Zentrum der Gesundheit
  • Frau hat starke Rückenschmerzen
12 Dezember 2021
5 min

Was verursacht Rückenschmerzen und Durchfall gleichzeitig?

Sie haben Rückenschmerzen und gleichzeitig Durchfall? Wenn beide Symptome zusammen auftreten, kann das verschiedene Ursachen haben. Kennt man die Ursache, weiss man auch, was zu tun ist.

Kostenlosen Newsletter abonnieren

Mit Ihrer Anmeldung erlauben Sie die regelmässige Zusendung des Newsletters und akzeptieren die Bestimmungen zum Datenschutz.

Rückenschmerzen und Durchfall: Was kann das sein?

Wenn Rückenschmerzen gleichzeitig mit Durchfall auftauchen, so kann das natürlich Zufall sein. Doch können beide Symptome auch auf ganz bestimmte Krankheiten hindeuten. Die erste Krankheit, die wir beschreiben und in deren Verlauf es zu Durchfall und Rückenschmerzen kommen kann, ist die Zöliakie (2).

Zöliakie

Die Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, bei der sich die Dünndarmschleimhaut entzündet, sobald glutenhaltige Lebensmittel verzehrt werden. Gluten ist ein Protein, das sich in vielen Getreidearten findet, z. B. in Weizen, Dinkel, Roggen und Gerste.

Eine derart chronische Entzündung der Darmschleimhaut führt häufig bei jedem Patienten zu etwas anderen Symptomen, je nach Ausprägung der Entzündung. Oft leiden schon Kinder an Zöliakie. Ihre Symptome sind meist Durchfälle, Bauchschmerzen und Entwicklungsstörungen, da der kranke Darm die Nährstoffe nicht mehr richtig aufnehmen und verwerten kann.

Bei Erwachsenen zeigt sich die Zöliakie ebenfalls meist mit chronischen Durchfällen, aber zusätzlich in manchen Fällen auch mit Schmerzen in den Gelenken und im unteren Rücken.

Weitere Symptome der Zöliakie sind:

  1. Müdigkeit
  2. Unerwünschter Gewichtsverlust
  3. Mangelerscheinungen, wie z. B. Anämie
  4. Depressionen
  5. Kopfschmerzen
  6. Aphthen (kleine Bläschen im Mund)

Der erste Schritt in der Therapie einer Zöliakie ist die Umstellung der Ernährung auf eine glutenfreie Ernährung. Wichtig ist, dass die Ernährung dennoch vollwertig gestaltet wird, da es sehr viele glutenfreien Produkte gibt, die diesem Anspruch nicht genügen und daher auch nicht sonderlich gesund sind.

  1. Mehr zu diesem Thema lesen Sie hier: Diese glutenfreien Produkte sind nicht gesund

Dysmenorrhoe – Menstruationsbeschwerden

Dysmenorrhoe ist der Fachbegriff für Regelschmerzen (Bauchkrämpfe in den Tagen vor und während der Menstruation). Betroffen sind 45 bis zu 95 Prozent der Frauen. Oft ziehen die Schmerzen bis in die Beine oder verlagern sich in den unteren Rücken, so dass Rückenschmerzen nicht selten zu den Symptomen einer Dysmenorrhoe gehören, ohne dass man im Rücken eine Ursache finden würde (1, 3).

Weitere Symptome einer Dysmenorrhoe sind:

  1. Durchfall
  2. Übelkeit und Erbrechen
  3. Müdigkeit
  4. Schlafstörungen

Oft greifen Betroffene zu Schmerzmitteln, wie Aspirin oder Ibuprofen. Ärzte hingegen verordnen in diesen Fällen gerne die Pille.

Ganzheitliche Massnahmen, die langfristig sehr gute Wirkung zeigen, umfassen u. a. die folgenden:

  1. Regelmässig Bewegung/Sport
  2. Nicht mehr rauchen
  3. Für ausreichend Schlaf sorgen
  4. Gesunde Ernährung
  5. Optimierung der Vitalstoffversorgung
  6. Entspannungstechniken erlernen
  7. Massagen
  8. Yoga und Pilates

Eine detaillierte Vorstellung der ganzheitlichen Vorgehensweise bei Menstruationsbeschwerden finden Sie hier: Menstruationsbeschwerden natürlich lindern

Divertikulose – Divertikel im Darm

Divertikel im Darm – man spricht von Divertikulose – sind Ausstülpungen in der Darmwand, die sich schmerzhaft entzünden können (Divertikulitis) und daraufhin meist mit Antibiotika behandelt werden.

