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  • Mikroplastik strömt auf das Gehirn zu
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Mikroplastik im Gehirn – Risiko für Demenz

Mikroplastik ist allgegenwärtig – auch im menschlichen Körper. Studien liefern Hinweise, dass die winzigen Kunststoffteilchen auch ins Gehirn gelangen. Eine besonders hohe Belastung mit Mikroplastik im Gehirn konnte bei Menschen mit Demenz nachgewiesen werden. Lässt Mikroplastik das Risiko für Demenz steigen?

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 22 März 2026
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Mikroplastik findet den Weg ins Gehirn

  1. Mikro- und Nanoplastik gelangen über verschiedene Wege in den Körper. Sie können aufgrund ihrer geringen Größe die Blut-Hirn-Schranke überwinden und sich im Gehirn anreichern.
  2. Aktuellen Studien zufolge fördert Nanoplastik die Bildung von Alzheimer-typischen Amyloid-Plaques und kann dadurch Nervenzellen schädigen.
  3. Mikroplastik kann die Durchblutung im Gehirn beeinträchtigen, indem es Mikrothromben (kleine Blutgerinnsel) in Kapillaren verursacht. Dies kann zu kognitiven Störungen führen.
  4. In den Gehirnen von Menschen mit Demenz wurden höhere Konzentrationen von Mikroplastik festgestellt. Dies deutet auf einen möglichen Zusammenhang mit neurodegenerativen Erkrankungen hin.
  5. Eine Reduktion von Plastik im Alltag sowie der Schutz der Blut-Hirn-Schranke sind somit von entscheidender Bedeutung.

Mikroplastik und Nanoplastik - Wie groß sind die Partikelchen?

Kunststoffteilchen, die kleiner als 5 Millimeter sind, werden als Mikroplastik bezeichnet. Nanoplastik ist noch deutlich winziger und befindet sich im Bereich von Millionstel Millimetern – für das bloße Auge unsichtbar.

Mikro- und Nanoplastik entsteht, wenn Plastik in der Umwelt – etwa im Meer, im Boden oder durch Reifenabrieb auf Straßen – durch Sonne und Reibung langsam zerfallen. Über Nahrung, Trinkwasser oder die Atemluft gelangen die winzigen Teilchen in den Körper.

Besonders kleine Partikel (Nanoplastik) können über den Darm ins Blut wandern und sich im ganzen Körper verteilen – auch im Gehirn.

Mikroplastik fördert Alzheimer-typische Ablagerungen

Eine im März 2024 veröffentlichte Studie zeigte, dass Nanoplastik die Bildung der für Alzheimer typischen Amyloid-Plaques fördert (1). Dabei handelt es sich um Ablagerungen im Gehirn. Sie entstehen, wenn bestimmte Eiweißmoleküle (Amyloid-β-Peptide) miteinander verklumpen und gelten als ein zentraler Auslöser für die Schädigung von Nervenzellen.

Im Laborversuch beschleunigten winzige Mengen von Polystyrol-Nanopartikeln – einem Kunststofftyp, der unter anderem in Einwegverpackungen und Joghurtbechern vorkommt – die Bildung der Amyloid-Plaques.

Die winzigen Plastikteile verfügen über eine wasserabweisende Oberfläche, die das Zusammenlagern der Amyloid-β-Peptide fördert. Es kam infolgedessen zu einer stärkeren Neurotoxizität, also zu einer verstärkten Schädigung der Nervenzellen.

Mikroplastik könnte somit bei Alzheimer krankheitsverstärkend wirken – ob auch krankheitsverursachend, konnte die Studie nicht zeigen.

Mikroplastik behindert die Durchblutung im Gehirn

Im Januar 2025 identifizierte eine Studie einen weiteren möglichen Mechanismus, wie Mikroplastik dem Gehirn schaden kann (2):

Mikroplastikteilchen, die ins Blut gelangen, können von Immunzellen aufgenommen werden. Diese Zellen bleiben dann in den feinen Blutgefäßen des Gehirns – den Kapillaren – stecken. Dort bilden sie Mikrothromben, also kleine Blutgerinnsel, die die Durchblutung des Hirngewebes einschränken.

Diese Mini-Blockaden verursachten bei Tieren messbare neurologische Veränderungen – etwa verändertes Verhalten und kognitive Störungen, ähnlich wie sie in frühen Stadien von Demenz auftreten.

Bei Demenz mehr Mikroplastik im Gehirn

Im Februar 2025 erschien in Nature Medicine eine Studie, in der man Mikro- und Nanoplastik erstmals systematisch in menschlichem Gewebe nachweisen konnte (3) – darunter Leber, Niere und besonders im Gehirn.

