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4 min

Dieses Alltagsproblem erhöht Ihr Covid-Risiko

Ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für eine schwere Covid-19-Infektion. Jetzt hat sich gezeigt, dass auch ein häufiges Alltagsproblem, an dem viele Menschen leiden, das Covid-Risiko um ein Vielfaches erhöhen kann. Doch dagegen lässt sich etwas tun.

Aktualisiert: 23 Februar 2024

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Covid-Risiko steigt, wenn man an diesem Problem leidet

Schädliche Bakterien im Mundraum – etwa durch eine Zahnfleischentzündung oder generell schlechte Mundhygiene – können das Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf erhöhen. Denn wenn der Körper durch die Virusinfektion bereits geschwächt ist, gelangen die aggressiven Bakterien vom Mund leicht in die Atemwege und die Lungen und sorgen dort für eine zusätzliche bakterielle Infektion. Diese Superinfektion nun wiederum kann den Verlauf der Erkrankung verschlimmern ( 12 ).

Im Laufe der Pandemie zeigte sich, dass ein grosser Teil der an Covid-19 Verstorbenen – manchmal waren es bis zu 50 Prozent der untersuchten Patienten – gleichzeitig auch mit Bakterien (also nicht nur mit dem Virus) zu kämpfen hatten ( 16 ) ( 17 ).

Schwerer Covid-Verlauf durch Zahnfleischentzündung

Mangelnde Mundhygiene und/oder eine Zahnfleischentzündung können also nicht nur Zahnfleischbluten, Mundgeruch, Karies und häufige Zahnarztbesuche bescheren, sondern noch ganz andere Probleme mit sich bringen:

  1. Die Wahrscheinlichkeit auf der Intensivstation zu landen etwa, ist laut entsprechender Studien für Covid-Patienten, die gleichzeitig an einer Zahnfleischentzündung leiden, um das 3,5-Fache erhöht (im Vergleich zu Patienten mit gesundem Zahnfleisch).
  2. Auch mussten jene mit einer Zahnfleischentzündung mit einer 4,5-mal höheren Wahrscheinlichkeit künstlich beatmet werden.
  3. Ihr Sterberisiko war sogar 9-mal höher als das von Patienten ohne Zahnfleischentzündung ( 10 ) ( 11 ).

Wie Zahnfleischentzündungen zu anderen Krankheiten führen

Bekannt ist seit vielen Jahren, dass eine Zahnfleischentzündung oder generell eine schlechte Mund- und Zahngesundheit andere Erkrankungen verschlimmern können. Der Grund dafür ist die veränderte Mundflora, in der schädliche Bakterien überwiegen – einen Zustand, den man auch als Dysbiose bezeichnet. Vielleicht kennen Sie den Begriff aus dem Bereich der Darmgesundheit? Auch dort wird eine Störung der Flora – in diesem Fall der Darmflora – als Dysbiose bezeichnet.

Die entsprechenden Bakterien verhalten sich aggressiv, führen zu Entzündungen im Mund und greifen das Zahnfleisch an. Sie können dann sogar in den Blutkreislauf gelangen und auf diese Weise in jeden Winkel des Körpers. Dort rufen sie nun das Immunsystem auf den Plan, sorgen für eine Erhöhung der Entzündungswerte und begünstigen zahlreiche chronisch entzündliche Erkrankungen, z. B. Herzkrankheiten ( 1 ), Bluthochdruck ( 2 ), Nierenerkrankungen ( 6 ), Atemwegserkrankungen ( 7 ) und selbst neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer ( 8 ) ( 9 ).

Eine schlechte Mund- und Zahngesundheit kann sogar den Blutzuckerspiegel erhöhen und einen Diabetes verschlimmern ( 3 ), bei jüngeren Frauen zu einem niedrigen Geburtsgewicht ihrer Kinder führen ( 4 ) und bei Frauen in den Wechseljahren die Knochendichte reduzieren ( 5 ).

Zahnfleischentzündung erhöht Risiko für Zytokinsturm bei Covid-19

Bei Covid-19-Patienten nun steigen grundsätzlich die Entzündungswerte, insbesondere der CRP-Wert. Schwere Verläufe gehen überdies mit einem steigende Zytokinspiegel einher. Man spricht auch vom gefürchteten Zytokinsturm.

Zytokine sind körpereigene Botenstoffe, die Entzündungsreaktionen auslösen. Diese sind in einem bestimmten Ausmass zur Bekämpfung eines Erregers wichtig. Beim Zytokinsturm aber steigt der Zytokinspiegel immer weiter und die Entzündung wird immer stärker, so dass es zu Schäden an den Organen kommen kann, was sich dann in einem akuten Lungenversagen und im schlimmsten Falle in einem multiplen Organversagen äussern kann. Der Zytokinsturm muss daher unbedingt vermieden werden.

Menschen aber, die eine schlechte Mundgesundheit aufweisen, neigen wegen der im Mund schon vorhandenen chronischen Entzündung auch ohne Covid zu erhöhten CRP- und Zytokinspiegeln ( 11 ), so dass bei einer ernsthaften zusätzlichen Infektion, z. B. durch SARS-CoV-2, die Gefahr für einen Zytokinsturm und somit für einen schweren Verlauf bei diesen Personen entsprechend hoch ist ( 13 ) ( 14 ) ( 15 ).

Bakterien im Mund öffnen für Viren die Tür in den Körper

Zusätzlich kann eine schlechte Mund- und Zahnfleischgesundheit auch dem Coronavirus helfen, den Körper zu infizieren. Denn jene Enzyme, die von den Bakterien gebildet werden, die zu einer Zahnfleischentzündung führen, können die Oberfläche der Schleimhaut in den Atemwegen so verändern, dass sich Erreger, wie eben auch Viren, dort leichter anheften und vermehren können (12).

Ganzheitliches Konzept für Mundhygiene in der Covid-Prävention

Wer sich also für eine ganzheitliche Prävention in Sachen Covid-19 und anderen Virusinfektionen interessiert, sollte auch auf eine gute Mundhygiene und gesundes Zahnfleisch sorgen.

Besonders wichtig ist dieser Aspekt natürlich für Menschen, die bereits zur Risikogruppe gehören, also Menschen mit Übergewicht oder Vorerkrankungen (Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck etc.). So kann eine Zahnfleischentzündung bei diesen Personen nicht nur die bereits bestehende Erkrankung verschlimmern, sondern auch einen Infekt mit SARS-CoV2 begünstigen bzw. einen schweren Verlauf bei Covid-19 fördern.

Hier erklären wir, wie die richtige Ernährung bei Zahnfleischentzündung aussieht (wissenschaftlich belegt), welche Lebensmittel Ihrem Zahnfleisch schaden, welche sie verstärkt essen sollten und welche Vitalstoffe Sie als Nahrungsergänzung einnehmen können, um Ihr Zahnfleisch zu heilen oder gesund zu halten.

Achten Sie ausserdem auf eine umfassende Mund- und Zahnhygiene. Hier stellen wir ein ganzheitliches Konzept für eine natürliche Zahn- und Zahnfleischpflege vor.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.