Probiotika


Probiotika haben positive Eigenschaften auf die Gesundheit des Menschen. Mit Hilfe von Mikroorganismen wird das Gleichgewicht im Darmmilieu wieder hergstellt.

Probiotika

Veröffentlichung am 16.04.2010 um 11:39 Uhr / Aktualisierung am 21.12.2011 um 15:07 Uhr  Drucken Sie diese Seite

(Zentrum der Gesundheit) - Ein großer Teil unserer Körperpolizei (Immunsystem) patrouilliert im Darm. Ist der Darm jedoch durch eine ungesunde Lebensweise geschwächt, dann übernimmt übles Gesindel die Macht in uns, das heißt, nützliche Mikroorganismen werden von schädlichen verdrängt, das Milieu im Darm gerät aus dem Gleichgewicht. Unsere Abwehrkraft sinkt und Krankheitserreger haben leichtes Spiel. Probiotika können hier Abhilfe schaffen. Sie sorgen für eine gesunde Darmflora und stärken so unsere Abwehrkraft. Aktuelle Studien zeigten, dass Probiotika sogar Kleinkinder vor Hautallergien schützen und die Anfälligkeit für Nahrungsmittelallergien herabsetzen können.

Rohes Sauerkraut Rohes Sauerkraut, ein hochwertiges probiotisches Lebensmittel!

Was sind Probiotika?

Ein Probiotikum ist eine Zubereitung aus lebenden Mikroorganismen
(z. B. Milchsäurebakterien), die eine gesundheitsfördernde Wirkung auf den menschlichen Organismus, insbesondere auf den Darm haben. Dort sollen sie die gesunde Darmflora wieder herstellen und pathogene (krankheitserregende) Keime verdrängen. Die in Probiotika vorkommenden Mikroorganismen können pur in Form einer Mischung der vorteilhaftesten Mikroorganismen eingenommen werden. Oft werden diese Mikroorganismen aber auch in Lebensmittel gemischt.

Functional Food soll Gesundheit bringen

Bei Probiotika wären das z. B. probiotische Joghurts. Mittlerweile gibt es auch probiotischen Quark, Käse und sogar probiotische Wurst. Diese Lebensmittel gehören dann in die Kategorie „Functional Food“, was soviel bedeutet, als dass sie mit speziellen Zutaten (in diesem Falle mit nützlichen Mikroorganismen) angereichert wurden, die einen positiven Einfluss auf die Gesundheit haben sollen.

Probiotika schützen den Darm vor Antibiotika

Die meisten gesundheitsbewussten Menschen wissen um die positiven Eigenschaften von Probiotika. Viele nehmen probiotische Nahrungsergänzungen nach der Benutzung von Antibiotika ein, um ihre Darmflora wieder aufzubauen. Denn bereits geringe Mengen eines Antibiotikums ändern das Milieu in einem gesunden Darm und zerstören das sensible mikrobielle Gleichgewicht der Darmflora. Inzwischen wissen sogar viele Hausärzte um diese Problematik und empfehlen Probiotika während und nach der Einnahme von Antibiotika.

Ist der Darm gesund, ist auch der Mensch gesund

Nun gibt es Hinweise darauf, dass Probiotika viele weitere wunderbare bisher unbeachtete Auswirkungen haben können. Im Darm befindet sich bekanntlich ein Großteil unseres Immunsystems. Ist der Darm gesund und sein Milieu im Gleichgewicht, ist auch der betreffende Mensch gesund. Das heißt, wirksame Probiotika, die den Darm regenerieren, führen zu einem starken Immunsystem. Die Folge ist, dass der Mensch beispielsweise für Allergien, die die Haut angreifen, nicht oder nicht mehr anfällig ist.

Studie: Probiotika schützen vor Hautallergien

Probiotics may reduce skin condition in some kids

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass es in einer neueren holländischen Studie es um den Beweis dafür ging, dass Probiotika die körpereigene Abwehr gegen Hautallergien stärken können. Die Zielgruppe der Studie waren Säuglinge und Kleinkinder, die oft zu Ekzemen oder anderen allergischen Reaktionen der Haut neigen. 150 schwangere Frauen, in deren Familien Allergien an der Tagesordnung waren, bekamen in den letzten sechs Schwangerschaftswochen drei verschiedene Sorten Probiotika bzw. ein wirkungsloses Placebo (wirkstofffreies Mittel) verabreicht. Weder die Teilnehmerinnen noch ihre Ärzte wussten, was sie erhielten.

