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Säureblocker schaden der Leber

Säureblocker schaden der Leber

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(Zentrum der Gesundheit) – Säureblocker werden oft verschrieben – ob bei Sodbrennen, Magenschleimhautentzündung, Übelkeit oder auch einfach als prophylaktischer Magenschutz. Leider sind die beliebten Medikamente alles andere als harmlos. Insbesondere wenn man sie langfristig einnimmt, können zahlreiche Nebenwirkungen auftreten. Mineralstoffmängel mit erhöhtem Knochenbruchrisiko sind genauso möglich wie Nierenschäden, bakterielle Infektionen und Allergien. Schon lange vermutete man, dass Säureblocker auch der Leber schaden – und genau das hat sich jetzt bestätigt.

Säureblocker – Stress für die Leber

Säureblocker scheinen der Leber enormen Stress zu bereiten, wie kalifornische Forscher im Oktober 2017 zeigen konnten.

Wenn auch Sie wegen Magenbeschwerden oder einfach „nur“ begleitend zu einer Antibiotika- oder Schmerzmitteltherapie Säureblocker oder einen sog. Magenschutz verordnet bekamen, dann schauen Sie auf das Päckchen. Steht dort eine Wirkstoffbezeichnung mit der Endung -prazol (z. B. Omeprazol, Pantoprazol, Lansoprazol o. ä.), dann schlucken Sie Säureblocker vom Typ der Protonenpumpeninhibitoren (PPI).

PPI unter den Top 3 der am meisten verordneten Medikamente

Laut Arzneiverordnungsbericht stehen diese Säureblocker an dritter Stelle der am meisten verordneten Mittel – noch vor den Blutdrucksenkern und Statinen. Das heisst, sie werden millionenfach eingenommen und bringen der Pharmaindustrie Millionengewinne. Allein die US-Amerikaner geben jährlich 11 Milliarden Dollar allein für Säureblocker aus.

Doch bereiten PPI den Pharmagiganten nicht nur durch den Verkauf der Mittel grosse Freude, sondern auch durch die entstehenden Folgeerkrankungen, die sodann mit anderen Medikamenten behandelt werden müssen.

PPI begünstigen gleich drei chronische Lebererkrankungen

Die zahlreichen Nebenwirkungen der Säureblocker haben wir bereits hier beschrieben: Säureblocker erhöhen Sterberisiko. Dazu gehören Vitalstoffmängel und deren vielfältigen Folgen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, chronische Nierenerkrankungen, ein erhöhtes Infektionsrisiko, Verdauungsbeschwerden und – wenn Schwangere PPI nehmen – ein steigendes Allergie- und Asthmarisiko beim Kind.

Auch hatte man bereits beobachtet, dass eine langfristige PPI-Einnahme die Leberwerte verschlechtert. Forscher der University of California/San Diego stellten dazu fest, dass Säureblocker die Darmflora auf eine Weise beeinflussen können, dass dieser Zustand nun wiederum zu drei verschiedenen chronischen Lebererkrankungen führen kann: zu einer nicht-alkoholischen Fettleber, zu einer nicht-alkoholischen Leberentzündung (Steatohepatitis) und zu einer Beschleunigung alkoholbedingter Leberschäden.

Tragisch ist, dass ausgerechnet Menschen mit Lebererkrankungen besonders häufig Säureblocker nehmen und dadurch nicht etwa gesünder werden, wie sie hoffen, sondern ihren Gesundheitszustand noch weiter verschlechtern.

Säureblocker lassen schädliche Bakterien durch den Körper wandern

In Nature Communications (Oktober 2017) schrieben die kalifornischen Forscher rund um Dr. Bernd Schnabl, Professor für Gastroenterologie: „Unsere Mägen bilden unter anderem deshalb Magensäure, um die mit der Nahrung eintreffenden Bakterien zu töten. Nimmt man nun Medikamente, die zu einer Hemmung dieser Säurebildung führen, dann überleben diese Bakterien und vermehren sich.“

