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Cannabis kann unfruchtbar machen

Cannabis (Marihuana) kann hilfreiche Wirkungen haben, etwa bei Schmerzen oder Übelkeit. Der Konsum von Cannabis kann aber auch Nebenwirkungen haben. Die Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit gehört dazu – und zwar sowohl bei Männern als auch bei Frauen.

Fachärztliche Prüfung: Dr. med. Jochen Handel
Stand: 03 Juni 2026
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Mögliche Nebenwirkung von Cannabis: Unfruchtbarkeit

Die Blüten der Cannabispflanze – auch bekannt als Marihuana – werden seit Jahrtausenden nicht nur als Droge verwendet (gekifft), sondern auch als Heilmittel verwendet. Studien lassen nun vermuten, dass sie zu Unfruchtbarkeit führen könnten (1).

Cannabis war bis ins 19. Jahrhundert eine der am häufigsten verschriebenen Arzneien. In den 1920er Jahren wurde neben Heroin auch Cannabis mit in die Liste der verbotenen Substanzen aufgenommen und so mit den Opiaten gleichgestellt.

Seit einiger Zeit erlebt Marihuana jedoch wieder einen Aufschwung, da man erkannt hat, wie gut die Pflanze bei allerlei Leiden helfen kann, wie z. B. bei Multipler Sklerose, bei Schmerzen oder auch bei Übelkeit und Erbrechen während einer Chemotherapie.

Cannabis kann unfruchtbar machen

Seit 2024 ist der Besitz kleiner Mengen (50 g) und der Besitz von drei Pflanzen zum Eigenanbau erlaubt (in Deutschland).

Nichtsdestotrotz sollte davon Abstand genommen werden, die Pflanze regelmäßig zu konsumieren. Denn immer mehr Studien weisen darauf hin, dass Cannabis unfruchtbar machen kann (3), wie z. B. Forscher der Western University in London im Frühsommer 2019 verkündeten:

1. Unfruchtbar durch THC und CBD

Tetrahydrocannabinol – kurz THC – ist der Hauptwirkstoff von Marihuana. Studien haben gezeigt, dass THC einen Teil des Nervensystems (Endocannabinoid-System) beeinflusst, indem die Cannabinoid-Rezeptoren aktiviert werden. Dies kann sich negativ auf die Fortpflanzung auswirken und im ungünstigen Fall dazu beitragen, unfruchtbar zu werden.

THC ist eine psychoaktive Substanz, die hauptsächlich für die berauschende Wirkung von Marihuana verantwortlich ist. Inzwischen gibt es Sorten mit sehr geringem THC-Gehalt, die keinen High-Effekt haben. Der Hauptwirkstoff heisst bei diesen Hanfsorten Cannabidiol (CBD). Auch dieser Stoff hat medizinische Eigenschaften und auch er steht im Verdacht, die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen (2).

2. Nach drei Monaten: Spermienzahl nimmt ab

Bei Männern, die mehr als einmal pro Woche Marihuana geraucht haben, kann die Fruchtbarkeit bereits nach drei Monaten leiden. Die Londoner Forscher berichten, dass sich die Spermienanzahl bei den Männern um rund 30 Prozent reduziert hatte. Das Aussehen und die Beweglichkeit der Samenzellen blieben aber unverändert.

3. Eisprung bleibt aus

Auch bei Frauen scheint Cannabis das Risiko zu erhöhen, vorübergehend unfruchtbar zu werden: Eine Studie mit 201 Frauen hat gezeigt, dass bei Frauen, die Marihuana rauchen, häufiger der Eisprung ausbleibt, was ihre Chancen, schwanger zu werden, natürlich merklich reduziert (7 ).

4. Bestehende Fruchtbarkeitsprobleme verschlimmert

Wenn ein Paar bereits mit Fruchtbarkeitsproblemen zu kämpfen hat, so kann der Konsum diese Problematik noch weiter verschärfen, so dass Paare mit bislang unerfülltem Kinderwunsch Cannabis besser meiden sollten.

Die Londoner Wissenschaftler geben jedoch zu bedenken, dass die Studienlage noch sehr dürftig ist und die obigen Forschungsergebnisse mit Vorsicht gedeutet werden sollten, da es hier auch gegensätzliche Studienergebnisse gibt (6).

5. Cannabis schadet Eizellen

Kanadische Forscher untersuchten im Jahr 2025, ob THC Eizellen beeinflussen kann (8). Die Studie bestand aus zwei Teilen:

Die Forscher entnahmen bei Frauen, die sich künstlich befruchten liessen, Flüssigkeit aus den Eibläschen – das so genannte Follikelfluid, dass die Eizelle umgibt.

Diese testeten sie auf THC und seine Abbauprodukte und verglichen dann, wie gut sich die Embryonen dieser Frauen entwickelten.

In 6 % der Follikelfluid-Proben konnte man THC nachweisen. Die entsprechenden Frauen hatten auch mehr genetisch auffällige Embryonen (mit falscher Chromosomenzahl).

Im zweiten Teil der Studie untersuchten die Wissenschaftler gespendete Eizellen im Labor. Sie legten diese unreifen Eizellen in eine Nährlösung ein – entweder mit oder ohne THC. Und zwar in Mengen, die man nach Konsum auch im Körper finden kann. Dann schauten sie, ob die Eizelle normal reift.

Es zeigte sich, dass mit THC mehr Eizellen einen fehlerhaften Spindelapparat hatten. Das ist eine Art Zugseil-System, das die Chromosomen bei der Teilung sauber auseinanderzieht.

Solche Fehler erhöhen das Risiko für eine falsche Chromosomenzahl und damit für fehlerhafte Eizellen.

Fazit: Unfruchtbar durch Cannabis

Der Konsum von Marihuana sollte besser nur zu medizinischen Zwecken erfolgen.

Denn die Pflanze kann offenbar Spermien und Eizellen gleichermassen schaden, die Chancen auf gesunde Embryonen verringern und insgesamt die Fruchtbarkeit von Mann und Frau reduzieren.

Update 24.9.2025

Wir ergänzten den Artikel mit Informationen rund um Studie (8).

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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