Nachdem die Frauen entbunden hatten, blieben die meisten ihrer Kinder nach wie vor unter ärztlicher Beobachtung und erhielten für weitere zwölf Monate Probiotika (oder Placebos). Schon nach drei Monaten stellte man fest, dass diejenigen Kinder, die Probiotika einnahmen, seltener an Ekzemen litten als jene, die Placebos schluckten.

Nach Ablauf der zwölf Monate setzte man sowohl Probiotika als auch Placebos ab. Bis zum Alter von zwei Jahren wurden die Kinder dennoch weiterhin beobachtet. Bei Erreichen dieses Alters war immer noch ein deutlicher Unterschied zwischen den Gruppen zu erkennen. Die einstige Probiotika-Gruppe wies zwar zwischenzeitlich ebenfalls eine höhere Anfälligkeitsrate für Hautallergien auf als dies noch während ihrer Probiotika-Einnahme der Fall war, doch zeigten sie nach wie vor eine stärkere Abwehrkraft gegen Ekzeme als die Placebo-Gruppe.

Diese Studienergebnisse zeigen also, dass Probiotika positive Auswirkungen auf den Nachwuchs von allergieanfälligen Müttern haben können. Die Studie wurde im Fachmagazin Journal of Allergy (Allergy 2009;64:1349-1358)veröffentlicht.

Probiotika bei Nahrungsmittelallergien

In einer anderen kürzlich veröffentlichten Untersuchung – zu finden im Journal of Nutrition – hatte man Mäusen Probiotika verabreicht. Bei dieser Studie lag der Fokus auf Nahrungsmittelallergien. Die Mäuse litten alle an Milch-Intoleranz, was sich in Hautausschlägen äußerte, sobald sie Milch tranken. Nun gab man ihnen gleichzeitig mit der Milch auch Probiotika sowie Präbiotika(1). Sofort verbesserte sich die Milch-Intoleranz der Mäuse sichtbar – es kam nämlich zu fast keinen Hautreaktionen.

Heutzutage haben bis zu acht Prozent der Kinder verschiedene chronische Nahrungsmittelallergien. Bei einer Ausweitung dieser Studie auf Kinder ließe sich herausfinden, ob sich Probiotika auch dazu eignen könnten, Nahrungsmittelallergien bei Kindern vorzubeugen oder gar zu heilen.

Unterschiede bei Probiotika

Beim Kauf von Probiotika sollten Sie auf hohe Qualität achten. Gerade sog. probiotischen Lebensmittel wie Joghurt, Käse, Quark etc. enthalten oft viel zu geringe Mengen der nützlichen Mikroorganismen, um überhaupt wirksam zu sein. Nahezu jeder Käse enthält zudem Antibiotika. Gleichzeitig liefern sie alle gesundheitlichen Nachteile, die mit dem „Genuss“ pasteurisierter und verarbeiteter Milchprodukte verbunden sind (siehe Milch).

Sauerkraut enthält wirksame Mikroorganismen

Milchsauer vergorene Lebensmittel wie milchsauer eingelegte Gemüse (z. B. Sauerkraut) enthalten hochwertige probiotisch wirksame Mikroorganismen. Dazu muss das Sauerkraut aber roh verzehrt werden, andernfalls sterben die nützlichen Mikroorganismen in der Hitze des Kochtopfs. Eine andere Lösung sind qualitativ und quantitativ hochwertige Probiotika, die in Form von Kapseln oder Flüssigkonzentrat kurweise eingesetzt werden können.

Lesen Sie auch die Meldung aus dem Ärzteblatt

Die Behandlung mit Probiotika – in Kombination mit der oralen Rehydrierung versteht sich – verkürzte die Dauer der Diarrhö um einen Tag. Gleichzeitig wurde das Risiko, dass eine Durchfallerkrankung länger als vier Tage andauerte, um 59 Prozent gesenkt.

Zur Meldung Probiotika

Quelle 1      Quelle 2

(1)Präbiotika (oder Prebiotika) sind im Gegensatz zu Probiotika keine lebenden Mikroorganismen, sondern umfassen bestimmte Stoffe, die den Mikroorganismen einer gesunden Darmflora als Nahrung dienen. Präbiotika pflegen also ein gesundes Darmmilieu, indem sie den nützlichen Mikroorganismen ausreichend und ideale Nahrung zur Verfügung stellen. Inulin beispielsweise ist ein Präbiotikum. Es handelt sich um ein Kohlenhydrat, das natürlicherweise in Chicoree, Schwarzwurzeln, Topinambur und in vielen anderen Pflanzen und Gemüse vorhanden sind.

