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Krebs: Die beste Medizin gibt’s nicht beim Arzt

Regelmäßige Bewegung kann bei Krebs offenbar mehr bewirken als bisher angenommen. Wer schon vor der Diagnose körperlich aktiv war, hatte später ein geringeres Risiko, dass die Erkrankung fortschritt.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
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Bewegung bei Krebs wirkt im ganzen Körper

Wenn von Krebstherapie die Rede ist, denken die meisten an Chemotherapie, Bestrahlung, Operationen und Medikamente.

Doch eine der stärksten unterstützenden Maßnahmen ist eine ganz andere – noch dazu ist sie kostenlos und weder im Krankenhaus noch beim Arzt erhältlich. Es ist Bewegung: Spazierengehen, Radfahren, Treppensteigen, Laufen, Fitness, Krafttraining, Yoga oder was immer Sie mögen!

Bewegung wirkt nicht nur auf die Muskeln und die Ausdauer. Sie beeinflusst auch den Stoffwechsel, das Immunsystem, Entzündungsprozesse, den Blutzucker und die Hormone. All das spielt auch bei Krebs eine Rolle.

Besserer Krebsverlauf durch mehr Bewegung?

Heute werden Sport und Bewegung bei Krebs zunehmend als wichtiger Bestandteil der Begleittherapie betrachtet. Forscher veröffentlichten 2025 eine große Beobachtungsstudie. Sie hatten den Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und dem späteren Krebsverlauf untersucht (1).

Dafür werteten sie Daten von rund 28.000 Menschen aus, bei denen Krebs im Stadium 1 festgestellt worden war. Dabei befindet sich die Krankheit noch in einem frühen Stadium.

Die Forscher prüften, wie aktiv die Teilnehmer im Jahr vor der Diagnose gewesen waren. Die Daten stammten von Fitnessgeräten, Fitnessstudio-Besuchen und Teilnahmen an Sportveranstaltungen.

Anschließend wurden die Teilnehmer entsprechend ihrer sportlichen Aktivität in drei Gruppen eingeteilt: Die erste Gruppe machte keinen Sport. Die zweite bewegte sich weniger als eine Stunde pro Woche. Und die dritte Gruppe war mindestens 1 Stunde pro Woche aktiv. Dann beobachteten die Forscher den Krebsverlauf.

Schon wenig Bewegung war mit Vorteilen verbunden

Bereits wenig Bewegung war mit einem besseren Krebsverlauf verbunden. Die Gruppe, die sich weniger als eine Stunde wöchentlich bewegte, hatte ein um 16 Prozent geringeres Risiko, dass die Krankheit fortschritt. Verglichen wurde jeweils mit der Gruppe, die gar nicht sportlich aktiv war.

Bei Personen, die sich eine Stunde und mehr pro Woche bewegten, war der Zusammenhang noch deutlicher. Ihr Risiko war um 27 Prozent geringer als bei den Teilnehmern ohne Sport.

Auch bei der Gesamtsterblichkeit gab es einen klaren Unterschied. Wer sich wenigstens etwas bewegte, hatte ein um 33 Prozent geringeres Sterberisiko. Bei jenen, die sich mehr bewegten, war das Sterberisiko sogar um 47 Prozent niedriger.

Die Ergebnisse wurden für alle Krebsarten gemeinsam ausgewertet. Brust- und Prostatakrebs gehörten dabei zu den häufigsten Krebsarten in der Studie.

Bewegung bei Krebs in den Alltag einbauen

Sport bei Krebs sollte immer zur aktuellen Situation passen. Nach Operationen, bei Chemotherapien oder bei starker Erschöpfung ist es wichtig, dass Sie langsam beginnen. Die Studie deutet darauf hin, dass bereits wenig Bewegung mit Vorteilen verbunden war.

Machen Sie täglich einen Spaziergang – je länger, umso besser. Nehmen Sie die Treppe statt des Lifts, gehen Sie kurze Wege öfter zu Fuß und unterbrechen Sie längeres Sitzen häufiger.

Gleichzeitig bedeutet Bewegung bei Krebs nicht automatisch Schonprogramm. Wenn Sie sich fit und gut fühlen, können Sie natürlich auch kraftvoll trainieren – etwa mit Joggen, Radfahren, Schwimmen, Krafttraining, Pilates oder Sport im Verein.

Während einer Krebstherapie kann sich die Belastbarkeit von Woche zu Woche verändern. An guten Tagen darf das Training fordernder sein – an schwächeren Tagen sollten Sie sich nicht übernehmen.

Fazit: Bewegung bei Krebs lohnt sich

Wenn Sie Krebs vorbeugen oder Ihren Körper während einer Krebserkrankung stärken möchten, dann sollten Sie Bewegung als wichtige Maßnahme betrachten und am besten täglich in Ihren Alltag integrieren.

Warum auch das Vermeiden langen Sitzens so wichtig ist, erfahren Sie in unserem Artikel Langes Sitzen macht krank.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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