Männer, die dieses Lebensmittel essen, erkranken seltener an Prostatakrebs

In Sachen Prostatakrebs kann man aus ganzheitlicher Sicht sehr viel tun – sowohl vorbeugend als auch therapeutisch. Eine gesunde Ernährung und eine bedarfsgerechte Nahrungsergänzung gehören natürlich dazu. So weiss man beispielsweise, dass das Risiko für Prostatakrebs mit dem Verzehr von tierischem Fett und Milchprodukten steigt, während Curcumin, Kohlgemüse, Omega-3-Fettsäuren, Soja, Chili, Tomaten und Vitamin D das Risiko senken.

Im International Journal of Cancer erschien im Herbst 2019 eine Untersuchung (1, 2), die zudem ergab, dass Männer, die regelmässig Pilze essen, seltener an Prostatakrebs erkranken als Männer, die Pilzgerichte nicht so mögen.

Diese Eigenschaften machen Pilze so gesund

Schon frühere Pilz-Studien hatten ergeben, dass Pilze die Gesundheit sehr positiv beeinflussen können, da sie über antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften verfügen, die Tumorentwicklung hemmen können und überdies das Immunsystem stärken.

  • Hier hatten wir erklärt, dass Pilze auch die kognitiven Fähigkeiten unterstützen und so das Demenzrisiko mindern könnten: Pilze bremsen Demenz
  • Hier finden Sie viele weitere Eigenschaften und Heilwirkungen von Pilzen erklärt: Pilze und ihre Heilwirkung

Diese Pilzextrakte konnten in ersten Studien Prostatakrebszellen hemmen

Insbesondere Zell- und Tierstudien hatten ergeben, dass Pilze manchen Krebsarten vorbeugen können, etwa Brustkrebs, Blasenkrebs, Darmkrebs, Lungenkrebs und auch Prostatakrebs. Das Zellwachstum von Prostatakrebszellen konnte dabei in In-Vitro-Versuchen von den folgenden Pilzextrakten gehemmt werden:

  • Agaricus blazei Murill (Mandelpilz, ein Vitalpilz)
  • Agaricus bisporus (Zucht-Champignon)
  • Trametes versicolor (Schmetterlingstramete, nicht geniessbar)
  • Cordyceps militaris (Heil- und Vitalpilz)
  • Coprinus comatus (Schopf-Tintling, nur jung und frisch geniessbar)

Problematisch bei einer Prostatakrebserkrankung ist meist, wenn der Krebs vom hormonabhängigen in den hormonunabhängigen Zustand übergeht und dann nicht mehr gut medikamentös kontrolliert werden kann. Auch diesen Übergang in den hormonunabhängigen Zustand konnten die genannten Pilzextrakte hinauszögern. Wie aber verhält es sich bei Männern aus Fleisch und Blut, die bekanntlich etwas anders reagieren als Zellkulturen?

Diese Pilzarten sollten auf Ihrem Speiseplan stehen

In der eingangs erwähnten Studie (1, 2) konnte ein dreimal wöchentlicher Pilzverzehr bei Männern über 50 Jahren einen gewissen Schutzeffekt erzielen, so dass sie seltener an Prostatakrebs erkrankten als Männer, die weniger als einmal wöchentlich zu Pilzen griffen.

Die genauen Pilzarten wurden in den Daten leider nicht aufgeführt, da man aber in der entsprechenden Region meist Shiitake, Austernpilze, Maitake und Champignons isst, kann man davon ausgehen, dass der Schutzeffekt nicht etwa auf seltenen Exemplaren beruht, sondern auf genau diesen Pilzen, die es fast alle in jedem Supermarkt gibt.

Wie genau diese Pilze vor Prostatakrebs schützen können, weiss man noch nicht. Allerdings geht man davon aus, dass es die in den Pilzen enthaltenen antioxidativ wirksamen Stoffe sind, etwa L-Ergothionein und auch Glutathion, die vor oxidativem Stress und Zellschäden bewahren.

Können Pilze einen bestehenden Prostatakrebs bessern?

Pilze können also das Risiko reduzieren, an Prostatakrebs zu erkranken. Eine wichtige Frage ist nun, ob denn wohl auch der Verzehr von Pilzen bei einem bereits bestehenden Prostatakrebs heilend oder wenigstens krebshemmend wirken könnte. Im Jahr 2015 erschien zu genau diesem Thema im Fachmagazin Cancer eine Humanstudie (3).