Schon 2014 hatte sich in einer Untersuchung gezeigt (JAMA Pediatrics), dass die Einnahme von Säureblockern bei Kindern zu einem verstärkten Bakterienwachstum im Magen führte. Doch bleiben die Bakterien nicht im Magen. Dr. Schnabl erklärt weiter: „Vom Magen gelangen die Bakterien schliesslich in die Lymphknoten und den Darm und ändern in letzterem die Zusammensetzung der Darmflora.“

Dort breiten sich nun die sog. Enterococcus-Bakterien aus. Diese wandern durch die Darmschleimhaut ins Blut und auf dem direkten Wege in die Leber, wo sie Entzündungen auslösen oder bereits bestehende Leberbeschwerden verstärken. Wer ausserdem reichlich Alkohol trinkt und gleichzeitig PPI einnimmt, entwickelt schneller eine Lebererkrankung als allein durch den Alkohol.

Schon zuvor wusste man, dass sich der Zustand der Darmflora auf das Risiko, eine Lebererkrankung zu entwickeln, auswirken kann. Die vorliegende Studie bestätigt erneut diese früheren Erkenntnisse.

Lebererkrankungen treten immer häufiger auf

Chronische Lebererkrankungen sind in den westlichen Ländern derzeit auf dem Vormarsch – und die Leberzirrhose ist eine der zwölf am weitesten verbreiteten Todesursachen weltweit, wobei nur die Hälfte aller Leberzirrhosen alkoholbedingt ist. Eine wichtige Ursache des allgemeinen Leberleidens ist Übergewicht, das zur nicht-alkoholischen Fettleber und der nicht-alkoholischen Steatohepatitis (NASH) führen kann.

Bei letzterer handelt es sich um die Entzündung einer nicht-alkoholischen Fettleber, also einer Fettleber, die nicht durch Alkoholkonsum entstanden ist, sondern meist gemeinsam mit dem sog. metabolischen Syndrom auftritt. Das metabolische Syndrom wiederum umfasst vier Beschwerden: Bluthochdruck, hoher Blutzucker, hohe Blutfettwerte und Übergewicht.

Professor Schnabl vermutet, dass der in den letzten Jahren verstärkte Einsatz von Säureblockern zur wachsenden Häufigkeit von Lebererkrankungen beigetragen haben könnte.

PPI nur bei gutem Grund einnehmen

Schnabl empfiehlt, jede Säureblockereinnahme gut zu überdenken, die Medikamente nur bei eindeutiger medizinischer Indikation zu verordnen, sie wo möglich aber besser zu vermeiden oder die Dosis zu reduzieren.

Allerdings betont er, dass nicht nur die genannten Säureblocker, sondern jede Massnahme, die die Magensäurekonzentration senkt, die Darmflora verändern und so zu einem erhöhten Risiko für Leberschäden führen kann. Schnabl rät daher zur Behandlung von Sodbrennen, besser Übergewicht abzubauen, den Alkohol- und Koffeinkonsum einzuschränken und weniger fettreiche oder scharf gewürzte Speisen zu verzehren.

Der Leber zuliebe: Statt Säureblocker besser natürliche Massnahmen

Aus naturheilkundlicher Sicht lässt sich den meisten Beschwerden, die in der Schulmedizin zur Verordung von Säureblockern führen, mit ganzheitlichen Massnahmen begegnen – ganz ohne Nebenwirkungen.

Da Säureblocker vom Typ der PPI jedoch regelrecht abhängig machen können, ist zunächst der schrittweise „Entzug“ erforderlich. Wir haben hier beschrieben, wie Sie dabei vorgehen können: Der Teufelskreis der Säureblocker. Dort finden Sie überdies Massnahmen, die statt der Säureblocker zum Einsatz kommen können, um den Magen zu beruhigen und die Säureproduktion auf natürlich Weise zu regulieren. Diese Massnahmen schonen die Leber nicht nur, sondern führen sogar zu einer besseren Lebergesundheit.

Wie gut überdies schon allein eine gesunde Ernährung bei Reflux (Sodbrennen) wirkt, nämlich besser als Säureblocker, lesen Sie hier: Pflanzliche Ernährung hilft bei Reflux besser als Säureblocker

Quellen:


Ausbildung zum Ernährungsberater an der Akademie der Naturheilkunde


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