Abgelegt unter: Allergien | Antibiotika | Gesundheit |




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(4)

Müller
geschrieben am: Mittwoch, 17. August 2011, 17:05
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Hallo, ich bin seit langem auf der Suche nach richtigen Probiotika (nicht wie z.B. in Actimel enthalten). Ich suche Probiotika die Millionen von Mikroben besitzen und man eigentlich auch kühlen muss. Nun bin ich auf die Website von der DGMIM gestoßen und hoffe Sie können mir weiterhelfen. Wo kann ich diese Probiotika im Handel finden? Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen und verbleibe mit freundlichen Grüßen und besten Dank A. Müller




Zentrum der Gesundheit:

Liebe,r Frau/Herr Müller,
vielen Dank für Ihre Mail.

Probiotische Kulturen gibt es in verschiedenen Variationen und Qualitäten. Dabei sind gekühlte Probiotika nicht gleichbedeutend mit höherer Qualität, da es beispielsweise stabilisierte Kulturen gibt, die gar nicht gekühlt werden müssen. Inzwischen ist man ferner der Meinung, dass u. U. gar nicht die Bakterien an sich zum positiven Resultat einer probiotischen Kur führen, sondern lediglich deren Erbinformation, was sich in Experimenten ergab, in denen man nur Bruchstücke der Bakterien (also alles andere als lebendige Bakterien) verabreichte (Studie dazu).

Mit freundlichen Grüssen
Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit

Christine
geschrieben am: Freitag, 01. April 2011, 13:40
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Norman W. Walker warnt in seinem Buch Frische Frucht- und Gemüsesäfte vor Sauerkraut. Er ist gegen das Fermentieren des Kohls. Anscheinend ist für ihn überhaupt nur der frisch gepresste Saft gut. Manchmal trinke ich auch milchsauer vergorenen Rote Beete oder Karottensaft. Mich würde interessieren wie Sie diese Sache bewerten.

Zentrum der Gesundheit:

Liebe Christine,
vielen Dank für Ihre Mail.

Herr Walker rät hauptsächlich aufgrund des oft hohen Salzgehaltes vor fermentierten Produkten ab. Gemüse aber fermentieren auch völlig ohne Salz. Das Salz wird meistens nur zu Haltbarkeitszwecken zugesetzt, ist aber nicht nötig, wenn das Produkt innerhalb kürzester Zeit verbraucht wird (wenn Sauerkraut z. B. selbst hergestellt wird).

Milchsauer vergorene Säfte sind pasteurisiert (wenn Sie sie in Flaschen kaufen, sie also nicht selbst herstellen). Dadurch werden die lebenden Milchsäurebakterien getötet, übrig bleibt lediglich Milchsäure, die dann aber nicht die Wirkung hat, die wir uns vom entsprechenden Produkt erhofft hatten. Erkundigen Sie sich vorsichtshalber beim Hersteller der Säfte, wie er es handhabt, damit im fertig abgefüllten Produkt noch lebende Milchsäurebakterien vorhanden sind.
Liebe Grüße
Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit
Torsten Schwaß
geschrieben am: Donnerstag, 29. April 2010, 20:09

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Das kommt darauf an. Meine Darmflora war und ist durch jahrelange Höchstdosen an Antibiotika so schwer geschädigt, dass mir ein Heilpraktiker empfahl, diese durch konsequente Einnahme von Probiotika über 18 Monate hinweg wieder aufzubauen. Ich habe 37 Colon-Hydro-Therapie Termine hinter mir in 3 Monaten.
Xivender
geschrieben am: Sonntag, 25. April 2010, 00:24
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Ich finde, dieser Artikel ist eher als Werbung für Probiotische Drinks zu weten als eine !umfangreiche! Information.
Natürlich ist es richtig, dass bei beschädigter Darmflora ein solcher Drink helfen kann das Immunsystem zu UNTERSTÜTZEN!

Jedoch wird eines verschwiegen, trinkt man diese kleinen Getränke regelmäßig, so stellt der Körper die Produktion der eigenen Bakterien ab und verlässt sich somit auf die Zufuhr von "Außen".