Studienteilnehmer waren 36 Patienten (zwischen 53 und 80 Jahren), die an einem sog. Biochemischen Rezidiv (BCR) ihres Prostatakrebses litten. Von einem BCR spricht man, wenn nach einer Therapie und dem daraufhin sinkenden PSA-Wert nun plötzlich wieder kontinuierlich steigende PSA-Werte gemessen werden, was auf einen Rückfall bzw. ein Fortschreiten des Krebses hindeutet.

Pilzpulver – zweimal täglich – reduziert den PSA-Wert

Die Probanden sollten nun ein Pilzpulver aus gefriergetrocknetem Zucht-Champignon (in Form von Tabletten à 500 mg Pilzpulver) zweimal täglich einnehmen – und zwar langfristig, also über Monate oder Jahre hinweg bzw. so lange, bis sich eine negative Veränderung ihrer Erkrankung oder aber unerwünschte Nebenwirkungen ergeben würden.

Man begann mit verschiedenen Dosierungen (4 g, 6 g, 8 g, 10 g, 12 g oder 14 g pro Tag), wobei die niedrigen Dosierungen alle 4 Wochen – wenn es zu keinen Nebenwirkungen/Unverträglichkeiten kam – auf die nächsthöhere Dosis erhöht wurden. Die Ergebnisse sahen folgendermassen aus:

  • Bei zwei Patienten, die täglich 8 bzw. 14 g des Pilzpulvers erhalten hatten, sank der Wert innerhalb der ersten drei Monate auf annähernd Null (unter 0,04 ng/ml), was man auch als nicht mehr nachweisbaren PSA-Wert bezeichnet. Dieser Erfolg hielt auch die nächsten 49 bzw. 30 Monate lang an.
  • Bei zwei weiteren Patienten kam es innerhalb von drei Monaten zu einem 50-prozentigen Rückgang des PSA-Wertes. Einer davon erlebte jedoch einen Rückfall nach sieben Monaten.
  • Bei 36 Prozent der Patienten (zusätzlich zu den vier oben genannten) nahm der PSA-Wert ab – um 5 bis 40 Prozent.
  • Bei fünf weiteren Patienten blieb der PSA-Wert stabil, so dass auch sie das Pilzpulver weiterhin einnahmen.

Essen Sie bei Prostatakrebs dreimal wöchentlich Pilze!

Pilze sollten daher bei Prostatakrebs oder wenn man einem solchen vorbeugen will, regelmässig verspeist werden, am besten mindestens dreimal wöchentlich. Was die erforderliche Menge betrifft, so könnte man sich an der Champignonpulver-Studie orientieren.

Die entsprechenden Probanden hatten täglich 4 bis 14 g Pilzpulver eingenommen. Da frische Champignons aus 90 Prozent Wasser bestehen, entsprechen 4 g des Pulvers 40 g frischen Champignons und 14 g entsprechen 140 g frischen Champignons, so dass es sich um Mengen handelt, die man problemlos regelmässig in den Speiseplan integrieren könnte.

Welches Gericht könnte man bei Prostatakrebs noch essen?

Alternativ bietet sich natürlich auch das Pilzpulver an, vielleicht für jene Tage, an denen man keine Lust auf ein Pilzgericht hat. Pilzpulver ist übrigens sehr schmackhaft und kann sehr gut als Würzmittel verwendet werden, das vielen herzhaften Speisen ein tolles Aroma verleiht. Achten Sie beim Kauf jedoch darauf, dass es gefriergetrocknet wurde bzw. bei unter 40 Grad getrocknet wurde, damit es mit der Pulverqualität aus oben vorgestellter Studie mithalten kann.

  • Ein weiteres Gericht, das sich bei Prostatakrebs als hilfreich und präventiv wirksam erwiesen hat ist Blumenkohl mit Kurkuma.
  • Köstliche Rezepte mit Pilzen finden Sie in unserem ZDG-Kochstudio: Rezepte mit Pilzen

Quellen

  1. Shu Zhang, Ichiro Tsuji et al., Mushroom consumption and incident risk of prostate cancer in Japan: A pooled analysis of the Miyagi Cohort Study and the Ohsaki Cohort Study, International Journal of Cancer, 2019
  2. Wiley, Eating mushrooms may help lower prostate cancer risk, ScienceDaily, 5. September 2019
  3. Twardowski P, Kanaya N, Frankel P et al., A phase I trial of mushroom powder in patients with biochemically recurrent prostate cancer: roles of cytokines and myeloid‐derived suppressor cells for Agaricus bisporus‐induced prostate‐specific antigen responses, Cancer 2015; 121: 2942– 50,

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