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Zucker fördert Rückfall bei Krebs

Ein hoher Zuckerkonsum in den Monaten vor und nach einer Krebsbehandlung lässt das Risiko einer Wiederkehr des Krebses steigen. Auch die Gefahr, dass der Krebs tödlich verläuft, steigt bei Patienten, die viel Zucker essen.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 19 Mai 2026
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Zucker erhöht Risiko für Krebsrückkehr und Tod

Zucker erhöht offenbar das Risiko für Rezidive (Rückfälle) bei Kopf- und Halskrebs, entdeckten amerikanische Ernährungswissenschaftler.

Dazu gehören beispielsweise Tumoren in der Mundhöhle, dem Rachen, am Kehlkopf, den Lippen oder auch in der Luftröhre. Kopf- und Halstumoren stehen bei Männern an siebter Stelle in der Rangliste der häufigsten Krebsarten.

Die Forscher der University of Illinois untersuchten die Ernährung von mehr als 400 Patienten mit Kopf- und Halstumoren vor und nach deren Therapie. Insgesamt wurden die Teilnehmer 26 Monate lang (vom Tag ihrer Diagnose an) von den Wissenschaftlern begleitet. Die Studie erschien am 31. März 2018 im International Journal of Cancer (1).

Mehr einfache Kohlenhydrate, höheres Sterberisiko

Mehr als 17 Prozent der Patienten erlebte in dieser Zeit ein Rezidiv (Rückfall) und 42 Patienten starben daran. Weitere 70 Teilnehmer starben aufgrund anderer Ursachen.

Es zeigte sich, dass jene Patienten, die im Jahr vor ihrer Diagnose am meisten sog. einfache Kohlenhydrate konsumierten (in Form von Haushaltszucker, Fructose, Lactose und Maltose), auch ein höheres Risiko hatten, in der Folgezeit zu sterben (1) (am Tumor, aber auch an anderen Todesursachen) – so Studienautorin Anna E. Arthur, Professorin für Ernährungswissenschaften und Humanernährung an der University of Illinois.

Als niedriger Kohlenhydratkonsum galt der Verzehr von 1,3 Portionen pro Tag.

Als hoher Kohlenhydratkonsum galt der Verzehr von 4,4 Portionen pro Tag.

1 Portion entspricht z. B. 1 EL Zucker, 1 EL Marmelade, ½ Tasse Eiscreme oder 1 Tasse eines gesüssten Softdrinks.

Die höheren Sterblichkeitsraten waren insbesondere bei den Patienten mit Mundhöhlenkrebs zu beobachten, die gleichzeitig am meisten Kohlenhydrate verzehrten. Bei Rachentumoren konnten hingegen keine derartigen Zusammenhänge entdeckt werden.

Bei Krebs in den Stadien 1 bis 3 schien ein hoher Zuckerverzehr ausserdem das Sterblichkeitsrisiko deutlich zu erhöhen. Im Stadium 4 jedoch war kein Einfluss mehr festzustellen.

* Natürliche und gesunde Zuckeralternativen finden Sie hier unter diesem Link.

Komplexe Kohlenhydrate zeigten schützende Wirkung

Professor Arthur, die gleichzeitig onkologische Ernährungsexpertin ist, betonte, dass der beobachtete Zusammenhang zwischen Zuckerverzehr und dem Sterblichkeitsrisiko natürlich noch nicht bedeute, dass dieser tatsächlich die Todesursache sei. Daher müssten nun randomisierte klinische Studien zeigen, ob eine Einschränkung des Kohlenhydrateverzehrs eine schützende Wirkung haben und tatsächlich die Überlebensrate steigern kann.

Der Verzehr von Fett (täglich knapp 70 Gramm) und von stärkehaltigen Lebensmitteln (komplexe Kohlenhydrate wie Kartoffeln, Vollkorn, Hülsenfrüchte) nach einer Therapie schien vorteilhafte Auswirkungen zu haben und senkte das Risiko eines Rezidivs und auch das Risiko eines verfrühten Todes.

Forscher arbeiten an Ernährungsempfehlungen

“Unsere Ergebnisse zeigen gemeinsam mit anderen Studien, dass die Art der Ernährung den Ausgang einer Krebserkrankung beeinflusst“,

sagte Amy M. Goss, Professorin für Ernährungswissenschaften an der University of Alabama, Birmingham. “Wir planen weitere Studien, um die zugrundeliegenden Mechanismen zu identifizieren und herauszufinden, wie der Verzicht auf Zucker und andere Glucosequellen das Tumorwachstum beeinflussen kann.“

“Diese Beobachtungsstudie ist besonders wichtig, da sie sich auf schwer behandelbare Formen konzentriert und nur wenig darüber bekannt ist, wie der Patient mit Hilfe der Ernährung zum Kampf gegen den Krebs beitragen kann“, ergänzt Dr. Laura Q. Rogers, ebenfalls Professorin für Ernährungswissenschaften.

Fazit: Bei Krebs pflanzenbasiert und vitalstoffreich

Auch wenn die Wissenschaftler aus Illinois und Alabama glauben, erst am Anfang der Forschungsreihe zur richtigen Ernährung zu stehen, so zeigen doch längst frühere Studien und auch Erfahrungsberichte, dass die Ernährung bei der Erkrankung eigentlich ganz einfachen Kriterien zu folgen hat: Es ist eine pflanzenbasierte, vollwertige und vitalstoffreiche Ernährung ohne isolierte Kohlenhydrate.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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