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  • Mann hat Depressionen und nimmt Antidepressiva, aber es scheint nicht zu wirken
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Esketamin - Wirkungen und Nebenwirkungen

Antidepressiva zeigen bei etlichen Patienten keine Wirkung. Esketamin – ein seit 2019 zugelassenes Antidepressivum – soll bei therapieresistenten Patienten wahre Wunder vollbringen. Wie sicher ist das Medikament?

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 01 April 2026
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Antidepressiva sind oft wirkungslos

Antidepressiva sind bei Depressionen die am häufigsten verordnete Therapie. Doch bis zu 50 Prozent der Patienten sprechen darauf in den Zulassungs- und Wirksamkeitsstudien überhaupt nicht an. So hat etwa ein Forscherteam im Jahr 2019 aufgedeckt, dass Antidepressiva wie Mirtazapin bei älteren Patienten nicht besser wirken als ein Placebo (1).

Problematisch ist außerdem, dass Antidepressiva häufig nicht nur wirkungslos bleiben, sondern auch deutliche Nebenwirkungen haben können. Mehr zum Thema Nebenwirkungen von Antidepressiva finden Sie in unseren Artikeln Antidepressiva können die Knochendichte verringern und Antidepressiva erhöhen Schlaganfallrisiko. Sie finden die Artikel ganz unten - einfach weiterscrollen.

Wenn Antidepressiva nun bei Menschen mit schweren Depressionen nicht wirken, ist guter Rat teuer. Denn 50 Prozent aller Selbstmorde sind auf Depressionen zurückzuführen.

Esketamin: Ein Nasenspray gegen schwere Depressionen

Als die Food and Drug Administration (Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde) – kurz FDA – im Jahr 2019 nach mehr als 30 Jahren ein neuartiges Medikament zur Behandlung schwerer Depressionen zuließ, war man sehr zuversichtlich. Denn der Wirkstoff Esketamin soll sogar bei therapieresistenten Patienten wahre Wunder vollbringen.

Im Vergleich zu anderen Antidepressiva – die (wenn überhaupt) erst nach Wochen wirken – soll Esketamin den Vorteil bieten, dass es innerhalb von wenigen Stunden wirkt. Es kann ganz einfach in Form eines Nasensprays namens Spravato angewandt werden.

Die Wirkung von Esketamin lässt zu wünschen übrig

Seitdem Spravato® zugelassen ist, melden sich immer mehr Kritiker, wie etwa Dr. Jess Fiedorowicz von der University of Iowa zu Wort. Janssen Pharmaceutica, der Hersteller von Spravato®, habe im Hinblick auf die Wirksamkeit bestenfalls bescheidene Beweise geliefert. Auch die Studienlage sei begrenzt.

Janssen lieferte in der Tat nur eine einzige erfolgreiche Kurzzeit-Doppelblindstudie mit Esketamin (2). Hierbei verbesserten sich die Depressionssymptome auf einer 60-Punkte-Skala lediglich um 4 Punkte im Vergleich zur Placebo-Behandlung. Zwei weitere Studien blieben sogar ganz und gar erfolglos.

Die FDA konnte den Wirkstoff nur deshalb zulassen, indem sie die Messlatte in Hinblick auf therapieresistente Depressionen gesenkt hat. Patienten müssen demnach (erfolglos) nur zwei verschiedene Antidepressiva genommen haben, bevor Esketamin verschrieben werden kann.

Ist Esketamin überhaupt sicher?

Schon bei einer kurzzeitigen Therapie mit dem neuen Mittel können Nebenwirkungen wie Benommenheit, erhöhter Blutdruck und sogar psychotische Episoden auftreten. Über die Sicherheit von Spravato® bei einer langfristigen Anwendung (nach ca. 15 Monaten) wurden gar keine Informationen vorgelegt.

Dazu kommt, dass während der klinischen Studien sechs Patienten starben, drei davon durch Selbstmord. Im Vergleich dazu kam es in der Kontrollgruppe zu keinem Todesfall, so dass ein erhöhtes Suizidrisiko offenbar zu den Nebenwirkungen des Medikaments zählt. Janssen und die FDA gaben an, die Todesfälle hätten nichts mit Esketamin zu tun gehabt.

2020: Zulassung von Esketamin in Europa

Esketamin wird aus dem Anästhetikum (Betäubungs-/Narkosemittel) Ketamin gewonnen, das anfangs der 1960er Jahre entdeckt wurde und auch als Droge missbraucht wird. Bei therapieresistenten Patienten kommt Ketamin bei Depressionen in den USA und auch in Europa bereits seit einiger Zeit zum Einsatz. Es wird von Klinikärzten "off label" angewandt, was bedeutet, dass es nicht für den Einsatz bei Depressionen zugelassen ist.

Offiziell zugelassen wurde Ketamin gegen Depressionen deshalb noch nicht, da es von den Pharmakonzernen als wenig profitabel eingestuft wird. Anders verhält es sich bei Spravato®. Denn hierbei konnte der Wirkstoff Esketamin in Form eines Nasensprays als neues Medikament patentiert werden und kostet nun im ersten Monat der Behandlung pro Person mehr als 4.700 US-Dollar.

In Europa wurde die Zulassung für Spravato am 25. Februar 2020 erteilt und von Swissmedic bereits für die Behandlung therapieresistenter Depressionen bei Erwachsenen zugelassen (3)

Naturheilkunde statt Antidepressiva?

Bei Depressionen stehen jedoch zahlreiche naturheilkundliche Möglichkeiten zur Verfügung, die von den behandelnden Ärzten leider so gut wie nie angesprochen oder empfohlen werden, obwohl sie nebenwirkungsfrei sind und häufig sehr gute Ergebnisse erzielen.

Bevor Sie sich daher fragwürdige Medikamente verschreiben lassen, könnten Sie zunächst den ganzheitlichen Weg wählen. Viele dieser Maßnahmen sind natürlich auch begleitend zu einer medikamentösen Behandlung möglich.

Weiterführende Informationen zur natürlichen Therapie von Depressionen finden Sie in unseren weiterführenden Artikeln, wenn Sie unsere Suche nutzen, z. B.

Depressionen - Natürliche Maßnahmen als Begleittherapie, Pflanzliche Mittel bei Depressionen und Rosenwurz: Die Wirkungen der Anti-Stress-Pflanze.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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