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Vitamin D stoppt Diabetes Typ 2

Eine Nahrungsergänzung mit Vitamin D kann laut einer Studie das Fortschreiten eines Typ-2-Diabetes verlangsamen. Allerdings nur in einer hohen Dosis. Die üblicherweise empfohlenen Dosierungen helfen also höchstwahrscheinlich nicht.

Stand: 22 September 2026
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Wie Vitamin D Ihren Diabetes Typ 2 ausbremsen kann

In einer Studie, die im Juli 2019 im Fachmagazin European Journal of Endocrinology veröffentlicht wurde, zeigte sich, dass eine Nahrungsergänzung mit (relativ) hochdosiertem Vitamin D den Zuckerstoffwechsel so günstig beeinflusste, dass sich damit das Fortschreiten eines Diabetes aufhalten lassen konnte.

Dieser Effekt konnte besonders bei Patienten mit Diabetes-Vorstufen beobachtet werden und auch bei Patienten, die gerade erst eine Diabetes-Diagnose erhalten hatten.

Vitamin-D-Mangel trägt stärker zu Diabetes bei als Übergewicht

Typ-2-Diabetes ist nach wie vor auf dem Vormarsch und stellt eine große Belastung dar – nicht nur für die Patienten, sondern auch für die Gesundheitssysteme. Diabetes kann – wenn man die Krankheit ignoriert – außerdem zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen führen, etwa Nervenschäden, Blindheit und Nierenversagen.

Als typische Risikofaktoren für Diabetes Typ 2 gelten insbesondere Übergewicht und die Erbanlagen (wenn also bereits in der Familie Diabetes auftrat).

In den letzten Jahren zeigte sich, dass auch ein niedriger Vitamin-D-Spiegel das Risiko für Diabetes erhöhen kann. In einer Studie von 2015 stellte man fest, dass ein Vitamin-D-Mangel sogar ein größerer Risikofaktor für die Krankheit darstellen kann als Übergewicht (2).

Warum Vitamin D in früheren Studien keine Wirkung zeigte

Frühere Studien aber, in denen man Diabetes-Patienten Vitamin D als Nahrungsergänzung gab, zeigten keine besonderen Erfolge. Wie kann das sein? Führt vielleicht erst der Diabetes zum Vitaminmangel?

Meist lassen sich in den entsprechenden Studien zwei Fehler beobachten:

Erstens gab man jedem Teilnehmer dieselbe Vitamin-D-Dosis, ohne den individuellen Vitamin-D-Bedarf zu berücksichtigen. Zweitens war die Dosis, die jeder bekam, auch noch sehr niedrig.

Das bedeutet: Jene Teilnehmer, die zuvor einen Mangel hatten, konnten ihn mit der niedrigen Dosis nicht beheben und Teilnehmer, die keinen Vitamin-D-Mangel hatten, merkten bei einer kleinen zusätzlichen Dosis natürlich auch keinen Unterschied.

Zusätzlich wurden diese Untersuchungen häufig an Patienten durchgeführt, die schon sehr lange Diabetes hatten, aber nicht an Patienten mit Diabetes-Vorstufen oder neu diagnostiziertem Diabetes. Möglicherweise waren die entsprechenden Studien auch einfach zu kurz oder man hatte nicht die richtigen Marker überprüft, um rechtzeitig eine Veränderung im Glucosestoffwechsel zu erkennen.

Vitamin D3: Täglich 5000 IE bessern Diabetes-Werte

Dr. Claudia Gagnon und ihre Kollegen von der Université Laval in Quebec (Kanada) schlossen nun genau diese Lücke. In ihrer Studie erhielten 96 frisch diagnostizierte Diabetes-Patienten bzw. Patienten mit Diabetes-Vorstufen über ein halbes Jahr hinweg entweder 5000 IE Vitamin D3 oder ein Placebo.

Angesichts der üblichen Empfehlungen, Vitamin D3 nur ja nicht in höheren Dosen als 800 bis 1000 IE einzunehmen, stellen 5000 IE natürlich bereits eine sehr hohe Dosis dar.

Bei 46 Prozent der Teilnehmer war zuvor ein niedriger Vitamin-D-Spiegel festgestellt worden. Dennoch konnte bei nahezu allen Teilnehmern (also nicht nur bei jenen mit Mangel) eine Verbesserung des Glucosestoffwechsels bzw. der Bauchspeicheldrüsenfunktion beobachtet werden (1).

Die Nahrungsergänzung mit Vitamin D3 verbesserte signifikant die Insulinwirkung (Insulinsensitivität) und erhöhte außerdem die Leistungsfähigkeit der Beta-Zellen des Pankreas (Zellen der Bauchspeicheldrüse, die das Insulin produzieren). In der Placebo-Gruppe waren keine derartigen Verbesserungen erkennbar.

Fazit: Vitamin D3 bei Diabetes - am besten individuell dosieren

Noch weiß man nicht, ob das Vitamin nun dauerhaft in dieser Dosierung eingenommen werden muss, um den Erfolg zu stabilisieren und ob - so die Forscher - eine solche Dosis auf Dauer sicher und gesund ist.

Optimal ist es daher, wenn Sie - ob Sie nun Diabetes haben oder nicht - erst Ihren Vitamin-D-Status testen lassen und dann entsprechend Ihres aktuellen Wertes Ihre persönliche Dosierung festsetzen.

Nach 4-6 Monaten könnten Sie erneut einen Test machen, um zu sehen, wie sich Ihr Vitamin-D-Spiegel entwickelt hat und ob Sie Ihre Dosis erhöhen oder reduzieren sollten. Auf diese Weise gelingt es am besten, dauerhaft einen gesunden Wert aufrechtzuerhalten.

Details zur richtigen Dosierung von Vitamin D3 finden Sie in unserem Artikel Vitamin D - Die richtige Einnahme.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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