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  • Psoriasis: Juckreiz und Brennen in der Haut
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Ketogene Ernährung bei Psoriasis

Die strenge ketogene Diät gilt bei manchen Beschwerden als heilsame Ernährungsform, etwa bei Epilepsie. Bei einer Psoriasis aber scheint die ketogene Diät die Beschwerden eher verschlimmern zu können.

Stand: 11 August 2026
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Ketogene Ernährung ist bei Psoriasis nicht sinnvoll

Bei der ketogenen Diät wird ein Großteil der täglich erforderlichen Kalorien in Form von Fetten verzehrt (75 bis 90 Prozent), ein gemäßigter Teil in Form von Proteinen (so viel, wie zur Proteinbedarfsdeckung erforderlich ist) und nur ein sehr kleiner Teil in Form von Kohlenhydraten (5 bis 10 Prozent bzw. maximal 50 g Kohlenhydrate).

Wenn Fett also ein so wichtiger Nährstoff bei der ketogenen Diät ist, dann ist es natürlich enorm wichtig, die richtigen, also qualitativ hochwertigen Fette zu wählen – besonders dann, wenn man die ketogene Diät als Heilkost bei bestimmten Krankheiten einsetzen möchte.

Bei Hauterkrankungen wie der Psoriasis (Schuppenflechte) wirken sich Fette – je nach Art des Fettes – auf die Krankheit ganz unterschiedlich aus (1) (zumindest bei Mäusen), so eine Studie, die im Journal of Investigative Dermatology veröffentlicht wurde.

Studie: Ketogene Ernährung verschlimmert Hautbild

Erstaunlicherweise verschlimmerten ausgerechneten jene Fette das Hautbild, die im Allgemeinen als besonders gesund gelten, wie die mittelkettigen Fettsäuren aus Kokosöl, besonders wenn man sie mit Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl oder auch aus pflanzlichen Quellen wie Nüssen und Samen kombinierte.

„Unsere Studie hilft uns, besser die möglichen Auswirkungen einer ketogenen Diät auf entzündliche Hauterkrankungen zu verstehen. Auch wissen wir jetzt, wie wichtig es hierbei ist, auf die Wahl der richtigen Fette zu achten“, erklärte Wissenschaftlerin Barbara Kofler von der Paracelsus Medical University, Salzburg.

„Wir stellten fest, dass eine ausgewogene ketogene Ernährung, die vorwiegend Fette mit langkettigen Fettsäuren enthält (wie z. B. Olivenöl, Sojaöl, Fisch, Nüsse, Avocado und Fleisch) die entzündlichen Hautprozesse immerhin nicht noch weiter förderte.

Ketogene Diäten mit großen Mengen mittelkettiger Fettsäuren kombiniert mit Omega-3-Fettsäuren sollten bei entzündlichen Hauterkrankungen daher nicht praktiziert werden, da sie die Entzündungsprozesse verschlimmern könnten.“

Was passiert im Körper beim Verzehr der falschen Fette?

Roland Lang, Wissenschaftler an der dermatologischen Fakultät der Paracelsus Medical University in Salzburg erklärte:

„Nimmt man im Rahmen einer ketogenen Ernährung größere Mengen mittelkettiger Fette (MCT-Fette) zu sich, führt dies nicht nur zu einer Erhöhung der entzündungsfördernden Botenstoffe (Zytokine), sondern auch zu einer Ansammlung sog. neutrophiler Granulozyten in der Haut, was zu einem schlechteren Hautbild bei den Mäusen führte.

Neutrophile Granulozyten gehören zu den weißen Blutkörperchen. Es handelt sich um spezialisierte Immunzellen, die Rezeptoren für mittelkettige Fettsäuren ausbilden können, was bedeutet, dass sie von mittelkettigen Fettsäuren aktiviert werden und es so zu entzündlichen Abwehrreaktionen kommen kann.

