Zentrum der Gesundheit
  • Mirgäneanfall
  • Frau meditiert
    28 Juni 2022
    2 min

    Meditation hilft bei Migräne

    Eine besondere Form der Meditation kann gegen Migräne helfen. Meditiert man regelmässig, kann dies sowohl die Häufigkeit als auch die Intensität der Schmerzattacken reduzieren. US-amerikanische Wissenschaftler stellten in einer Studie an zwanzig Testpersonen überrascht fest, dass regelmässige Meditation Migräneanfällen sogar effektiver vorbeugt als eine medikamentöse Therapie.

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    Migräne – nicht nur Kopfschmerz

    Während die Hälfte der Bevölkerung gelegentlich unter "normalen" Kopfschmerzen leidet, sind zehn bis zwölf Prozent von Migräne betroffen.

    Mirgäne ist eine neurologische Erkrankung, die die Lebensqualität der Betroffenen enorm einschränken kann. Typisch für Migräne ist ein starker, pulsierender Schmerz auf einer Seite des Kopfes. Bewegung und Licht verschlimmern die Symptome noch.

    Grundsätzlich wird zwischen Migräne mit und ohne Aura unterschieden. Unter einer Aura sind neurologische Störungen zu verstehen, die vor der eigentlichen Schmerzattacke auftreten. Das können Sehstörungen und Schwindel sein. In besonders schweren Fällen kann es sogar zu einer kurzfristigen halbseitigen Lähmung kommen.

    Migräne ist nicht heilbar

    Migräne ist angeblich nicht heilbar – so heisst es. Betroffene können aber durch eine Veränderung ihres Lebensstils eine Verbesserung der Symptome erreichen und erfahrungsgemäss in vielen Fällen sogar dafür sorgen, dass die Migräne nie wieder kommt.

    Dazu ist es wichtig, die persönlichen Auslöser zu kennen. Migräne ist zwar eine chronische Erkrankung. Doch können die akuten Anfälle bei jedem Betroffenen durch andere Faktoren ausgelöst werden.

    Dazu gehören bestimmte Lebensmittel wie zum Beispiel Schokolade. Genauso kann eine Veränderung im Schlafrhythmus eine Migräneattacke triggern. Selbst eine versteckte Nahrungsmittelunverträglichkeit kann hinter einer Migräne stecken (z. B. eine Histaminintoleranz oder eine Unverträglichkeit von Milchprodukten).

    Schulmediziner behandeln Migräne mit so genannten Triptanen. Das sind spezielle Schmerzmittel, die nur gegen Migräne helfen. Sie können jedoch starke Nebenwirkungen haben.

    Bei mehr als zehn Migränetagen im Monat empfehlen Ärzte eine medikamentöse Prophylaxe. Dazu werden verschiedene Medikamente eingesetzt, die eigentlich gegen etwas ganz anderes helfen, etwa Antidepressiva oder Tabletten gegen Epilepsie. Als "Nebenwirkung" sollen diese die Migräneanfälle reduzieren und/oder abschwächen.

    Migräne durch Stress

    Neben den oben genannten möglichen Migräne-Auslösern gehört auch Stress zu jenen Faktoren, die eine Migräneattacke nach sich ziehen können.

    Hier setzt eine Studie des Wake Forest Baptist Medical Centers aus North Carolina in den USA an ( 1 ).

    Dr. Rebecca Erwin Wells und ihr Forscherteam teilten neunzehn Migränepatienten nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen ein.

    Die neun Teilnehmer der einen Gruppe erhielten eine schulmedizinische Standard-Behandlung. Die anderen zehn nahmen an einem achtwöchigen Kurs in MBSR teil.

    MBSR ist die Abkürzung für Mindfulness Based Stress Reduction, also Stressreduktion mit Hilfe von Achtsamkeitsübungen. Hierzulande ist dieses Verfahren auch als Achtsamkeitsmeditation bekannt.

    Es handelt sich dabei um eine Kombination aus Yoga und einer besonderen Art der Meditation, bei der man den Geist ganz auf das Hier und Jetzt fokussiert.

    In anderen Studien hatte sich bereits gezeigt, dass MBSR bei verschiedenen chronischen Schmerzerkrankungen zu einer Linderung der Beschwerden führt.

    Meditation beugt Migräne vor

    Ähnliches konnten auch Dr. Wells und ihre Kollegen feststellen. Nach Ablauf des Kurses hatten die Teilnehmer der MBSR-Gruppe 1,4 Migräneattacken weniger im Monat als zuvor. Die Dauer der Attacken war ausserdem wesentlich kürzer.

    Die Schmerzstärke nahm ebenfalls ab, wenn auch nicht signifikant. Ausserdem gaben die Teilnehmer an, wieder mehr Lebensqualität und zudem das Gefühl zu haben, ihre Migräne selbst positiv beeinflussen zu können.

    Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl plant Dr. Wells bereits eine grösser angelegte Studie, um noch eindringlichere wissenschaftliche Belege zu diesem Thema liefern zu können.

    Migräne natürlich vorbeugen

    Wenn Sie Ihre persönlichen Migräneauslöser noch nicht kennen, kann Ihnen ein Schmerztagebuch dabei helfen, diese herauszufinden. Erst dann können Sie Ihren Lebensstil entsprechend anpassen.

    Regelmässige Meditationen helfen dabei, das Stresslevel zu senken. Damit beugen sie nicht nur Migräne und Kopfschmerzen vor, sondern auch zahlreichen anderen stressbedingten Erkrankungen.

    Wichtiger Hinweis

    Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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    Quellen
    1. (1) Dr. Rebecca Erwin Wells et al., "Meditation for Migraines: A Pilot Randomized Controlled Trial”, Headache, September 2014, "Meditation bei Migräne: eine zufallsbasierte Pilot-Kontrollstudie”)