Zink zum Schutz vor Lungenentzündungen

In Deutschland sind bis zu 40 Prozent aller ambulant erworbenen Lungenentzündungen auf Pneumokokken zurückzuführen. „Ambulant erworben“ bedeutet, dass man sich die Lungenentzündung ausserhalb eines Krankenhauses „geholt“ hat. Zink soll gegen eine solche Infektion schützen.

Da das Spurenelement Zink nicht im Körper gespeichert werden kann, muss es regelmässig über die Nahrung aufgenommen werden. Ist der Zinkspiegel zu niedrig, wird das Immunsystem geschwächt und der Körper wird anfällig für bakterielle Infektionen.

Australische Wissenschaftler haben nun einen entscheidenden Zusammenhang zwischen der Zufuhr von Zink aus der Nahrung und dem Schutz vor Pneumokokken entdeckt.

Was sind Pneumokokken?

Pneumokokken sind Bakterien, die zu den drei häufigsten krankheitsauslösenden Streptokokken-Arten gehören. Sie werden durch Husten oder Niesen übertragen. Etwa die Hälfte der gesunden Bevölkerung trägt Pneumokokken in den Atemwegen. Doch ist das Immunsystem intakt, werden die Bakterien gekonnt in Schach gehalten.

Ist das Immunsystem allerdings geschwächt, können sich die Erreger unkontrolliert vermehren, ausbreiten und eine schwere Form der Lungenentzündung auslösen. Besonders gefährdet sind Säuglinge und Kleinkinder, aber auch ältere Menschen sowie immunsupprimierte Patienten.

Ein geringer Zinkspiegel erhöht das Infektionsrisiko

Das Forscherteam von der The University of Adelaide konnte bereits im Vorfeld durch modernste Bildgebungstechniken aufzeigen, dass das Immunsystem Zink als antibakterielles Mittel einsetzt, um sich gegen Pneumokokken-Angriffe zu wehren.

Die im Jahr 2019 durchgeführte Studie (2) hat nun gezeigt, dass Mäuse mit einem hohen Zinkspiegel vor einer Infektion mit Pneumokokken viel besser geschützt sind als jene Tiere mit niedrigem Zinkspiegel.

Die Wissenschaftler kamen zum Schluss, dass eine Infektion viel schneller erfolgt, wenn dem Immunsystem nicht genügend Zink zur Verfügung steht, welches die Abtötung der Bakterien unterstützt.

Wie wehrt Zink Pneumokokken ab?

Der Studienleiter Dr. Bart Eijkelkamp liess verlauten (1), dass Zink aus der Nahrung eng mit der Immunfunktion und der Resistenz gegen bakterielle Infektionen verbunden ist. Interessant ist dabei, dass Zink genau am Ort der Infektion mobilisiert wird. Dort belastet es die eindringenden Bakterien und unterstützt bestimmte Immunzellen dabei, die Pneumokokken erfolgreich abzutöten.

Die Studienergebnisse unterstreichen, wie wichtig die Sicherstellung einer ausreichenden Zinkzufuhr ist, um das Auftreten von durch Pneumokokken verursachte Erkrankungen zu reduzieren.

Was Sie bei der Aufnahme von Zink beachten sollten

Schätzungen zufolge leiden weltweit rund zwei Milliarden Menschen an Zinkmangel. Jährlich sterben daran eine Million Kinder in den Entwicklungsländern. Allerdings ist Zinkmangel auch in der westlichen Welt keine Seltenheit (3).

Gute pflanzliche Zinkquellen sind z. B. Haferflocken, Paranüsse und Linsen. Eine gute Vitamin-C-Versorgung kann die Zinkaufnahme (ähnlich wie beim Eisen) fördern. Hülsenfrüchte sollten vor der Zubereitung 1 bis 2 Tage eingeweicht werden, um die enthaltene Phytinsäuregehalte zu reduzieren, die u. U. die Zinkaufnahme reduzieren könnten.

Bei nachweislichem Zinkmangel (hier wird erklärt, wie Sie diesen diagnostizieren lassen können: Mineralstoffmangel: Die Diagnose), greift man bis zur Behebung desselben und bis zur gleichzeitigen Optimierung der Ernährung auf entsprechende Nahrungsergänzungsmittel zurück.

Quellen

  1. Dietary zinc protects against Streptococcus pneumoniae infection, study finds, Science Daily, August 2019
  2. Bart A. Eijkelkamp, Dietary zinc and the control of Streptococcus pneumoniae infection, PLoS Pathog, August 2019 
  3. K. Michael Hambidge et al, Zinc Deficiency: A Special Challenge, The Journal of Nutrition, April 2007

Ihre Ausbildung zum ganzheitlichen Ernährungsberater

Gesunde Ernährung ist Ihre Leidenschaft? Sie lieben die basenüberschüssige, naturbelassene Ernährung? Sie möchten gerne die Zusammenhänge zwischen unserer Nahrung und unserer Gesundheit aus ganzheitlicher Sicht verstehen? Sie wünschen sich nichts mehr als all Ihr Wissen rund um Gesundheit und Ernährung zu Ihrem Beruf zu machen?

Die Akademie der Naturheilkunde bildet Menschen wie Sie in 12 bis 18 Monaten zum Fachberater für holistische Gesundheit aus. Wenn Sie mehr über das Fernstudium an der Akademie der Naturheilkunde wissen möchten, dann erfahren Sie hier alle Details sowie Feedbacks von aktuellen und ehemaligen TeilnehmerInnen.

Hinweis zu Gesundheitsthemen

Diese Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Sie sind ausschliesslich für Interessierte und zur Fortbildung gedacht und keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden irgendeiner Art, die direkt oder indirekt aus der Verwendung der Angaben entstehen. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Heilpraktiker.