Risiko für die Gesundheit

Wie eine weit verbreitete Haushaltschemikalie den Knochen schadet

  • Autor: Carina Rehberg
  • aktualisiert: 04.07.2019
Wie eine weit verbreitete Haushaltschemikalie den Knochen schadet
©gettyimages.de/danr13

Viele Hygiene- und Körperpflegeprodukte enthalten Triclosan, eine antibakteriell wirksame Chemikalie. Diese erhöht jedoch bei Frauen das Risiko für brüchige Knochen und damit für Osteoporose.

Inhaltsverzeichnis

Triclosan kann die Knochendichte mindern

Triclosan wird gerne in Produkten eingesetzt, denen man antibakterielle und/oder geruchshemmende Eigenschaften verleihen will. Die Chemikalie ist daher in manchen Handseifen und Deos enthalten, aber auch in Zahnpasta, Fusspflegeprodukte, Abdeckstiften, Mundwässern und in Rasierschaum.

Der Stoff kann sehr leicht über die Haut aufgenommen werden, gelangt also rasch in den Blutkreislauf und kann dort seine Schadwirkung entfalten.

In Laborstudien konnte man ausserdem zeigen, dass Triclosan die Knochendichte in Knochenzellkulturen, aber auch bei Tieren reduzieren kann.

Triclosan erhöht Risiko für Osteoporose

In einer ersten epidemiologischen Studie zu diesem Thema zeigte sich nun auch ein Zusammenhang zwischen Triclosan und der Knochengesundheit des Menschen. Veröffentlicht wurde die Studie im Juni 2019 im Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism. Darin heisst es, dass Frauen, die triclosanhaltige Produkte verwenden, mit grösserer Wahrscheinlichkeit Osteoporose entwickeln als Frauen, die diese Produkte meiden.

Untersucht wurden die Daten von 1.848 Frauen aus der Studie National Health and Nutrition Examination Survey. Man überprüfte die Triclosanwerte der Frauen im Urin und stellte fest, dass höhere Triclosanwerte bevorzugt bei Frauen vorlagen, die später an Knochenerkrankungen litten.

Triclosan stört den Hormonhaushalt

Triclosan ist nicht nur ein antibakteriell wirksamer Stoff, sondern auch ein hormonaktiver Stoff, was bedeutet, dass er das Hormonsystem negativ beeinflussen kann. Stoffe dieser Art nennt man auch endokrine Disruptoren. Möglicherweise kann Triclosan über einen gestörten Hormonhaushalt die Knochen schwächen und zu entsprechenden Krankheiten führen.

Kaufen Sie Produkte ohne Triclosan und schützen Sie so Ihre Knochen!

In den USA ist der Einsatz von Triclosan in abwaschbaren Körper- und Handreinigungsmitteln schon seit 2016 verboten. In Deutschland, der Schweiz und vielen anderen Ländern darf er hingegen in manchen Produkten noch immer eingesetzt werden.

Achten Sie beim Kauf von Körperpflegemitteln daher Ihrer Gesundheit und der Umwelt zuliebe darauf, ob Triclosan enthalten ist und meiden Sie entsprechende Produkte. Wenn Sie zu zertifizierten Naturkosmetikprodukten greifen, können Sie sicher sein, Produkte ohne Triclosan (und auch ohne andere Schadstoffe) zu erwerben, da Triclosan in Naturkosmetik nicht eingesetzt werden darf.

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Quellen

  • Shaofang Cai, Yingjun Li et al., Association between urinary triclosan with bone mass density and osteoporosis in the US adult women, 2005-2010, The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, Juni 2019
  • The Endocrine Society, Women exposed to common antibacterial chemical more likely to break a bone: First study of its kind links triclosan to human bone health, ScienceDaily, Juni 2019