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Smartphone reduziert Gehirnleistung

Smartphone reduziert Gehirnleistung

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(Zentrum der Gesundheit) – Smartphones lenken ab. Ständig treffen Nachrichten oder Anrufe ein. Kinder werden dank der heute üblichen Smartphonenutzung häufig unkonzentriert, hyperaktiv und sogar fettleibig. Doch zeigen sich die Folgen der allgegenwärtigen Smartphones nicht nur bei Kindern. Auch Erwachsene werden durch Smartphones nicht gerade intelligenter, im Gegenteil: Die blosse Gegenwart des eigenen Smartphones – auch dann, wenn es ausgeschaltet ist – reduziert offenbar die Gehirnleistung, so eine Studie vom Juni 2017.

Smartphone-Folge: Geringere Gehirnleistung

Eine nachlassende Gehirnleistung ist nicht gerade erstrebenswert. Aber genau das soll die Folge des häufigen Smartphone-Konsums sein, entdeckten unlängst Forscher aus Texas.

Durchschnittlich 85-mal pro Tag nutzt ein Smartphone-Besitzer sein Handy und 91 Prozent der Bevölkerung verliessen laut der Deutschen Telekom schon im Jahr 2012 niemals ohne Smartphone das Haus. Denn Smartphones sorgen dafür, dass wir ständig online sein können.

Weit entfernte Freunde können so an unserem Leben teilnehmen und wir an ihrem; wir sind ständig ganz nah am Puls der Zeit, verpassen keine News, checken mal eben das Wetter, berechnen den heutigen Kalorienbedarf, kaufen Aktien und Klamotten, suchen passende Bett- oder Lebenspartner und orten die vagabundierende Hauskatze. Offline ist ein Ding der Unmöglichkeit geworden!

Vor zehn Jahren hätte sich kein Mensch diesen permanenten Online-Zustand vorstellen können, heute ist er für viele Menschen nicht nur unverzichtbar geworden. Sie sind ohne Smartphone und Internet gar nicht mehr lebensfähig, was laut einer Untersuchung aus dem Jahr 2015 auf mindestens 46 Prozent der Smartphone-Nutzer zutrifft (laut ihrer eigenen Aussage).

Häufige Smartphone-Folge: Beschwerden am Bewegungsapparat

Smartphones scheinen auf den ersten Blick sehr praktisch. Denn sie helfen ganz enorm dabei, das Leben zu organisieren und Zeit zu sparen. Allerdings haben wir heute weniger Zeit als je zuvor, so dass dieser vermeintliche Vorteil womöglich gar nicht zum Tragen kommt, da die gewonnene Zeit schnell mit weiteren Apps gefüllt wird.

Die massive Smartphone-Nutzung jedoch auch eindeutige gesundheitliche Nachteile. So las man am 21. Juni 2017 im Fachjournal Muscle & Nerve beispielsweise, dass die häufigen Wischbewegungen, der übermässige Einsatz des Daumens und die typische Beugung des Handgelenks ein Karpaltunnelsyndrom auslösen können. Auch der sog. Handynacken ist weit verbreitet.

Kein Wunder findet man bei Vielnutzern von Smartphones sehr viel häufiger Beschwerden am Bewegungsapparat als bei Wenignutzern. Während bei den untersuchten Vielnutzern in einer früheren Studie mehr als die Hälfte über entsprechende Probleme klagte (245 von 451 Studenten), waren es bei den Wenignutzern nur 6 von 49 Studenten, so berichtete das Ärzteblatt am 23. Juni 2017.

Das jedoch ist nicht das einzige Problem. Denn Smartphones reduzieren ausserdem die Leistungsfähigkeit des Gehirns.

Smartphone beeinflusst Konzentrationsfähigkeit

Professor Adrian Ward von der McCombs School of Business an der University of Texas in Austin führte verschiedene Experimente mit annähernd 800 Smartphone-Nutzern durch. Es ist die erste Studie, in der festgestellt werden sollte, wie gut Aufgaben erledigt werden können, wenn das Smartphone in der Nähe liegt, auch dann, wenn es gar nicht eingeschaltet bzw. auf stumm gestellt ist.

In einem Experiment wurden die Teilnehmer gebeten, am Computer verschiedene Testserien zu absolvieren. Die Tests erforderten volle Konzentration, um sie mit gutem Ergebnis abschliessen zu können.

