Vorsorge Gesundheit

Salmonellen: Die richtige Darmflora schützt

  • Autor: Carina Rehberg
  • aktualisiert: 15.08.2018
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Salmonellen: Die richtige Darmflora schützt
© istockphoto.com/Panya_sealim

Eine Salmonelleninfektion zeigt sich mit Durchfall, Erbrechen und Übelkeit. Besonders im Sommer ist die Gefahr gross, dass man sich mit Salmonellen infiziert. Meist dann, wenn bei empfindlichen Lebensmitteln – Mayonnaise, Hackfleisch oder Speisen mit rohen Eiern – die Kühlkette unterbrochen wurde. Allerdings wird nicht jeder krank, der Salmonellen verspeist. Woran liegt es, dass der eine tagelang mit Beschwerden kämpft, während der andere überhaupt nichts merkt? Offenbar ist es eine bestimmte Darmflora, die den einen schützt und den anderen im Stich lässt.

Die richtige Darmflora schützt vor Salmonellen

Salmonellen sind Bakterien, die Durchfall mit Fieber und Bauchkrämpfen verursachen können. Die meisten Betroffenen erholen sich innerhalb von vier bis sieben Tagen. Bei einigen jedoch verläuft die Infektion so schwer, dass ein Klinikaufenthalt erforderlich wird. Allein in den USA sterben ferner alljährlich etwa 450 Menschen an einer Salmonelleninfektion.

Meist infiziert man sich mit entsprechend belasteten Lebensmitteln. Häufig sind es Gerichte mit Hackfleisch, Geflügel oder rohen Eiern, z. B. Tiramisu, Zabaione oder Kartoffelsalat mit Mayonnaise. Aber auch die Wurstqualität lässt in Sachen Salmonellen häufig zu wünschen übrig, etwa bei Leberwurst und Wiener Würstchen.

Doch wird nicht jeder krank, der ein mit Salmonellen verseuchtes Lebensmittel isst. Forscher fanden jetzt einen möglichen Grund dafür, warum manch einer gegen Salmonellen immun ist und ein anderer schwer davon erkrankt. Es ist die Zusammensetzung der Darmflora, die den Zustand der Abwehrkraft gegen Salmonellen bestimmt.

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Nützliche Darmbakterien bilden schützende kurzkettige Fettsäuren

Besteht die Darmflora aus Bakterien, die kurzkettige Fettsäuren wie z. B. Propionsäure bilden können – so Forscher der Stanford University School of Medicine – dann scheinen diese Fettsäuren (bzw. ihre Salze) den Darm vor Salmonellen (und anderen schädlichen Darmerregern) zu schützen.

Propionat ist das Salz der Propionsäure und ist ein Stoff, der von manchen nützlichen Darmbakterien – den sog. Bacteroides – gebildet wird. Das Propionat hemmt die Ausbreitung von Salmonellen, indem es deren intrazellulären pH-Wert senkt (also ansäuert). Dadurch verlängert sich die Teilungszeit des Bakteriums, so dass nun für das Immunsystem ausreichend Zeit zur Verfügung steht, um den Eindringling zu vernichten. In diesem Fall merkt der Betreffende nichts von der Infektion, da keinerlei Beschwerden auftreten.

Veröffentlicht wurden die neuen Erkenntnisse am 26. Juli 2018 im Fachjournal Cell Host and Microbe.

Manche Menschen infizieren sich, andere nicht

„Menschen reagieren unterschiedlich auf bakterielle Infektionen”, erklärt Dr. Denise Monack, Professor für Mikrobiologie und Immunologie sowie Autorin der Studie.

„Manche infizieren sich, andere nicht, manche werden krank, andere bleiben gesund, manche sind ansteckend, andere nicht. Bislang war es ein grosses Geheimnis, warum der eine so, der andere ganz anders reagiert. Unsere Studienergebnisse bringen hier nun etwas Licht ins Dunkel.”

Bei Mäusen ist es nicht anders. Infizieren sich diese mit Salmonellen, werden längst nicht alle Tiere krank. Nach der Infektion lassen sich ganz unterschiedliche Salmonellenmengen in den Mäusedärmen finden. Bei der einen Maus konnten sich die Salmonellen vermehren, bei der anderen so gut wie gar nicht.

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Dreimal mehr kurzkettige Fettsäuren bei Darmflora, die Salmonellen abwehren kann

Untersuchte man nun die Darmflora der salmonellenresistenten Mäuse, zeigte sich, dass diese – im Vergleich zur Darmflora der erkrankten Mäuse – eine grosse Zahl bestimmter nützlicher Darmbakterien (Bacteroides) aufwies. Genau diese sind es dann auch, die die erwünschten und schützenden kurzkettigen Fettsäuren bilden, wie Propionat, Acetat und Butyrat. Daher konnte man bei den resistenten Mäusen auch dreimal so hohe Propionatspiegel messen wie bei den krankheitsanfälligen Mäusen.

Bei Salmonelleninfektionen werden meist Antibiotika verordnet. Doch ist die Therapie nicht in jedem Fall einfach, da manche Salmonellen auf viele Antibiotika bereits Resistenzen gebildet haben und daher nicht mehr auf Antibiotika reagieren. Auch belasten Antibiotika bekanntlich sehr stark die Darmgesundheit und reduzieren damit wiederum die Abwehrkraft des Menschen, denn es gilt: Je gesünder der Darm, umso stärker das Immunsystem.

Gesunde Darmflora schützt vor Salmonellen und anderen Darminfekten

Sinnvoller könnte es daher in Zukunft sein, Salmonelleninfektionen direkt mit Propionaten zu therapieren oder mit entsprechenden Probiotika, die eine Darmflora aufbauen, die sodann selbst Propionate bilden und damit den Menschen schützen kann.

Da eine gesunde Darmflora und die von ihr gebildeten kurzkettigen Fettsäuren nicht nur vor Salmonellen schützen, sondern vor zahlreichen anderen Darminfekten ebenfalls, ist auch im Hinblick auf eine langfristige Gesundheitsprävention der Aufbau einer gesunden Darmflora enorm wichtig.

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