Ist Kokosöl gut für die Herz-Kreislauf-Gesundheit?
Kokosöl wird immer wieder kontrovers diskutiert. Grund dafür ist der hohe Anteil an gesättigten Fettsäuren. Manche Forscher warnen deshalb vor den möglichen Nachteilen für das Herz und die Blutgefäße.
Die Forschung der letzten Jahrzehnte deutet jedoch eher darauf hin, dass das Öl dabei hilft, die Risikofaktoren für Herzerkrankungen zu senken.
Das liegt unter anderem daran, dass es gleichzeitig auch reich an mittelkettigen Fettsäuren ist. Natives Kokosöl enthält im Gegensatz zu raffiniertem Öl zudem noch antioxidative Pflanzenstoffe. Diese Stoffe können den Fettstoffwechsel beeinflussen, oxidativen Stress mindern und entzündungshemmend wirken.
Kokosöl im Vergleich mit anderen Fetten
Forscher werteten in einer Übersichtsarbeit von 2025 insgesamt 14 Studien mit über 1.000 Teilnehmern aus. Darin ging es um die Wirkung von nativem Kokosöl auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit (1).
Die Studien waren sehr unterschiedlich. Manche Teilnehmer waren gesund, andere hatten Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes Typ 2 oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Verglichen wurde das native Öl entweder mit einem Placebo, mit der üblichen Ernährung ohne dieses Öl oder mit anderen Fetten wie Sojaöl, Rapsöl, Distelöl oder Butter. Die Studien dauerten 2 bis 24 Wochen.
Einzelne Blutwerte verbesserten sich deutlich
Die deutlichste Wirkung zeigte sich bei den Triglyceriden. Das sind Blutfette, die ungünstig sein können, wenn sie erhöht sind. Die Triglyceridwerte waren unter dem nativen Öl im Mittel um etwa 12 mg/dl niedriger als in den jeweiligen Vergleichsgruppen.
Und das HDL-Cholesterin war unter dem Öl im Schnitt um knapp 8 mg/dl höher als in den Vergleichsgruppen. Das HDL-Cholesterin wird oft als „gutes Cholesterin“ bezeichnet, weil es mit einem günstigeren Fettstoffwechsel in Verbindung gebracht wird. Höhere Werte sind hier also wünschenswert.
Bei den anderen Werten wie etwa dem LDL-Cholesterin, dem Gesamtcholesterin, Blutzucker, Körpergewicht usw. zeigte sich dagegen insgesamt kein klarer Unterschied. Das muss aber nicht bedeuten, dass das tropische Öl hier wirkungslos wäre. Die Studien waren schlicht sehr unterschiedlich – sowohl die Teilnehmer als auch die Vergleichsgruppen.
Fazit: Kokosöl könnte die Herz-Kreislauf-Gesundheit stärken
Kokosöl wird häufig vorschnell auf seinen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren reduziert. Zumindest in der nativen Variante scheint es jedoch bestimmte Blutfette günstig zu beeinflussen und könnte somit auch die Herz-Kreislauf-Gesundheit unterstützen.
Es ist daher ein wertvoller Bestandteil einer gesunden und ausgewogenen Ernährung. Wer es gerne verwendet, kann das weiterhin guten Gewissens tun. Und wer es noch nicht kennt, ist jetzt vielleicht neugierig geworden.
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Weitere Vorzüge des Öls finden Sie im Artikel Kokosöl – Die Vorteile und Verwendungsmöglichkeiten.