Man wollte die augenblicklich verfügbaren kognitiven Fähigkeiten der Teilnehmer messen, also die Fähigkeit des Gehirns, sich Daten in einer vorgegebenen Zeit zu merken und zu verarbeiten.

Vor Teststart wurden die Teilnehmer verschiedenen Gruppen zugeordnet. Die eine sollte ihre Smartphones auf den Tisch legen – und zwar mit dem Display nach unten. Die anderen sollten es in ihre Tasche stecken und eine dritte Gruppe sollte es in einen anderen Raum legen. Alle Teilnehmer sollten ihre Smartphones auf stumm stellen.

Höhere Gehirnleistung, wenn das Smartphone in einem anderen Raum liegt

Die Forscher beobachteten, dass jene Teilnehmer, die ihr Smartphone in einem anderen Raum abgelegt hatten, die anderen Teilnehmer bei den Testaufgaben deutlich übertrafen. Der Unterschied war besonders stark zu den Teilnehmern, die ihre Smartphones auf dem Tisch liegen hatten. Etwas weniger auffällig war er im Vergleich zu den Teilnehmern, die ihre Smartphones in der Tasche hatten.

Diese Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass die blosse Gegenwart des Smartphones die verfügbare kognitive Leistungsfähigkeit reduziert und kognitive Funktionen beeinträchtigt – und zwar auch bei Personen, die glauben, sie würden ihre volle Aufmerksamkeit der augenblicklichen Aufgabe widmen.

Smartphone in der Nähe: Gehirnleistung schwindet

Je näher sich das Smartphone beim jeweiligen Besitzer befand, umso stärker nahmen die kognitiven Fähigkeiten der Personen ab", erklärte Professor Ward. "Ihr Bewusstsein denkt nicht an das Smartphone, aber schon allein die Tatsache, dass Sie sich bemühen, nicht an das Smartphone zu denken, verbraucht einen Teil Ihrer limitierten kognitiven Ressourcen und sorgt so für eine Art Gehirnleistungsschwund."

In einem anderen Experiment untersuchten die Forscher die Smartphone-Sucht der Teilnehmer. Sie wollten herausfinden, inwiefern das Gefühl, ein Smartphone zu benötigen, um den Tag zu überstehen, die kognitive Leistungsfähigkeit beeinflusst.

Die Teilnehmer sollten am Computer dieselben Testserien durchlaufen wie schon die Gruppen des ersten Experiments. Auch hier hatte ein Teil der Teilnehmer das Smartphone auf dem Tisch liegen (diesmal mit dem Display nach oben), ein anderer Teil steckte es in die Tasche und wieder ein anderer legte es in einen anderen Raum. Einige der Teilnehmer wurden gebeten, das Smartphone auszuschalten.

Bei Smartphone-Sucht: Schlechteste Gehirnleistung

Es zeigte sich, dass die Teilnehmer, die am meisten Smartphone-süchtig waren, die Aufgaben am schlechtesten lösten. Dieser schlechte Einfluss des Smartphones kam jedoch nur dann zum Tragen, wenn sie das Handy auf dem Tisch oder in ihrer Tasche liegen hatten.

Ward und Kollegen fanden ausserdem heraus, dass es nicht wichtig war, ob eine Person das Smartphone ein- oder ausgeschaltet hatte und auch nicht, ob es nun mit dem Display nach oben oder nach unten auf dem Tisch lag. Es genügte, das Smartphone in Sichtnähe oder in leicht erreichbarer Nähe zu haben, um die Konzentrationsfähigkeit der jeweiligen Person zu reduzieren und auch ihre Fähigkeit, Aufgaben zu bewältigen, da ein Teil ihres Gehirns ständig mit dem Gedanken beschäftigt war, das Smartphone eben nicht zu beachten.

Es ist also nicht die Ablenkung des Smartphones etwa durch hereinkommende Nachrichten", sagte Ward. "Schon die blosse Anwesenheit des Smartphones genügt, um die Leistungsfähigkeit des Gehirns zu drosseln."

Wie Smartphones Kinder aufputschen, ihnen den Schlaf rauben, sie übergewichtig machen und ihre Sprachentwicklung stören, lesen Sie hier: Schlaflose Kinder durch Handy & Computer

Weitere Informationen insbesondere zu den möglichen Auswirkungen der Mobilfunkstrahlung auf die Gesundheit finden Sie hier:
 

Quellen:


Ausbildung zum Ernährungsberater an der Akademie der Naturheilkunde

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