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Darmkrebs - Immer häufiger bei jungen Menschen

Immer mehr jüngere Leute unter 45 Jahren erkranken an Darmkrebs. Forscher vermuten, dass eine bestimmte Lebensmittelgruppe dafür verantwortlich sein könnte oder zumindest an der Entstehung des Krebses maßgeblich beteiligt ist. Es sind jene Lebensmittel, die auch als wichtige Ursache vieler anderer Erkrankungen gelten.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 07 Mai 2026
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Schlechte Ernährung für jeden 5. Todesfall verantwortlich

Frühere Studien zeigen, dass eine ungesunde Ernährung für jeden fünften Todesfall (weltweit) verantwortlich ist, was umgekehrt bedeutet, dass jeder fünfte (vorzeitige) Todesfall mit einer gesunden Ernährung verhindert werden könnte (1).

Schlechte Ernährung sorgt für immer mehr Darmkrebs

Im Sommer 2023 erschienen zwei weitere Studien zu diesem Thema: In der ersten Studie zeigten Forscher der Tufts University, dass eine Ernährung mit einem hohen Anteil stark verarbeiteter Nahrungsmittel das Risiko für Darmkrebs erhöht – insbesondere bei Männern und zwar um 29 Prozent.

Bei Frauen stieg das Risiko insbesondere, wenn sie häufig Fertigprodukte konsumierten (2).

In Deutschland steht Dickdarmkrebs an fünfter Stelle der krebsbedingten Todesursachen (9) (nach Lungenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Brustkrebs und Prostatakrebs).

Warum sind verarbeitete Lebensmittel so schädlich

Natürlich gibt es noch weitere Risikofaktoren für Darmkrebs, etwa Übergewicht, Bewegungsmangel, Diabetes oder Tabakkonsum. Mindestens ebenso bedeutsam ist jedoch der Einfluss der Ernährung.

Stark verarbeitete Lebensmittel enthalten nicht nur belastende Stoffe und Zutaten, die chronische Entzündungsprozesse fördern. Ihnen fehlen auch antioxidative und entzündungshemmende Stoffe.

Des Weiteren fehlen präbiotische Zutaten, also Ballaststoffe, die sich positiv auf die Darmflora auswirken, außerdem Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe, die das Immunsystem stärken und krebsschützende Eigenschaften haben.

Eine schlechte Ernährung trägt somit zu Darmflorastörungen und Entzündungsprozessen bei. Beide wiederum gehören zu den Ursachen vieler chronischer Erkrankungen, auch von Herz-Kreislauferkrankungen. Will man letztere vermeiden, wäre es daher wichtiger, eine entzündungshemmende Ernährung zu praktizieren, statt immer nur die Blutfett- und Cholesterinwerte zu tracken.

* Wie Sie sich entzündungshemmend ernähren, zeigt Ihnen unser 7-tägiger entzündungshemmender Ernährungsplan.

Wir erleben eine Epidemie junger Darmkrebspatienten!

Dr. Anton Bilchik, Leiter des Saint John’s Cancer Institute in Santa Monica sagte nach einer entsprechenden Studie schon im August 2021: „Wir erleben gerade eine Epidemie junger Darmkrebspatienten unter 45 Jahren (8).“

Die Zahl der Darmkrebsfälle in jungen Jahren steige wie bei keinem anderen Krebs. Die Ursache sei auch hier die Ernährung aus vorwiegend stark verarbeiteten Lebensmitteln.

Schlechte Ernährung erhöht Sterberisiko

In der zweiten Studie stellte ein italienisches Forscherteam fest, dass Personen, mit einer minderwertigen Ernährung, ein höheres Risiko haben, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu versterben, aber auch ein höheres Risiko haben, an allen anderen Ursachen zu sterben (3).

„Der Verarbeitungsgrad wirkte sich dabei schädlicher auf das Sterberisiko aus als der Nährstoffgehalt der Lebensmittel“, erklärten die Wissenschaftler rund um Dr. Marialaura Bonaccio, Epidemiologin und Präventionsmedizinerin am Istituto di Ricovero e Cura a Carattere Scientifico einer privaten Forschungsklinik in der Nähe von Foggia im Süden Italiens.

