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Bluthochdruck durch Salz trotz gesunder Ernährung

Salz kann bei vielen Menschen den Blutdruck steigen lassen. Nun zeigte sich in einer Untersuchung, dass offenbar nicht einmal eine gesunde Ernährung aus viel Obst und Gemüse den schädlichen blutdruckerhöhenden Effekt von Salz kompensieren kann.

Stand: 18 Juli 2026
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Blutdruck steigt durch Salz

Bluthochdruck entsteht, wenn der Druck des Blutes gegen die Arterienwände so stark wird, dass dies zu negativen Veränderungen an den Blutgefäßwänden und Schäden im Herzen führen kann. Das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt steigt – und die Lebenserwartung sinkt.

Mindestens 30 Prozent der erwachsenen Bevölkerung leiden an Bluthochdruck, so dass Blutdrucksenker längst Kassenschlager geworden sind. Man geht mittlerweile davon aus, dass annähernd die Hälfte der Erwachsenen bluthochdruckgefährdet ist (1) (ab Werten von 130/80 mmHg) – so die American Heart Association (AHA) und das American College of Cardiology.

Oft ließe sich der Blutdruck jedoch auch ohne Medikamente senken, nämlich schon dann, wenn die Ernährung verändert würde. Im Fokus der Wissenschaft steht hier häufig das Natrium (und damit das Speisesalz = Natriumchlorid). Lange Jahre hieß es, es erhöhe den Blutdruck.

Dann erschienen Untersuchungen, die zeigten, Natriumchlorid hat womöglich doch keinen Einfluss auf den Blutdruck. Die Erleichterung war jedoch nur von kurzer Dauer.

Salz und Natrium - wie ist der Zusammenhang?

Natrium und Salz stehen folgendermaßen miteinander in Verbindung:

Speisesalz ist Natriumchlorid. Es besteht also zu einem großen Teil aus Natrium (zu 40 Prozent) und ist in der heutigen Ernährung die Natrium-Hauptquelle. Natrium nun ist der blutdruckerhöhende Teil im Salz. Chlorid hat diesbezüglich kaum Einfluss.

Sind Sie sensitiv oder resistent?

Inzwischen weiß man, dass es auf die Veranlagung des einzelnen Menschen ankommt, ob Speisesalz nun den Blutdruck erhöhen kann oder nicht.

In unserem Artikel Bluthochdruck durch zu viel Salz erklären wir, dass es salzsensitive Menschen gibt, bei denen eine zu hohe Natriumzufuhr zu Bluthochdruck führt, und salzresistente Menschen, deren Bluthochdruck sich davon nicht beeinflussen lässt.

Ein Versuch mit einer natriumarmen Ernährung gehört daher in jedes Therapiekonzept eines Bluthochdruckes.

Schädliche Wirkung von Salz kann von gesunder Ernährung nicht kompensiert werden

Nun könnte man denken, dass es schon nicht so schlimm sein wird, wenn man ansonsten auf eine gesunde Ernährung achtet und trotz hohen Natriumkonsums gleichzeitig viel Obst und Gemüse isst. Denn diese Lebensmittel gelten als eindeutig blutdrucksenkend.

In einer Studie, die im Fachjournal Hypertensionerschien, zeigten Dr. Jeremiah Stamler von der Northwestern University in Chicago und seine Kollegen, dass eine gesunde Ernährung die schädlichen Folgen eines hohen Natriumkonsums nicht kompensieren kann:

Die Wissenschaftler analysierten die Daten von 4.680 Männern und Frauen zwischen 40 und 59 Jahren. Es ergab sich, dass jene Teilnehmer, die viel Salz zu sich nahmen, auch mit einer höheren Wahrscheinlichkeit an Bluthochdruck litten als Teilnehmer, die wenig verwendeten (2). Es war dabei unerheblich, ob die Viel-Esser auch viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte verzehrten.

Natriumchlorid ließ den Blutdruck unabhängig vom Obst- und Gemüse-Verzehr steigen. Die Wissenschaftler schlossen aus diesen Resultaten, dass der Verzehr großer Mengen an Obst, Gemüse und Vollkorngetreide die negativen Effekte von viel Natrium nicht ausgleichen kann.

Den 7-tägigen Ernährungsplan bei Bluthochdruck erhalten Sie hier: Ernährungsplan bei Bluthochdruck *

Salzverzehr steigt derzeit kontinuierlich - der Blutdruck auch

„Wir erleben gerade einen weltweit viel zu hohen Salzverzehr – und gleichzeitig eine Bluthochdruck-Epidemie. Unsere Studie zeigt, dass es keine Tricks gibt, wenn man einen zu hohen Blutdruck reduzieren will. Eine niedrigere Natriumaufnahme ist der Schlüssel – auch und gerade, wenn der Speiseplan ansonsten gesund und ausbalanciert ist“,

so Dr. Queenie Chan vom Imperial College London, die ebenfalls an der Studie mitarbeitete.

Das Forscherteam hielt fest, dass rund 75 Prozent des täglichen Natriumzverzehrs aus Restaurantessen oder Fertigprodukten stammt. Nur ein geringer Teil gelangt hingegen aus der eigenen Küche ins Essen.

* Hier finden Sie eine salzfreie Gewürzmischung in drei verschiedenen Geschmacksrichtungen.

Salz reduzieren, Blutdruck senken

Ideal wäre, wenn man höchstens 2,3 g Natrium oder etwa einen Teelöffel Salz (ca. 5,8 g) pro Tag zu sich nehmen würde – und nicht mehr. Dabei sind die Mengen in Fertigprodukten, wie Brot, Wurst, Käse, Cräcker etc. bereits erhalten. Derzeit nehmen die meisten Erwachsenen in den Industrienationen täglich mehr als 3,4 g Natrium zu sich (8,6 g Salz).

Die Natriummenge kann leicht umgerechnet werden: Dazu multiplizieren Sie die Natriummenge einfach mit 2,54 und erhalten dann den Salzgehalt eines entsprechenden Produktes. (Umgekehrt gilt: 1 g Salz = 0,4 g Natrium.) Dies ist besonders hilfreich, da auf vielen Fertigprodukten nur der Natriumgehalt angegeben ist.

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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