Andernfalls kann es zu Komplikationen kommen, wie Abszessen, Durchbrüchen, Blutungen etc. Zu den typischen Symptomen einer Divertikulitis gehören (4):

  1. Durchfall oder Verstopfung
  2. Schmerzhafte Krämpfe im linken Unterleib, die in manchen Fällen in den Rücken ausstrahlen können
  3. Fieber
  4. Übelkeit und Erbrechen
  5. Müdigkeit

Was die Ursachen für Divertikel sein könnten und wie man eine Divertikulose naturheilkundlich behandeln kann (wozu auch die Hocksitzhaltung gehört), lesen Sie hier: Divertikulitis: Ursachen und Therapie

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen umfassen insbesondere die Colitis ulcerosa, die den Dickdarm betrifft, und den Morbus Crohn, der im gesamten Verdauungstrakt auftreten kann. Meist verlaufen die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen schubweise und zeigen sich dann in starken Durchfällen und Bauchkrämpfen.

Manche Betroffenen reagieren auch mit Gelenkschmerzen oder Rückenschmerzen.

Andere Symptome von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen können die folgenden sein:

  1. Müdigkeit
  2. Unerwünschter Gewichtsverlust
  3. Blutungen aus dem Darm
  4. Appetitverlust
  5. Übelkeit und Erbrechen
  6. Hautausschläge
  7. Ikterus (Gelbverfärbung der Haut und Augen)

Wie wichtig die richtige Ernährung bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sein kann, haben wir hier beschrieben: Pflanzenbasierte Ernährung besiegt Morbus Crohn

Auch sollte die Vitalstoffversorgung im Auge behalten werden, z. B. der Vitamin-D-Spiegel, da dieser bei chronischen Erkrankungen oft niedrig ist, was Schübe begünstigen kann.

Nierenbeckenentzündung

Eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) kann die Folge einer Harnwegsentzündung sein, wenn die entsprechenden Bakterien in die Nieren wandern. Nicht selten ist in diesem Fall ein Krankenhausaufenthalt erforderlich.

Zu den typischen Symptomen einer Nierenbeckenentzündung gehören Rückenschmerzen, die von den Betroffenen oft nicht sofort den Nieren zugeordnet werden. Weitere Symptome sind neben Durchfall auch Schmerzen beim Wasserlassen, Fieber, dunkler übelriechender Urin, Appetitverlust sowie Erbrechen und Übelkeit.

Da die Nieren sehr empfindliche Organe sind, die sich nur schwer wieder von Schäden erholen können, sollten derartige Nierenprobleme durch eine gesunde und nierenfreundliche Lebensweise von vornherein vermieden werden.

  1. Naturheilkundliche Massnahmen zur Stärkung der Nieren finden Sie hier: Die ganzheitliche Nierenreinigung

Bei bereits bestehender Nierenproblematik sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Muss man bei Durchfall und Rückenschmerzen zum Arzt?

Hat man nur ein bisschen Durchfall, muss man sicher nicht zum Arzt. Bei anhaltend starkem Durchfall sollten Sie nach zwei Tagen jedoch in jedem Fall einen Arzt aufsuchen bzw. einen solchen rufen, da Durchfall Wasser- und Mineralstoffverluste verursacht, was beides zu ernsthaften Komplikationen führen kann.

Auch bei Blut im Stuhl und Fieber ist der Arzt die erste Anlaufstelle, genauso um die konkrete Ursache von Rückenschmerzen abzuklären. Denn gerade bei ernsten Problemen wie einer Nierenbeckenentzündung deutet man die Rückenschmerzen oft nicht richtig, so dass ein Arzt sicherheitshalber derart kritische Ursachen ausschliessen sollte.

Liebe Leserinnen und Leser,
Hier haben Sie die Möglichkeit, bei unseren Artikeln einen Kommentar zu hinterlassen. Wir freuen uns über Lob, aber auch über konstruktive Kritik. Wenn Sie Kritik anbringen, geben Sie bitte auch die Quelle/Studie an, auf die Sie sich beziehen.
Lieben Dank, Ihre Redaktion vom Zentrum der Gesundheit

Quellen
  1. (1) Stella Iacovides, Ingrid Avidon, Fiona C. Baker, What we know about primary dysmenorrhea today: a critical review, Human Reproduction Update, Volume 21, Issue 6, November/December 2015, Pages 762–778
  2. (2) Vereckei E, Mester A, Hodinka L, Temesvári P, Kiss E, Poór G, Back pain and sacroiliitis in long-standing adult celiac disease: a cross-sectional and follow-up study, Rheumatol Int. 2010 Feb;30(4):455-60
  3. (3) Johns Hopkins Medicine, Dysmenorrhea, abgerufen 22.7.2019
  4. (4) Rachel Nall, What can cause both lower back pain and diarrhea? Juli 2019, Medical News Today