Analysiert wurden Proben von Verstorbenen aus den Jahren 2016 bis 2024. Zunächst zeigte sich, dass sich die Mikroplastik-Konzentration im Gehirngewebe bereits im Laufe dieser wenigen Jahre deutlich erhöht hat.

Ein weiteres Ergebnis war: In den Gehirnen von Personen mit dokumentierter Demenz stellte man höhere Konzentrationen an Mikroplastik fest als bei Personen, die ohne Demenz verstorben waren. Die Plastikteilchen befanden sich abgelagert in den Wänden von Blutgefäßen oder in Immunzellen eingeschlossen.

Das Plastik scheint sich also entweder gezielt in bereits geschädigtem Gewebe anzureichern oder aber es trägt maßgeblich zur Entstehung der gefürchteten neurodegenerativen Prozesse bei, die letztendlich zu Demenz und Alzheimer führen.

Mikroplastik aus Verpackungen und Einwegflaschen

Die in der Studie vom Februar 2025 nachgewiesenen Plastikpartikel bestanden überwiegend aus Polyethylen – einem Kunststoff, der häufig in Plastiktüten, Verpackungen, Einwegflaschen und Textilien verwendet wird. In geringerem Maße wurden auch andere Kunststoffe gefunden.

Die Form der Partikel war oft scharfkantig und splitterartig, was auf einen Zerfallsprozess größerer Plastikprodukte schließen lässt – etwa durch Sonneneinstrahlung, mechanische Reibung oder Hitze.

Es handelte sich also um Mikroplastik, das nachweislich aus Müll in die Umwelt gelangt war.

Über Luft, Wasser und Böden wandern die Minipartikel schließlich in Lebensmittel und finden so auch ihren Weg in den menschlichen Körper.

Besonders Nanoplastik kann die Blut-Hirn-Schranke passieren

Normalerweise wird das Gehirn von der Blut-Hirn-Schranke geschützt. Nur die vom Gehirn benötigten Nährstoffe können die besondere Zellschranke passieren, während die meisten Schadstoffe abgehalten werden.

Nanoplastik aber ist so extrem klein, dass es ab einer Partikelgröße von 100 Nanometern (und kleiner) die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann – und zwar auch bei gesunden Personen.

Des Weiteren gibt es bestimmte Faktoren, die dafür sorgen, dass die Blut-Hirn-Schranke noch durchlässiger wird, z. B. bei älteren Menschen, bei Diabetes, bei Bluthochdruck, bei neurodegenerativen Erkrankungen, bei manchen Autoimmunerkrankungen (z. B. Lupus erythematodes oder auch bei Entzündungen im Gehirn).

In diesen Fällen können noch mehr Schadstoffe und noch mehr Mikroplastikteile ins Gehirn gelangen (4).

Blut-Hirn-Schranke stärken – Gehirn vor Mikroplastik schützen

In unserem Artikel Blut-Hirn-Schranke: So schützen Sie Ihr Gehirn erklären wir, was Sie tun können, um Ihre Blut-Hirn-Schranke zu stärken. Denn eine gut ausgebildete Blut-Hirn-Schranke wird in jedem Fall die eintreffende Menge an Plastikteilchen auf ein Minimum reduzieren.

Stellen sie sich die BHS dabei keinesfalls wie eine starre Mauer vor. Es handelt sich vielmehr um ein empfindliches, dynamisches System, das auf viele Reize reagiert.

Besonders kombinierte Belastungen – etwa schlechte Ernährung kombiniert mit Stress und Umweltfaktoren (Pestizidbelastung (Glyphosat), Lärm oder Feinstaub) – erhöhen das Risiko, dass Schadstoffe wie Nanoplastik ins Gehirn eindringen können.

Fazit: Mikroplastik ist riskant fürs Gehirn!

Mikroplastik bzw. Nanoplastik scheint also in der Lage zu sein, krankhafte Prozesse im Gehirn zu verstärken oder zu beschleunigen. Die Plastikteilchen fördern die Bildung von Ablagerungen oder beeinträchtigen die Durchblutung im Gehirn und begünstigen auf diese Weise Demenz und Alzheimer.

Die Tatsache, dass Mikroplastik inzwischen in praktisch allen untersuchten menschlichen Geweben nachweisbar ist, zeigt, wie wichtig es ist, Plastik im Alltag wo immer möglich zu vermeiden.

Eine leistungsfähige Blut-Hirn-Schranke ist darüber hinaus eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass die Plastikteilchen bestmöglich vom Gehirn ferngehalten werden.

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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