Zentrum der Gesundheit
  • Bewegung hilft bei hohem Blutdruck
  • Bewegung gegen Bluthochdruck
    3 min

    Hoher Blutdruck: Bewegung genauso wirksam wie Medikamente

    Blutdrucksenker können zahlreiche Nebenwirkungen haben. Sport und Bewegung aber können den Blutdruck oft genauso gut senken wie Medikamente – und zwar ganz ohne Nebenwirkungen.

    Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
    Aktualisiert: 24 November 2022

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    Ernährung und Bewegung statt blutdrucksenkender Medikamente

    In den letzten zehn Jahren stieg die Zahl der Verordnungen von Blutdrucksenkern allein in England um 50 Prozent – mit steigender Tendenz. Nicht unschuldig an dieser Entwicklung ist die Gewohnheit, dass die Grenzwerte immer mal wieder verändert werden. Galten in den letzten Jahren Blutdruckwerte ab 140/90 mmHg als Bluthochdruck, sind es jetzt wieder Werte von 130/80 mmHg. Es ist also kein Wunder, wenn immer mehr Patienten entsprechend therapiert werden.

    In einer früheren Studie zeigte sich jedoch bereits, dass sich Bluthochdruck bei vielen Menschen mit einer gesunden Ernährung genauso gut senken lässt wie mit den typischen blutdrucksenkenden Medikamenten.

    Und am 18. Dezember 2018 erschien eine Studie (Meta-Analyse), in der sich ergab, dass auch körperliche Bewegung höchstwahrscheinlich dieselben Effekte auf einen zu hohen Blutdruck ausübt wie Blutdruckmedikamente (ACE-Hemmer, Betablocker, Calciumkanalblocker, Diuretika und Sartane). Als Bluthochdruck galten dabei Werte von über 140 mmHg (systolisch) ( 1 ).

    Im British Journal of Sports Medicine schrieben die Forscher rund um Dr. Huseyin Naci vom Department of Health Policy, London School of Economics and Political Science, dass man nun natürlich nicht seine bisherigen Blutdrucksenker absetzen solle, nur weil man mit Sport beginnt. Vielmehr sei es sinnvoll, zunächst beides gleichzeitig zu tun. Möglicherweise kann dann früher oder später das Medikament reduziert oder abgesetzt werden ( 2 ).

    Bewegung senkt nur zu hohen Blutdruck, nicht aber gesunden Blutdruck

    Die Wissenschaftler hatten die Daten von 194 klinischen Studien analysiert, die sich den Auswirkungen von Blutdrucksenkern widmeten sowie 197 Studien, die den Einfluss körperlicher Bewegung auf den Blutdruck untersucht hatten. Insgesamt handelte es sich um fast 40.000 Patienten, die an den annähernd 400 Studien teilgenommen hatten.

    Als körperliche Bewegung galten Walken, Joggen, Radfahren, Schwimmen und HIIT (High Intensity Interval Training) sowie Krafttraining und die Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining.

    Zunächst ergab sich, dass sich der Blutdruck bei jenen Teilnehmern besser senken liess, die Medikamente nahmen. Allerdings hatten an den entsprechenden Sport-Studien vorwiegend junge gesunde Menschen teilgenommen, die ursprünglich also einen vollkommen normalen Blutdruck hatten. Verständlich wenn Sport den gesunden Blutdruck nun nicht noch weiter senkt.

    Während ganzheitliche Massnahmen die Körperfunktionen stets regulieren, also gesunde Funktionen nicht mehr beeinflussen, zeigen die meisten Medikamente ihre Wirkung bei allen Menschen, ob diese die Wirkung nun benötigen oder nicht. Sie senken also auch einen gesunden Blutdruck noch weiter.

    Sport senkt Blutdruck genauso gut wie Medikamente

    Lediglich bei 56 der 197 Sport-Studien litten die Probanden an Bluthochdruck. Bezog man in die Untersuchung nur Werte dieser 56 Studien ein, dann zeigte sich, dass Sport genauso wirksam den zuvor zu hohen Blutdruck senken konnte wie man es von den blutdrucksenkenden Medikamenten gewohnt war. Besonders sinnvoll war hierbei die Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining. (um den systolischen Blutdruck zu senken).

    Medikamente nicht plötzlich absetzen

    Es dürfte jedoch eine gewisse Herausforderung darstellen, von Medikamenten auf Sport umzustellen, denn ein Grossteil der Blutdruckpatienten ist sportlich eher nicht aktiv, so dass hier ein passender Einstieg gefunden werden muss, idealerweise gemeinsam mit einem Programm zur Gewichtsabnahme (Ernährungsumstellung). Sprechen Sie – falls sie sportlich noch gar nicht aktiv sind – am besten mit Ihrem Arzt und Ihrer Krankenkasse, welche Möglichkeiten es für Sie gibt.

    Gegen Bluthochdruck mit Sport und Bewegung langsam starten

    Ein sanfter Start wäre beispielswiese ein leichtes Ausdauertraining (Walken – 2- bis 3-mal wöchentlich) in Abwechslung mit Pilates (2-mal wöchentlich) und Yoga (1-mal wöchentlich), so dass Sie täglich mindestens einmal körperlich aktiv sind. Nach einigen Monaten können Sie dann zusätzlich mit einem gezielten Krafttraining plus Indoor Cycling einsteigen.

    Da jegliche Muskelaktivität eine enge Verbindung zu unserem Stoffwechsel hat, wird diese Vorgehensweise selbstverständlich nicht nur Ihrem Blutdruck gut tun, sondern Ihrem gesamten Organismus. Sie werden sich schon nach wenigen Wochen deutlich wohler, leistungsfähiger, lebensfroher und auch attraktiver fühlen.

    Hier finden Sie überdies einen Ernährungsplan für Bluthochdruckpatienten.

    Viel Erfolg bei der Umsetzung!

    Wichtiger Hinweis

    Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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    Lieben Dank, Ihre Redaktion vom Zentrum der Gesundheit

    Quellen
    1. (1) Naci H, Salcher-Konrad M, Dias S, et al., How does exercise treatment compare with antihypertensive medications? A network meta-analysis of 391 randomised controlled trials assessing exercise and medication effects on systolic blood pressure, Br J Sports Med Published Online First: 18. Dezember 2018
    2. (2) BMJ, Exercise may be as effective as prescribed drugs to lower high blood pressure: But no direct head to head comparative trials and relatively small numbers for some studies, ScienceDaily, 18. Dezember 2018