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  • Omega-3-Fettsäuren

Diese Ernährung kann chronische Schmerzen lindern

Bei chronischen Schmerzen werden meist Schmerzmittel verordnet. Oft könnte schon eine einfache Ernährungsumstellung die Schmerzen lindern. Denn die typisch westliche Ernährung kann chronische Schmerzen verstärken.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
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23 August 2021

Ernährungsumstellung kann Schmerzen lindern

Eine typisch westliche Ernährung erhöht das Risiko für chronische Schmerzen – und zwar besonders bei Menschen mit Übergewicht und Typ-2-Diabetes, so eine Untersuchung der University of Texas, die im Juni 2021 in Nature Metabolism veröffentlicht wurde (1, 2). Umgekehrt kann eine entsprechende Ernährungsumstellung chronische Schmerzen lindern oder gar ganz beheben.

Eine westliche Ernährung besteht insbesondere aus Back- und Teigwaren, Fleisch- und Wurstprodukten, Fertigprodukten sowie ungesunden Snacks und zeichnet sich durch einen hohen Fett-, Protein- und Kohlenhydratgehalt aus, während naturbelassene pflanzliche Lebensmittel (Obst, Gemüse, Salate, Saaten, Sprossen etc.) Mangelware sind.

Chronische Schmerzen sind auch ernährungsbedingt

Chronische Schmerzen sind meist die Folge chronisch entzündlicher Erkrankungen, wie z. B. einer Arthritis (Rheuma), die mit chronischen Gelenkschmerzen einhergeht oder eines Diabetes, der zu einer Polyneuropathie mit chronischen Nervenschmerzen führen kann. Aber auch Verletzungen und Operationen können chronische Schmerzzustände nach sich ziehen.

In genannter Studie, die von einem Team aus 17 Wissenschaftlern durchgeführt wurde, ist zu lesen, dass bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder auch bei Autoimmunerkrankungen regelmässig zu einer fettärmeren Ernährung geraten wird. Bei chronischen Schmerzzuständen aber gibt es selten eine ärztliche Ernährungsempfehlung. Gerade das aber wäre sehr wichtig und würde für den Patienten eine grosse Erleichterung bedeuten, da die chronischen Schmerzen auch ernährungsbedingt sein könnten. 

Omega-6-Fettsäuren: Risikofaktor für Schmerzen

Das Forscherteam konnte – an Mäusen, aber auch an Menschen – zeigen, dass die typisch westliche Ernährung, die besonders reich an mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäuren ist, ein signifikanter Risikofaktor für entzündliche Schmerzen, aber auch für Nervenschmerzen darstellt.

Je mehr Omega-6-Fettsäuren, umso stärker der Schmerz

Bei Patienten mit Diabetes Typ 2 stellten die Wissenschaftler beispielsweise fest, dass deren neuropathische Schmerzen umso stärker waren und sie umso mehr Schmerzmittel nahmen, je höher der Omega-6-Gehalt ihrer Haut war.

So führen Omega-6-Fettsäuren zu Schmerzen

Denn Omega-6-Fettsäuren reichern sich in den Zellmembranen an und oxidieren dort zu sog. Oxylipinen, die das Gewebe schmerzempfindlich machen. Bei Mäusen führte eine Omega-6-reiche Ernährung zu schmerzhaften Überempfindlichkeiten, hochreaktiven Nervenzellen und zu Nervenschäden, die an eine Neuropathie erinnerten.

Die beiden Omega-6-Fettsäuren Linolsäure und Arachidonsäure reichern sich überdies im Spinalganglion ein, einem Nervenknoten im Wirbelkanal der Wirbelsäule und führen zu einer erhöhten PLA2-Aktivität. PLA2 ist ein Enzym namens Phospholipase A2, das zur Bildung entzündungsfördernder Botenstoffe (Prostaglandine) beiträgt. Wenn PLA2 gehemmt wird – entweder mit Medikamenten oder über die nachfolgend beschriebene Ernährung – dann lassen sich die beschriebenen Schmerzempfindlichkeiten wieder umkehren.

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Omega-6-Fettsäuren sind nicht immer schädlich

Omega-6-Fettsäuren sind nicht grundsätzlich schädlich. Im Gegenteil. Es handelt sich um essentielle Fettsäuren, die lebensnotwendig sind und mit der Nahrung zugeführt werden müssen. Doch ist ihr Anteil in der westlichen Ernährung einfach zu hoch, während die andere Gruppe der mehrfach ungesättigten Fettsäuren – die Omega-3-Fettsäuren – in viel zu geringer Menge verzehrt werden.

In diesen Lebensmitteln sind Omega-6-Fettsäuren enthalten

Omega-6-reiche Fette werden überdies bevorzugt für ungesunde Produkte verwendet, wie z. B. für Chips und anderes Knabberzeug, Fastfood und Kuchen und sind in fettreichen Fleisch- und Wurstprodukten enthalten. Besonders Omega-6-reiche Öle und Fette sind Sonnenblumenöl, Distelöl, Maiskeimöl, Sojaöl und Margarine oder Streichfette daraus.

In diesen Lebensmitteln sind Omega-3-Fettsäuren enthalten

Omega-3-Fettsäuren sind dagegen in fettem Seefisch, Leinsaat, Hanfsaat, Walnüssen und den entsprechenden Ölen enthalten, aber auch in Gemüse. Eine Liste mit dem Omega-3-Gehalt verschiedener Lebensmittel finden Sie im vorigen Link.

Auch Glutamat verschlimmert Schmerzen

Da in ungesunden Omega-6-reichen Lebensmitteln häufig auch der Geschmacksverstärker Glutamat enthalten ist, schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe, wenn Sie derartige Lebensmittel meiden. Denn es ist bekannt, dass Glutamat Schmerzen verschlimmert.

Rezepte mit Omega-3-Fettsäuren

Wenn Sie daher ab sofort weniger Omega-6-reiche Lebensmittel essen und mehr Omega-3-reiche Lebensmittel, dann kann schon allein diese Veränderung Ihre chronischen Schmerzzustände bessern. Leckere und gesunde Rezepte mit Omega-3-reichem Leinöl finden Sie in unserer Rezepte-Rubrik.

Kapseln mit Omega-3-Fettsäuren

Deutlich höhere Omega-3-Mengen können Sie mit Algenöl-Kapseln zu sich nehmen, z. B. mit den Omega-3 Forte Kapseln von effective nature, die pro Tagesdosis über 1000 mg langkettige Omega-3-Fettsäuren liefern. Hochdosierte Omega-3-Fettsäuren können sogar Muskelkaterschmerzen vorbeugen.

Denken Sie bei chronischen Schmerzen ausserdem an Vitamin D. Das Vitamin bessert chronische Schmerzen, so eine Untersuchung von 2017 – natürlich insbesondere dann, wenn zuvor ein Mangel bestanden hatte. Wir stellen überdies hier Alternativen zu Schmerzmitteln vor.

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Ramona, Absolventin

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Quellen
  1. (1) Jacob T. Boyd et al, Elevated dietary ω-6 polyunsaturated fatty acids induce reversible peripheral nerve dysfunction that exacerbates comorbid pain conditions, Nature Metabolism (2021)
  2. (2) University of Texas Health Science Center at San Antonio, Western high-fat diet can cause chronic pain, according to research team, 23.6.2021, MedicalXpress