Vorsorge Gesundheit

Vollkorn: Eines der wichtigsten Lebensmittel zur Diabetes-Prävention

  • Autor: Carina Rehberg
  • aktualisiert: 11.09.2018
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Vollkorn: Eines der wichtigsten Lebensmittel zur Diabetes-Prävention
© istockphoto.com/arfo

Vollkorn gilt schon lange als gesund. Dann kam die Glutendebatte und in neuerer Zeit die Lektindiskussion – und das volle Korn erschien vielen Menschen eher als Gift denn als gesundes Lebensmittel. Dass dem nicht so ist und Vollkornprodukte sehr gut in einen ausgewogenen und vollwertigen Speiseplan passen, zeigte nun auch eine Studie, die Anfang September 2018 veröffentlicht wurde. Darin erwies sich Vollkorngetreide als eines der wichtigsten Lebensmittel zur Vorbeugung eines Typ-2-Diabetes.

Kann Vollkorn Diabetes vorbeugen?

In neuerer Zeit tauchen immer wieder Stoffe auf, die in Vollkorngetreide stecken und als ungesund bezeichnet werden: Gluten, Lektine oder ganz einfach Kohlenhydrate. Natürlich meiden Glutensensitive nach wie vor glutenhaltige Getreideprodukte. Die Mehrheit der Bevölkerung scheint auf Vollkornprodukte jedoch äusserst positiv zu reagieren – zumal es auch zahlreiche glutenfreie Vollkornprodukte gibt, z. B. Buchweizen, Mais, Quinoa, Reis und vieles mehr.

Was die Lektine betrifft, die angeblich Diabetes fördern sollen, kann Entwarnung gegeben werden. Denn – zusätzlich zu all den bereits bestehenden positiven Vollkorn-Studien – zeigten Forscher der Chalmers University of Technology in Schweden und vom Danish Cancer Society Research Center nun in ihrer Studie, wie wichtig Vollkornprodukte zur Vorbeugung eines Typ-2-Diabetes sein können.

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Wirken sich verschiedene Vollkornarten auch unterschiedlich auf die Gesundheit aus?

Vollkorngetreide wirken sich nicht nur äusserst positiv auf den Blutzuckerspiegel aus, sondern auch auf das Gewicht – und beides sollte nicht zu hoch sein, will man diabetesfrei bleiben. Allerdings hatte man nie den unterschiedlichen Einfluss verschiedener Vollkorngetreide überprüft, auch wusste man nicht, wie viel Vollkorn erforderlich ist, um das Diabetesrisiko zu reduzieren.

„Die meisten Studien zu diesem Thema wurden in den USA durchgeführt, wo Menschen insbesondere Weizen als Vollkornquelle nutzen”, sagt Rikard Landberg, Professor für Lebensmittel und Gesundheit an der Chalmers University of Technology und leitender Forscher der nachfolgend vorgestellten Studie. „Wir wollten herausfinden, ob es einen Unterschied macht, welches Vollkorngetreide man isst. Schliesslich enthalten die verschiedenen Getreidearten auch verschiedene Ballaststoffformen und unterschiedliche bioaktive Substanzen, die nun alle wieder das Diabetesrisiko beeinflussen können.“

Landberg führte seine Studie in Dänemark durch, wo viele unterschiedliche Getreidearten verzehrt wurden und stellte fest, dass es – in Bezug auf das Diabetesrisiko – offenbar keinen Unterschied macht, welches Vollkorngetreide man isst. Ob Roggenbrot, Haferbrei oder Müsli – sie alle boten denselben Schutz gegen Typ-2-Diabetes, so lange es sich um Vollkornprodukte und nicht um Produkte aus Weissmehl handelte.

Grundlage der Studie bildeten die Daten der sog. Danish cohort study on diet, cancer and health, einer Studie an 55.000 Menschen zwischen 50 und 65 Jahren, die über 15 Jahre hinweg wissenschaftlich betreut wurden. 7.000 von Ihnen entwickelten in diesem Zeitraum einen Typ-2-Diabetes.

Wie aber sieht es mit der erforderlichen Menge aus, die man an Vollkornprodukten täglich verspeisen sollte, um eine diabetespräventive Wirkung zu erzielen?

Je mehr Vollkorn, desto weniger Diabetes

Dazu teilte Landbergs Team die Studienteilnehmer in vier Gruppen ein. Die Gruppe mit dem höchsten Vollkornkonsum ass mindestens 50 g pro Tag, z. B. eine Portion Haferbrei oder eine Scheibe Roggenvollkornbrot, was also nicht einmal sonderlich viel ist. Alle anderen drei Gruppen assen bedeutend weniger oder gar kein Vollkorn.

Die wenigsten Diabetiker fanden sich nun in der Gruppe mit dem höchsten Vollkornkonsum. Die Zahl der Diabetiker stieg sodann von Gruppe zu Gruppe, was bedeutet: Je weniger Vollkorn, umso höher die Diabetesgefahr.

Die Gruppe mit dem höchsten Vollkornkonsum hatte im Vergleich zur Gruppe, die am wenigsten Vollkorn ass, ein um 34 Prozent niedrigeres Diabetesrisiko für Männer und ein um 22 Prozent niedrigeres Risiko für Frauen.

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Vollkorn: Eine der wichtigsten Lebensmittelgruppen gegen Diabetes

Schaut man sich die Gesamtstudienlage der bisherigen Forschung an, so sind Vollkornprodukte eines der wichtigsten Lebensmittel in der Diabetesprävention. Andere Lebensmittel, die bei Diabetes sehr hilfreich sein können oder einen solchen vorbeugen helfen können, haben wir hier beschrieben.

„Mit Vollkorngetreide verschaffen Sie sich zahlreiche gesundheitliche Vorteile“, sagt Rikard Landberg. „Während Weissmehl etliche negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat, wirkt sich Vollkorn über das Diabetesrisiko hinaus noch auf viele weitere Bereiche positiv aus.“

Daher sollten Kohlenhydrate nicht grundsätzlich aus der Ernährung gestrichen werden, wie es heute viele Low Carb Diäten empfehlen.

Bisher keine Studie mit negativen Ergebnissen zu Vollkornprodukten

„Kohlenhydrate bestehen aus zahlreichen ganz unterschiedlichen Lebensmitteln bzw. Nährstoffgruppen (Zucker, Stärke, Ballaststoffe), so dass man diese nicht in einen Topf werfen kann. Da sie alle vollkommen unterschiedliche Eigenschaften und Auswirkungen auf den Körper und die Gesundheit haben, sollte man sie differenziert betrachten. In Sachen Vollkorngetreide sind die wissenschaftlichen Ergebnisse glasklar: Von all den Studien, die bisher damit durchgeführt wurden, gibt es keine einzige, die negative Effekte zeigen würde.“

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