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Wer viel sitzt, altert schneller

Wer viel sitzt, altert schneller

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(Zentrum der Gesundheit) – Zellen altern schneller, wenn man sich nicht bewegt – etwa wenn man einer sitzenden Tätigkeit nachgeht. Wer nämlich viel sitzt und sich gleichzeitig nur wenig bewegt, der beschleunigt eigenhändig seinen Alterungsprozess. Verbringt man täglich zehn Stunden sitzend, dann hat man Zellen, die einem um 8 Jahre älteren Menschen entsprechen. Wer mit 50 also viel sitzt, könnte in Wirklichkeit 58 Jahre alt sein. Das chronologische Alter entspricht somit ganz und gar nicht dem tatsächlichen, dem biologischen Alter.

Sitzender Lifestyle beschleunigt Alterungsprozess

Ein sitzender Lebensstil ist heute schon fast normal. Ob im Büro, zu Hause oder irgendwann später in der Seniorenresidenz. Meist sitzt man wie festgewachsen auf dem Stuhl, dem Sofa oder im Fernsehsessel. Längst funktoniert alles per Fernbedienung, und das Auto parkt direkt im Haus. Da ist Bewegung oft gar nicht mehr nötig. Dem Körper jedoch wäre ein wenig Bewegung ganz recht. Dann nämlich würde er viel langsamer alt werden.

Im Januar 2016 stellten Forscher der University of California im American Journal of Epidemiology ihre Studie zum beschleunigten Alterungsprozess durch Bewegungsmangel vor. Teilnehmerinnen waren über 1500 Frauen zwischen 64 und 95 Jahren. Es handelte sich gleichzeitig um Teilnehmerinnen der Women's Health Initiative (WHI), einer grossen US-amerikanischen Längsschnittstudie, die sich der Erforschung chronischer Krankheiten bei Frauen nach den Wechseljahren widmet.

Schon ein bisschen Bewegung kompensiert stundenlanges Sitzen

Die Frauen trugen sieben aufeinanderfolgende Tage lang einen Aktivitätssensor an ihrer rechten Hüfte, der alle ihre Bewegungen registrierte.

Das Ergebnis war, dass jene Frauen, die täglich mehr als 10 Stunden sitzend verbrachten und sich gleichzeitig weniger als 30 Minuten bewegten, Zellen hatten, die ein viel höheres biologisches Alter besassen als die Zellen von Frauen, die sich mehr bewegten. Ja, die Zellen der sitzenden Frauen waren um rund 8 Jahre älter als die Zellen ihrer beweglicheren Altersgenossinnen.

Der sitzende Lebensstil war dabei gar nicht so sehr das Problem. Denn wenn sich die Frauen, die zwar am Tag viele Stunden sitzend verbrachten, zwischendurch insgesamt mindestens 30 Minuten und mehr kräftig bewegten, dann konnten damit die Nachteile des sitzenden Zeitvertreibs kompensiert werden.

Wer viel sitzt, hat kürzere Telomere

Wenn eine Zelle altert, dann verkürzen sich naturgemäss ihre Telomere. Bei jeder Zellteilung verlieren sie ein kleinen Stückchen. Ist irgendwann nichts mehr da, dann ist die Lebensspanne des jeweiligen Menschen um.

Telomere sind kleine Teilchen am Ende der DNA. Man kann sie sich wie die Plastikteile am Ende von Schnürsenkeln vorstellen. Sie schützen die Schnürsenkel-Enden vor dem "Ausfransen". Telomere tun das mit den DNA-Enden. Sie schützen sie vor Schäden aller Art.

Bestimmte Faktoren, wie z. B. Übergewicht und das Rauchen können die Telomerverkürzung beschleunigen. Verkürzte Telomere jedoch werden nicht nur allein mit dem Älterwerden in Verbindung gebracht. Sie erhöhen auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebs.

Die Frauen nun, die den Tag vorwiegend sitzend verbrachten und sich kaum bewegten, hatten viel kürzere Telomere. Ein sitzender Lebensstil gehört somit ebenfalls zu den Faktoren, die zu einer Verkürzung der Telomere und letztendlich zu einer Verkürzung der Lebenszeit beitragen.

Mehr Bewegung – mehr Lebenszeit
 

Unsere Studie zeigte, dass Zellen viel schneller altern, wenn man viel Zeit sitzend verbringt. Das chronologische Alter passt daher nicht immer auch zum biologischen Alter", so Dr. Aladdin Shadyab, Studienleiter an der University of California.

Wenn die Frauen jedoch mindestens 30 Minuten lang pro Tag ein körperliches Training absolvierten, dann verkürzten sich die Telomere nicht überdurchschnittlich schnell, auch nicht, wenn die Probandinnen schon 80 Jahre alt waren", sagte Shadyab.


Körperliche Bewegung lohnt sich also in jedem Alter. Denn sie sorgt für jüngere Zellen und schenkt mehr Lebenszeit.

Im höheren Alter ist es jedoch nicht mehr so einfach, Sport zu treiben – vor allem dann nicht, wenn man lange Jahre wenig aktiv war. Sie können jedoch immer damit beginnen, sich mehr zu bewegen als zuvor – und wenn Sie ab sofort "nur" Spazierengehen. Noch besser ist das Schwingen auf dem Mini-Trampolin, das für jeden erschwinglich ist, in jede Wohnung passt, extrem viel Spass macht und in jeder Altersstufe praktiziert werden kann. 

Und falls Sie Diabetiker sind, haben wir hier die bei Diabetes sinnvollsten Sportarten aufgeführt: Diabetes – die fünf besten Sportarten

Quellen:


Ausbildung zum Ernährungsberater an der Akademie der Naturheilkunde

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