Krankheit

Vitamin-D-Mangel begünstigt Schub bei Colitis ulcerosa

  • Autor: Carina Rehberg
  • aktualisiert: 30.10.2018
  • 1 Kommentar
Vitamin-D-Mangel begünstigt Schub bei Colitis ulcerosa
© Udo Kroener – Fotolia.com

Vitamin-D-Mangel hat viele negative Auswirkungen auf die Gesundheit. Auch bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sollte man daher auf einen gesunden Vitamin-D-Spiegel achten – so eine Studie der Harvard Medical School. Denn wenn Patienten mit Colitis ulcerosa zu wenig Vitamin D im Blut haben, dann wächst die Gefahr, schneller wieder einen Schub zu erleiden. Patienten mit höherem Vitamin-D-Spiegel hingegen bleiben länger in Remission. Überprüfen Sie daher Ihren Vitamin-D-Spiegel und bauen Sie diesen bei einem Mangel wieder auf.

Niedrige Vitamin-D-Spiegel bei Colitis ulcerosa

Forscher vom Beth Israel Deaconess Medical Center (BIDMC) – eine der Lehrkliniken der Harvard Universität – stellten fest, dass niedrigere Vitamin-D-Spiegel im Blut das Risiko für einen Schub bei Patienten mit Colitis ulcerosa erhöhen. Colitis ulcerosa ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Darms, bei der sich Geschwüre in der Dickdarmschleimhaut bilden. Schübe gehen mit starken Durchfällen einher und beeinträchtigen die Lebensqualität enorm.

Bei Patienten mit aktiver Colitis ulcerosa werden regelmässig niedrige Vitamin-D-Spiegel gemessen. Doch war bisher unklar, ob diese niedrigen Spiegel auch die Gefahr eines Schubs verstärken können.

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Niedrige Vitamin-D-Spiegel: Folge oder Ursache von Schüben bei Colitis ulcerosa

Frühere Studien mit Patienten, die an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa litten, hatten bereits niedrige Vitamin-D-Spiegel mit einem Aufblühen der Krankheit in Zusammenhang gebracht," erklärt Studienautor Dr. Alan Moss, Gastroenterologe und Professor der Medizin an der Harvard Medical School.
Allerdings wussten wir nicht, ob die Schübe zu einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel führen oder ob die niedrigen Vitamin-D-Werte die Schübe verursachen bzw. mitverursachen. Also überprüften wir die Vitamin-D-Werte in der Remission (wenn die Krankheit inaktiv ist) und begleiteten die Patienten über 12 Monate hinweg, um zu sehen, wie die Vitamin-D-Werte den Krankheitsverlauf beeinflussten."

Vitamin D schützt vor Schub bei Colitis ulcerosa

Studienteilnehmer waren 70 Patienten mit Colitis ulcerosa, die sich in Remission befanden. Die Vitamin-D-Spiegel wurden gemessen, genauso die Werte der Entzündungsmarker, die nicht nur über Bluttests, sondern auch mit Hilfe von Biopsien festgestellt wurden. Die Forscher konnten sodann zeigen, dass diejenigen Patienten, die einen Schub erlitten, niedrigere Vitamin-D-Werte hatten als jene, die gesund bleiben.

Patienten, die in Remissionszeiten höhere Vitamin-D-Werte hatten, erlitten seltener einen Schub", sagte Dr. John Gubatan, Arzt am BIDMC und Hauptautor der Studie, die im Februar 2017 im FachjournalClinical Gastroenterology and Hepatology veröffentlicht wurde. "Das zeigt uns, dass höhere Vitamin-D-Spiegel eine Rolle bei der Prävention eines Schubes bei Colitis ulcerosa spielen."

Ihr Vitamin-D-Wert sollte bei über 35 ng/ml liegen

Der Schwellenwert, der einen schützenden Effekt zu haben schien, lag bei über 35 ng/ml Vitamin D. Jetzt wollen Gubatan und Moss den Zusammenhang zwischen Cathelicidin und Vitamin D untersuchen. Cathelicidin ist ein körpereigenes Protein mit antibiotischer Wirkung, das die Darmschleimhaut vor pathogenen Erregern schützt, die Darmflora regulieren hilft und auf diese Weise die Darmbarriere schützt.

Die Werte des Cathelicidin sind gerade bei chronisch entzündlichen Erkrankungen oft zu niedrig. Vitamin D gilt als Vitamin, das die Menge des Cathelicidins erhöht und möglicherweise auf diese Weise so vorteilhaft auf Colitis ulcerosa einwirken kann.

Wie Sie Ihren Vitamin-D-Spiegel messen können und wie Sie die für Sie richtige Vitamin-D-Dosis herausfinden, haben wir hier erklärt: Vitamin D – Die richtige Einnahme

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Anonym schrieb am 25.11.2017

Guten Tag ich brauche Rat um mich vernünftig und gesund zu ernähren. Habe Colitis Ulcerosa und habe schon vieles probiert. Die richtige Ernährung für mich war nicht dabei. Der eine empfiehlt Rohkost, der andere Paleo, andere Vollwertkost mit viel gemahlenen Getreide, auch Schonkost habe ich probiert, (war nicht gut) Ayurveda nur gekochtes ? habe mich müde gefühlt. Was empfehlen Sie mir ? Zur Zeit esse ich vegan aber nicht ganz vollwertig, bin vorsichtig mit Hülsenfrüchte die vertrage ich irgendwie nicht so gut, bitte keine Sojaempfehlungen !!! Danke schön im Voraus und liebe Grüße

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Die richtige Ernährung ist immer sehr individuell. Gerade bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen heisst es, genau hinzusehen, was man gut verträgt und was nicht und gleichzeitig die Deckung des Nährstoff- und Vitalstoffbedarfs im Auge zu behalten.

Es geht also nicht darum, dass Sie eine bestimmte Kostform durchziehen müssen, die Ihnen irgendjemand empfohlen hat und die vielleicht dieser jemand gut verträgt. Auch geht es nicht darum, Extrem-Kostformen umzusetzen, wie z. B. NUR Rohkost oder NUR Gekochtes oder VIEL frisch gemahlenes Getreide oder VIEL Fleisch und Fisch etc. Es geht darum, ein Gleichgewicht zu finden.

Wenn Sie sich mit einer ausschliesslich gekochten Kost müde fühlen, dann testen Sie einmal, am Morgen Rohkost zu essen. Testen Sie, in welcher Form diese Ihnen am besten bekommt, z. B. püriert oder entsaftet. Probieren Sie, Ihr Gemüse nicht zu kochen, sondern es nur anzudämpfen. Probieren Sie, ob eine bestimmte Kombination besser vertragen wird oder eine bestimmte Reihenfolge, also z. B. Obst nie mit anderen Lebensmitteln kombinieren. Und Getreide nicht zusammen mit proteinreichen Lebensmitteln zu kombinieren.

Auch sollten Sie mögliche Nahrungsmittelunverträglichkeiten abklären lassen sowie Ihre Vitalstoffversorgung überprüfen lassen.

Alle diese Schritte helfen Ihnen, die für Sie individuell richtige Ernährung zu finden. Möglicherweise kann Ihnen auch ein Ernährungsberater oder Heilpraktiker hier beistehen.

Alles Gute!

Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit

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