine gesunde Ernährung achtet und trotz hohen Konsums davon gleichzeitig viel Obst und Gemüse isst. Denn diese Lebensmittel gelten als eindeutig blutdrucksenkend. Weit gefehlt.
In einer Studie, die im Fachjournal Hypertensionerschien, zeigten Dr. Jeremiah Stamler von der Northwestern University in Chicago und seine Kollegen, dass eine gesunde Ernährung die schädlichen Folgen eines hohen Konsumes nicht kompensieren kann:
Die Wissenschaftler analysierten die Daten von 4.680 Männern und Frauen zwischen 40 und 59 Jahren. Es ergab sich, dass jene Teilnehmer, die viel davon verzehrten, auch mit einer höheren Wahrscheinlichkeit an Bluthochdruck litten als Teilnehmer, die wenig verwendeten (2). Es war dabei unerheblich, ob die Viel-Esser auch viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte verzehrten.
Es liess den Blutdruck unabhängig vom Obst- und Gemüse-Verzehr steigen. Die Wissenschaftler schlossen aus diesen Resultaten, dass der Verzehr grosser Mengen an Obst, Gemüse und Vollkorngetreide die negativen Effekte davon nicht ausgleichen kann.
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Beides steigt derzeit kontinuierlich
„Wir erleben gerade einen weltweit viel zu hohen Salzverzehr – und gleichzeitig eine Bluthochdruck-Epidemie. Unsere Studie zeigt, dass es keine Tricks gibt, wenn man einen zu hohen Blutdruck reduzieren will. Eine niedrige Aufnahme ist der Schlüssel – auch und gerade, wenn der Speiseplan ansonsten gesund und ausbalanciert ist“,
so Dr. Queenie Chan vom Imperial College London, die ebenfalls an der Studie mitarbeitete.
Das Forscherteam hielt fest, dass rund 75 Prozent des täglichen Verzehrs aus Restaurantessen oder Fertigprodukten stammt. Nur ein geringer Teil gelangt hingegen aus der eigenen Küche ins Essen.
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Salz reduzieren, Blutdruck senken
Ideal wäre, wenn man höchstens 2,3 g Natrium oder etwa einen Teelöffel Salz (ca. 5,8 g) pro Tag zu sich nehmen würde – und nicht mehr. Dabei sind die Mengen in Fertigprodukten, wie Brot, Wurst, Käse, Cräcker etc. bereits erhalten. Derzeit nehmen die meisten Erwachsenen in den Industrienationen täglich mehr als 3,4 g Natrium zu sich (8,6 g Salz).
Die Natriummenge kann leicht umgerechnet werden: Dazu multiplizieren Sie die Natriummenge einfach mit 2,54 und erhalten dann den Salzgehalt eines entsprechenden Produktes. (Umgekehrt gilt: 1 g Salz = 0,4 g Natrium.) Dies ist besonders hilfreich, da auf vielen Fertigprodukten nur der Natriumgehalt angegeben ist.