Probiotika gegen Osteoporose
Probiotika sind Präparate aus nützlichen Bakterien, die sich positiv auf die Gesundheit des Menschen auswirken und normalerweise in einem gesunden Darm vorhanden sind.
Bei chronischen Erkrankungen wie Osteoporose oder auch Arthritis (Rheuma) ist meist die Darmflora gestört. Probiotika nun helfen über die Regulierung der Darmflora die ursprüngliche Ursache der Erkrankung zu beheben und können so Heilprozesse anstoßen.
Osteoporose wird auch als Knochenschwund bezeichnet. Die Krankheit führt zu brüchigen und schwachen Knochen, die leicht brechen können. Insbesondere Frauen nach den Wechseljahren sind von einer Osteoporose betroffen. Denn die Krankheit steht eng mit dem Hormonhaushalt in Verbindung.
Probiotische Bakterien erhöhen die Knochendichte
In unserem Hauptartikel über L. helveticus (Lactobacillus helveticus - Das Probiotikum, das wirkt) erklären wir, auf welch vielfältige und positive Weise sich das probiotische Milchsäurebakterium auf die Knochengesundheit auswirkt. Sie finden den Artikel ganz unten, wenn Sie zu den weiterführenden Artikeln scrollen.
L. helveticus erhöht die Bioverfügbarkeit knochenwichtiger Mineralstoffe, hemmt die mineralstoffbindende Wirkung der Phytinsäure, fördert die Bildung der knochenaufbauenden Zellen (Osteoblasten) und reduziert entzündliche Prozesse. Alle diese Eigenschaften tragen in ihrer Gesamtheit zu einer Verbesserung der Knochendichte bei.
Regulierung des Calciumstoffwechsels
Als man in einer doppelblinden randomisierten Crossover-Studie (2004) mit 20 Frauen jenseits der Wechseljahre den Probandinnen Produkte mit L. helveticus gab, sank deren Parathormonspiegel.
Das Probiotikum verbesserte also den Calciumstoffwechsel (3), denn ein hoher Parathormonspiegel würde dafür sorgen, dass Calcium aus den Knochen abgezogen wird. In der Placebogruppe konnte ein solch positiver Effekt nicht beobachtet werden.
Knochenschwund wird gebremst
In einer weiteren Studie (2016) konnte gezeigt werden, dass Probiotika den wechseljahrestypischen Knochenschwund aufhalten können. Damals waren die Probanden jedoch Mäuse.
Wissenschaftler der University of Gothenburg/Schweden konnten dann aber im Juni 2018 auch am Menschen zeigen, dass Nahrungsergänzungsmittel mit Probiotika in die Therapie der Osteoporose eingesetzt werden können (1). Denn sie konnten den alters- und hormonbedingten Knochenschwund bei Frauen nach den Wechseljahren bremsen.
Meist wird Osteoporose erst nach einem Sturz mit Knochenbruchfolge diagnostiziert. Daher seien dringend präventive Maßnahmen erforderlich, so Dr. Mattias Lorentzon, Chefarzt und Professor der Geriatrie an der University of Gothenburg.
Erste Studie am Menschen bestätigt: Probiotika wirken bei Osteoporose
Wie gut sich Probiotika als eine solche präventive Maßnahme eignen, zeigte Lorentzon in seiner doppelblinden Studie, die im Journal of Internal Medicine veröffentlicht wurde:
Neunzig Frauen (durchschnittlich 76 Jahre alt) erhielten ein Jahr lang entweder ein Probiotikum (mit L. reuteri 6475) oder ein Placebopräparat. Weder die Frauen noch die Forscher wussten, wer das tatsächliche Probiotikum und wer das Placebopräparat erhielt.
“Am Ende der Studie untersuchten wir am Unterschenkelknochen das Ausmaß des Knochenschwundes mit Hilfe eines CT-Scans und verglichen die Ergebnisse mit den Werten, die wir zu Beginn der Studie festgestellt hatten”,
berichtete Dr. Anna Nilsson, ebenfalls Professorin an der University of Gothenburg.
Bei den Frauen, die das Probiotikum eingenommen hatten, konnten wir nur einen halb so starken Knochenschwund erkennen (2) als in der Placebogruppe. Nebenwirkungen konnten keine beobachtet werden, was bedeutete, dass das Probiotikum gut vertragen wurde.
Professor Lorentzon erklärte, dass Probiotika eine wirksame und sicherer Möglichkeit darstellten, um gerade bei älteren Menscchen einer Osteoporose vorzubeugen. Probiotika können also – so die schwedische Studie – langfristig zur Prävention von Knochenschwund eingesetzt werden.
Einnahme von Probiotika in der Prävention und Therapie von Osteoporose
In obiger Untersuchung hatte man einen Stamm des probiotischen Bakteriums L. reuteri eingesetzt. Ganz am Anfang erklärten wir, dass auch L. helveticus positive Auswirkungen auf die Knochengesundheit hat. In der ebenfalls oben erwähnten Mäusestudie war ferner eine probiotische Mischung aus verschiedenen Bakterienstämmen erfolgreich zum Einsatz gekommen.
Wenn Sie daher Probiotika zur Prävention oder begleitenden Therapie von Osteoporose einnehmen möchten, eignen sich Präparate am besten, die in jedem Fall L. reuteri und L. helveticus enthalten.
* Hier erhalten Sie ein reines L. reuteri-Präparat und hier ein Probiotikum, das u. a. L. helveticus und L. reuteri enthält.
Bei der Einnahme von Probiotika sollten Sie einige Dinge beachten, die wir in unserem Artikel Probiotika - Anwendung und Einnahme erklären.
Auch unser Artikel Darmflora aufbauen - Anleitung und Tipps enthält wichtige Informationen und Vorschläge zum Einnahmeschema von probiotischen Präparaten.
Beide Artikel finden Sie weiter unten bei den weiterführenden Artikeln.