Da eine erhöhte Aktivität der neutrophilen Granulozyten auch mit anderen Autoimmunerkrankungen in Verbindung steht, also nicht nur mit der Psoriasis, sondern auch mit z. B. dem Lupus erythematodes oder der rheumatoiden Arthritis, sollte man nach Möglichkeit Faktoren meiden, die diese Aktivität der neutrophilen Granulozyten noch weiter anheizen. Andernfalls könnten sich unter Umständen weitere Autoimmunerkrankungen entwickeln.

* Hier finden Sie unseren Kochkurs für eine gesunde basische Ernährung.

Ketogene Ernährung immer beliebter

Ketogene Ernährungsformen werden immer beliebter, einerseits weil man hofft, manche Krankheiten damit zu besiegen, andererseits aber auch weil immer wieder gesagt wird, man könne damit abnehmen. Besonders entzündliche Krankheiten sollen mit ketogenen Ernährungsformen angegangen werden können, heißt es zudem.

Da gerade die mittelkettigen Fettsäuren und auch Omega-3-Fettsäuren im Allgemeinen als entzündungshemmend beworben werden, verwenden viele Menschen gerade letztere als Nahrungsergänzungsmittel (z. B. in Form von Fischölkapseln).

Wer sich ketogen ernährt, wird diese Fette u. U. jedoch in noch viel höheren Mengen konsumieren, was laut obiger Studie also nicht ratsam sein könnte, wenn man an entzündlichen Hautproblemen leidet.

Fett- und kohlenhydratreiche Ernährungsformen wirken entzündungsfördernd

Frühere Studien zeigten bereits, dass Ernährungsformen, die gleichzeitig fettreich und kohlenhydratreich sind, das Fortschreiten einer Psoriasis und auch das spontane Auftreten von Hautentzündungen fördern können.

Die Wissenschaftler obiger Studie vermuteten nun, dass die Kohlenhydrate das Problem waren und dass sich eine ketogene Ernährung, die zwar fettreich, aber kohlenhydratarm ist, bei Entzündungen positiv auswirken müsse.

Auch dachten sie, dass es sinnvoll sei, langkettige Fette wenigstens teilweise gegen mittelkettige Fette und gegen Omega-3-Fettsäuren auszutauschen, um den entzündungshemmenden Effekt einer kohlenhydratarmen Ernährung noch zu verstärken. Das aber war nicht der Fall.

Die Entzündung verstärkte sich unter dieser Form der ketogenen Ernährung. Bei einer ketogenen Ernährung auf Basis von langkettigen Fetten verschlechterte sich die Entzündung hingegen nicht.

In vorgestellter Studie betrug der Fettgehalt der ketogenen Mäusenahrung 77 Prozent, was von den Forschern als extrem hoch eingestuft wurde, bei einer echten ketogenen Ernährung aber durchaus üblich ist (2). Dr. Kofler rät:

„Die meisten Menschen, die sich ketogen ernähren, müssen sich keine Sorgen um unerwünschte entzündliche Hautreaktionen machen. Wer jedoch bereits an einer Psoriasis leidet, sollte eine ketogene Ernährung eher nicht praktizieren.“

Fazit: Wenn ketogene Ernährung bei Psoriasis, dann sorgsam umsetzen

Wenn Sie daher an Psoriasis leiden und sich ketogen ernähren möchten, dann achten Sie auf die richtigen Fette und lassen in jedem Fall Fette mit mittelkettigen Fettsäuren - also Kokosöl und Palmöl und natürlich auch konkretes MCT-Öl besser weg.

Update 11.8.2026

Wir haben das Fazit verständlicher formuliert. Es hieß zuvor: "Ketogene Ernährung: Bei Psoriasis besser nicht" und fasste lediglich die Aussage von Dr. Kofler zusammen, der gesagt hatte: "However, patients with psoriasis should not consider a ketogenic diet an adjuvant therapeutic option", was aber aufgrund der Studienergebnisse natürlich fragwürdig ist, da man sich ja ketogen ernähren könnte, nur eben die besagte Fett-Kombination meiden sollte.

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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