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Flavonoidreiche Ernährung senkt das Alzheimerrisiko

Alzheimer gilt bis heute als unheilbar. Darum ist es umso wichtiger, der Krankheit vorzubeugen. Eine flavonoidreiche Ernährung kann das Risiko für Alzheimer und Demenzen reduzieren.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 10 April 2026
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Ursachen für Alzheimer nicht vollständig geklärt

Über 1,8 Millionen Menschen leiden in Deutschland an Demenz (1). Alzheimer ist dabei die häufigste Demenzerkrankung: Bei rund zwei Dritteln aller Fälle handelt es sich um Alzheimer (2).

Die Ursachen für Alzheimer sind bis heute nicht vollständig geklärt. Betroffene leiden an Gedächtnis- und Wahrnehmungsstörungen sowie an Orientierungslosigkeit, was auf den Verlust von Nervenzellen zurückgeführt wird. Die Krankheit gilt zudem bis heute als unheilbar.

Daher ist es umso wichtiger die Risikofaktoren zu identifizieren, die zu Alzheimer und anderen Formen der Demenz führen können und entsprechend vorzubeugen. Forscher der Tufts University in Boston haben sich genauer mit dem Alzheimerrisiko befasst.

Flavonoide senken das Alzheimerrisiko

Die Studie, im April 2020 veröffentlicht im American Journal of Clinical Nutrition, untersuchte, ob eine flavonoidreiche Ernährung das Risiko für Alzheimer und weitere Formen der Demenz beeinflusst (3).

Die Forscher werteten hierfür Daten der Framingham Heart Study aus. Dies ist eine Studie, die vor allem Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersucht, jedoch auch andere Krankheiten, wie Demenz überwacht.

Dabei werden die Teilnehmer seit 1970 alle 4 Jahre körperlich untersucht. In einem Fragebogen müssen sie zudem für 126 Nahrungsmittel angeben, wie häufig sie diese zu sich nehmen. Die Nahrungsmittel aus dem Fragebogen, welche die meisten Flavonoide enthalten sind Orangen und Orangensaft, Äpfel, Birnen, Erdbeeren, Tee und Rotwein.

Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass Personen, die sich flavonoidreich ernähren, ein geringeres Risiko für Alzheimer und generell für Demenzerkrankungen haben als Personen, die weniger Flavonoide zu sich nehmen. Je mehr flavonoidreiche Nahrungsmittel man also langfristig isst, desto geringer ist das Risiko an Alzheimer zu erkranken.

Diese Ergebnisse zeigen, dass die Ernährung eine wichtige Rolle zur Vorbeugung von Alzheimer und weiteren Demenzerkrankungen spielt.

So wirken Flavonoide gegen Demenzerkrankungen

Flavonoide sind sekundäre Pflanzenstoffe. Sie können in mehrere Untergruppen aufgeteilt werden, die sich wiederum in weitere Untergruppen gliedern.

In der Studie aus 2020 wurden die folgenden Untergruppen untersucht, die häufig in unserer Ernährung vorkommen: Flavonole, Flavone, Flavanone, Flavan-3-Ole, Anthocyanine und Flavanoid-Polymere.

Wie genau Flavonoide im Körper wirken ist noch nicht ausreichend erforscht. Es gibt vermutlich über 8000 verschiedene Flavonoide, die unterschiedliche Wirkungsweisen haben.

Im Falle von Demenzerkrankungen gehen die Forscher aber davon aus, dass Flavonoide altersbedingte Verschlechterungen der kognitiven Fähigkeiten verhindern oder minimieren (4).

Mit einer flavonoidreichen Ernährung Alzheimer vorbeugen

Da Flavonoide unterschiedlich wirken und jedes Lebensmittel andere Flavonoide bzw. eine andere Flavonoidkombination enthält, ist eine abwechslungsreiche Ernährung mit ganz unterschiedlichen Gemüse-, Obst- und Kräuterarten der Schlüssel zum Erfolg.

Als besonders flavonoidreich gelten zum Beispiel die folgenden Lebensmittel: Zitrusfrüchte- und säfte, Beeren, Petersilie, Äpfel, Grün- und Schwarztee, dunkle Schokolade (Kakao) sowie in den folgenden beiden Lebensmitteln:

Sellerie

Flavonoide sind sowohl in Knollensellerie als auch in Stangensellerie enthalten (5). Die höchsten Mengen sind in den Blättern des Stangenselleries zu finden.

Sojaprodukte

Die Flavonoide in der Sojabohne heißen Isoflavone. Wählen Sie traditionelle und fermentierte Sojaprodukte, wie Tempeh, Edamame, Miso, Joghurt und Tofu (6). Sie enthalten mehr Flavonoide als stark verarbeitete Sojaprodukte.

* Die 30 besten Tofu-Rezepte aus unserer ZDG-Küche finden Sie unter vorigem Link.

So nehmen Sie viele Flavonoide zu sich

Hier finden Sie einige Anregungen, wie eine flavonoidreiche Ernährung aussehen könnte:

Säfte und Smoothies trinken

Trinken Sie frisch gepresste Säfte, wie Selleriesaft oder auch selbstgemachte Smoothies, z. B. einen Petersilie-Zitrusfrucht-Smoothie oder einen Smoothie aus Orangensaft, Petersilie und Äpfeln.

Gemüsesuppen und Kräuterpesto

Da Flavonoide hitzebeständig sind (7), können Sie sich auch leckere Suppen oder Saucen zubereiten, z. B. eine Sellerie-Apfel-Suppe oder auch ein aromatisches Basilikum-Pesto.

Soja statt Kuhmilch

Wählen Sie als proteinreiche Beilage Tofu oder Tempeh und nehmen Sie Soja-Joghurt statt Kuhmilchjoghurt.

Mit Kräutern würzen

Würzen Sie Ihre Speisen mit vielen Kräutern. Auch die Blätter des Stangenselleries sind essbar und können zum Würzen verwendet werden.

Beeren-Sorbet und Chia-Pudding als Dessert

Essen Sie zum Nachtisch ein leckeres Beeren-Sorbet oder einen Schoko-Chia-Pudding. Und erfrischen Sie sich im Sommer mit einem Beeren-Smoothie oder einem Eistee aus Granatapfel und Beeren.

Alle genannten Gerichte/Getränke finden Sie in unserer Rezepterubrik "Gesunde Rezepte", wo Sie natürlich noch viele weitere vitalstoff- und flavonoidreiche Rezepte entdecken werden.

Weitere Informationen darüber, wie Sie Ihr Alzheimerrisiko senken können, lesen Sie in unserem Artikel Alzheimer-Prävention - Tipps zur Vorbeugung.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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