Verarbeitete Lebensmittel meiden - Darmkrebs verhindern

In einer Kohortenstudie (Langzeitbeobachtung einer großen Personengruppe) von 2025 zeigte sich, dass von über 29.000 Frauen (alle unter 50 Jahren) jene ein um 45 % höheres Risiko für Darmkrebsvorstufen (Adenome) hatten, die am meisten stark verarbeitete Lebensmittel konsumierten.

Durchschnittlich nahmen stark verarbeitete Lebensmittel einen Anteil von knapp 35 % an der täglichen Energiezufuhr ein. Das Risiko stieg für jene, die diese 35 % deutlich überschritten (10).

Die Wissenschaftlicher schrieben, dass eine Optimierung der Ernährung daher das Risiko für Darmkrebs in jungen Jahren (und natürlich auch später) vermutlich merklich senken könne.

Welche Lebensmittel sind schuld?

Eine minderwertige, ungesunde oder schlechte Ernährung ist dabei als Ernährung mit einem hohen Anteil stark verarbeiteter Nahrungsmittel oder stark verarbeiteter Zutaten definiert.

Was sind stark verarbeitete Zutaten?

Zu den stark verarbeiteten Zutaten zählen z. B. Zucker, Zuckeraustauschstoffe, Fructose- oder Glucosesirup und Süßtoffe, außerdem raffinierte Fette und Öle sowie Lebensmittelzusatzstoffe wie Geschmacksverstärker, Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Stabilisatoren, Säuerungsmittel, Verdickungsmittel, Emulgatoren, Maltodextrin uvm.

Was sind stark verarbeteitete Lebensmittel?

Entsprechend sind stark verarbeitete Nahrungsmittel z. B. die folgenden: Softdrinks, Energydrinks, Säfte aus Konzentrat, Limonaden, Energieriegel, Instantlebensmittel (z. B. Instantsuppen und -saucen oder auch Instantgetränke), Industrie-Margarine, Brot, Back- und Konditoreiwaren aus industrieller Massenproduktion (aus Auszugsmehlen, Maisextrakt, Glutenmehl und Backhilfsmitteln).

Weiter geht es mit Fertigprodukten und Fastfood, z. B. Tiefkühlpizza, Hotdogs, Chicken Nuggets, Fischstäbchen, Burger, Abnehmshakes oder andere Shakes, die eine Mahlzeit ersetzen sollen, Eiscreme, Süßigkeiten, verarbeitete Fleischprodukte und Wurst sowie verarbeitete Milchprodukte, z. B. gesüßte Fruchtjoghurts, Trinkjoghurt, Schmelzkäse etc.

Was sind ultraverarbeitete Lebensmittel?

Stark verarbeitete Lebensmittel werden auch hochverarbeitete oder ultraverarbeitete Lebensmittel genannt und mit UPF abgekürzt - vom englischen Begriff ultra processed food.

In den USA besteht die Ernährung zu etwa 58 Prozent aus diesen stark verarbeiteten Nahrungsmitteln. Sie gelten u. a. als Ursache für Übergewicht, das wiederum als Risikofaktor für Darmkrebs gilt.

In früheren Studien zeigte sich, dass eine solche Ernährung nicht nur zu Übergewicht (4), sondern auch zu Bluthochdruck (5), hohem Cholesterinspiegel (6) und einigen Krebsformen (7) beitragen kann.

Was tun? Die richtige Ernährung

Lesen Sie bei uns die wichtigsten 25 Regeln einer gesunden Ernährung. Sie finden diese in unserem Artikel Gesunde Ernährung - Die wichtigsten Regeln, wenn Sie ganz nach unten scrollen bei den weiterführenden Artikeln.

Neben unserem o. g. entzündungshemmenden Ernährungsplan finden Sie in unserer veganen Kochschule noch viele weitere rein pflanzlichen, entzündungshemmenden und darmfreundlichen 7-Tage-Ernährungspläne.

Diese können auch je nach Beschwerdebild ausgesucht werden und helfen sehr gut bei der Ernährungsumstellung. Auch wenn es Ernährungspläne für z. B. Bluthochdruck oder Diabetes oder Psoriasis gibt, können diese natürlich auch von Gesunden sehr gut genutzt werden. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen können ebenfalls alle unsere Pläne umsetzen und genießen.

Update 27.11.2025

Wir ergänzten den Text mit Studie 10.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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