Resveratrol und Quercetin schützen Herz während Chemotherapie
Die beiden Pflanzenstoffe können die Schädlichkeit von Chemotherapien lindern. Resveratrol ist ein starkes Antioxidans, das besonders als Bestandteil des Rotweins bekannt ist. Es kommt in der Haut der Traube vor, aber auch in weißen Trauben, Beeren, Granatäpfeln, Grüntee, dunkler Schokolade und Erdnüssen.
Beide Pflanzenstoffe gelten als Beschützer des Herzens. Denn sie können bestimmte Entzündungsstoffe reduzieren, die für Herz-Kreislaufkrankheiten verantwortlich sind.
Forscher der Oregon State University haben ein System entwickelt, um die Bioverfügbarkeit von Resveratrol, aber auch von anderen Pflanzenstoffen wie z. B. Quercetin (das in Zwiebeln, Beeren, Kohl und ganz besonders in Kapern zu finden ist) zu erhöhen.
Die Pflanzenstoffe werden "einfach" unter Einsatz so genannter polymerer Mizellen wasserlöslich gemacht, so dass man sie – begleitend zur Chemotherapie – in die Blutbahn injizieren kann. Auf diese Weise erzielt man Polyphenolspiegel, die sehr viel höher sind, als man allein mit der Ernährung je erreichen könnte.
Chemotherapien verlieren Teil ihrer Giftigkeit
Resveratrol und Quercetin können in den eingesetzten Konzentrationen sogar die herztoxische Wirkung des häufig eingesetzten Chemotherapeutikums Adriamycin puffern und sogar gänzlich eliminieren (1) (2).
Zwar wirkt Adriamycin ganz wunderbar gegen Brust- und Eierstocktumoren sowie etliche andere Krebsarten. Nur wirkt es nicht nur gegen die Tumore, sondern auch gegen den Menschen selbst und hier besonders gegen sein Herz.
Aufgrund dieser Herztoxizität kann das Mittel auch nur für einen begrenzten Zeitraum eingesetzt werden.
Mit der gleichzeitigen Injektion der Pflanzenstoffe können wir chemotherapeutische Krebsbehandlungen verbessern",
sagt Adam Alani, Assistenzprofessor an der Oregon State University und leitender Autor der Studie.
Die Wirksamkeit von hohen Resveratrol- und Quercetinspiegeln konnte nicht nur in vitro, sondern auch in vivo nachgewiesen werden."
Chemotherapie wirkt besser
In beiden Fällen zeigte sich, dass die Pflanzenstoffe die herzgiftige Wirkung des Chemomedikaments reduzierten. Aber nicht nur das. Beide wirken überdies synergistisch mit dem Arzneimittel.
Das bedeutet, dass sie die Wirksamkeit von Adriamycin, also der Chemotherapie erhöhen können, indem sie die Krebszellen empfindlicher für das Medikament machen.
Der schützende Mechanismus der beiden Pflanzenstoffe ist schnell erklärt. Sie neutralisieren die freien Radikale, die im Laufe der Chemotherapie frei gesetzt werden. Überdies kann man – so Alani – davon ausgehen, dass die beiden Stoffe auch selbst krebsbekämpfend wirken.
Auch in hohen Dosen sind die Pflanzenstoffe ungefährlich
"Wir können also sehr hohe Spiegel dieser Polyphenole im Körper erreichen", sagt Alani, "so die herzgefährdende Wirkung des Krebsmedikaments ausschalten und gleichzeitig dafür sorgen, dass sich die Pflanzenstoffe in den Krebszellen anreichern und diese schliesslich eigenhändig besiegen.
Auch wissen wir bereits, dass die hohen Resveratrol- und Quercetinspiegel im Körper keine negativen Nebenwirkungen haben. Wir schlagen also quasi drei Fliegen mit einer Klappe."
Resveratrol und Quercetin – Nicht nur bei Chemotherapie
Natürlich können die beiden Pflanzenstoffe nicht nur bei einer Chemotherapie eingesetzt werden.
Denn nur dann sind derart hohe Dosen erforderlich, die man allein mit der Ernährung nicht mehr zu sich nehmen kann. Isst man jedoch all die frischen und knackigen Früchte und Gemüse, die reich an Resveratrol und Quercetin sind, kann man schon allein damit sehr viel dafür tun, um gar nicht erst Opfer einer Krebserkrankung zu werden.
Zusätzlich können entsprechende Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werde.