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  • Ältere Frau beschwert sich über ein Medikament
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Diese Medikamente können Ihr Demenzrisiko erhöhen

Bestimmte Medikamente können das Risiko erhöhen, an einer Demenz zu erkranken. Das Risiko steigt um 50 Prozent, wenn man die Medikamente regelmäßig einnimmt.

Stand: 09 Mai 2026
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Demenz als Nebenwirkung mancher Medikamente

Medikamente können die unterschiedlichsten Nebenwirkungen haben. Bei manchen Mitteln gehört ein erhöhtes Demenzrisiko dazu (1) – wie sich in einer großen Studie ergab, die von Forschern der University of Nottingham im Juni 2019 im Fachmagazin JAMA Internal Medicine veröffentlicht wurde.

Es handelt sich um sog. Anticholinergika. Diese Arzneimittelgruppe wird bei ganz unterschiedlichen Beschwerden verordnet – von Blasenproblemen (Reizblase) über Parkinson und Verdauungsbeschwerden bis hin zu Depressionen und Epilepsie.

Anticholinergika lassen das Demenzrisiko steigen

Anticholinergika hemmen den Botenstoff namens Acetylcholin. Dieser Botenstoff führt u. a. zur Kontraktion der glatten Muskulatur z. B. im Magen-Darm-Trakt oder der Blase.

Wird dieser Botenstoff gehemmt, kommt es zu einer entspannenden Wirkung, weshalb Anticholinergika bei der Reizblase oder Magenkrämpfen hilfreich sein können oder auch das Zittern bei der Parkinson Krankheit lindern.

Für oben genannte Studie hatten die beteiligten Wissenschaftler die Daten von insgesamt fast 300 000 Studienteilnehmern aus den Jahren 2004 bis 2016 ausgewertet (225 000 ohne sowie 60 000 mit Demenz) und festgestellt, dass jene, die Anticholinergika nahmen, ein höheres Risiko hatten, kognitive Störungen zu entwickeln.

Auch wenn andere Risikofaktoren in die Auswertung miteinbezogen wurden (BMI, Rauchen, Alkoholkonsum, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Blutdruckmedikamente etc.), blieb das erhöhte Demenzrisiko durch Anticholinergika bestehen.

Demenzrisiko steigt um 50 Prozent

Konkret lautete das Studienergebnis folgendermaßen: Wer im Alter von 55 oder darüber täglich und über mindestens drei Jahre hinweg starke Anticholinergika einnehmen musste, hatte ein um 50 Prozent höheres Risiko, kogntive Störungen zu entwickeln als Personen gleichen Alters, die diese Medikamente nicht nahmen.

Ärzte sollten also künftig sehr sorgfältig abwägen, ob sie ihren Patienten wirklich langfristig Anticholinergika verordnen müssen, rät Studienautor Professor Tom Dening.

Wer bereits die genannten Arzneimittel nimmt, sollte diese natürlich nicht sofort absetzen, sondern mit seinem Arzt besprechen, ob die Therapie tatsächlich nötig ist oder ob es nicht vielleicht Alternativen geben könnte.

Anticholinergika sind nicht die einzigen Medikamente mit den beschriebenen Nebenwirkungen. Weitere Arzneimittel, die ein entsprechend erhöhtes Risiko mit sich bringen können, finden Sie in unserem Artikel Blutverdünner erhöhen Demenzrisiko.

Es lohnt sich also, jeweils nach Alternativen Ausschau zu halten!

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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