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  • Zwei Stück Titandioxidhaltige Kaugummis in einer Hand
2 min

Frankreich verbietet Lebensmittelzusatzstoff Titandioxid

Frankreich hat ab 2020 den Lebensmittelzusatzstoff Titandioxid (E171) verboten. Das mögliche Gesundheitsrisiko für Verbraucher sei zu hoch, so Frankreichs Wirtschafts- und Umweltministerium. Im Rest der EU - einschliesslich Deutschland - wurde Titandioxid erst ab August 2022 verboten, aber nur in Lebensmitteln. In Arzneimitteln, Kosmetika und Zahncreme darf der Stoff weiterhin enthalten sein.

Aktualisiert: 08 März 2021

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Ab 2020 kein Titandioxid mehr in Frankreich!

Titandioxid wird gerne als weisser Überzug bei Bonbons, Kaugummis, Tabletten (auch Nahrungsergänzungsmittel) und Dragees eingesetzt. Genauso kann der Stoff in hellen Fertigsaucen, Käse, Tortengüssen und Sonnencremes enthalten sein. Ab 1. Januar 2020 wurde der Verkauf von Produkten, die den Lebensmittelzusatzstoff Titandioxid (E171) enthalten, in Frankreich verboten. Die beiden Ministerien (Wirtschaft und Umwelt) gaben an, damit dem Rat von Gesundheitsexperten zu folgen.

Update Mai 2023: Der Rest der EU zog erst zwei Jahre später - im Januar 2022 - nach. In Kraft trat das Verbot im August 2022. Und selbst das bedeutet nicht, dass es keine Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel mehr mit Titandioxid gibt. Denn diese dürfen noch so lange verkauft werden, wie es ihr Haltbarkeitsdatum erlaubt. In Arzneimitteln, Kosmetika und Zahncreme darf der Stoff nach wie vor enthalten sein - ohne Einschränkungen.

Wie schädlich ist Titandioxid?

Offiziell gilt Titandioxid nach wie vor als vollkommen unbedenklich. Es heisst, der Stoff werde vom Körper unverändert und vollständig wieder ausgeschieden. Doch genau das ist offenbar nicht der Fall. Denn Studien weisen darauf hin, dass sich Titandioxid im Körper anreichern kann, z. B. in der Leber, den Lungen, selbst im Gehirn und im Darm.

Die Substanz soll den oxidativen Stress im Körper erhöhen und zu Entzündungsreaktionen führen. Im Darm kann eine solche Wirkung zum Leaky Gut Syndrom beitragen, das nun wiederum die Ursache vieler chronischer Erkrankungen sein kann. Auch soll Titandioxid die Bildung von Tumoren fördern, also an der Krebsentstehung beteiligt sein.

Titandioxid führt zu Krebsvorstufen

Alle diese Vermutungen veranlassten die französischen Behörden im Jahr 2017 dazu, eine Untersuchung anzuordnen. Forscher aus Frankreich und Luxemburg stellten daraufhin fest, dass Titandioxid bei Ratten das Risiko für Krebsvorstufen um 40 Prozent erhöhte.

Die Tiere hatten Titandioxid 100 Tage lang mit dem Trinkwasser erhalten – und zwar in Mengen, wie sie viele Menschen mit der täglichen Einnahme von Tabletten, Dragees, Nahrungsergänzungsmitteln etc. zu sich nehmen.

Studien belegen die Schädlichkeit von Titandioxid

Im April 2019 veröffentlichte die Französische Agentur für Lebensmittelsicherheit, Umwelt- und Arbeitsschutz (Anses) eine Analyse von 25 neuen Studien, die seit 2017 zur Giftigkeit von Titandioxid durchgeführt worden waren – mit dem Ergebnis, dass nun der Einsatz von längst bekannten Alternativen empfohlen wird, aber eben nur für Lebensmitteln. Andere Produkte (Medikamente, Kosmetika und Zahncreme) dürfen noch heute Titandioxid in den "nötigen" Mengen enthalten.

Viele französische Süssigkeitenhersteller hatten angesichts der nahenden Einsatzbeschränkungen bereits die Verwendung von Titandioxid eingestellt. In anderen EU-Ländern wurde der Stoff vorerst nach wie vor eingesetzt, nicht zuletzt deshalb, weil es sich um einen lukrativen Markt handelt, den die entsprechende Industrie vehement verteidigt. Schliesslich werden jährlich mehrere Millionen Tonnen Titandioxid produziert.

Die TDMA (Titanium Dioxide Manufacturers Association – Vereinigung der Titandioxidhersteller) schrieb beispielsweise auf ihrer Webseite: „Jahrzehnte industrieunabhängiger Forschung haben keine Hinweise auf ein potenzielles Krebsrisiko für Menschen durch Titandioxid gefunden.“

Details zu den Auswirkungen von Titandioxid haben wir bereits im Jahr 2017 in unserem entsprechenden Artikel vorgestellt (siehe voriger Link).

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.