Krankheit

Vitamin-B12- und Folsäure-Mangel weit verbreitet

  • Autor: Carina Rehberg
  • aktualisiert: 11.08.2018
  • 1 Kommentar
Vitamin-B12- und Folsäure-Mangel weit verbreitet
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Vitamin-B12-Mangel ist – genau wie ein Folsäure-Mangel – weiter verbreitet, als man bisher dachte. Gerne wird behauptet, besonders vegan lebende Menschen seien von einem B12-Mangel bedroht. Eine grosse in Irland durchgeführte Studie zeigte jedoch im Juni 2018, dass der entsprechende Mangel jeden treffen kann. Da Vitamin B12 sowohl für die Blut- und Gefässgesundheit als auch für ein gut funktionierendes Gehirn zuständig ist, äussert sich ein Mangel in gravierenden Beschwerden und sollte dringend vermieden werden.

Vitamin-B12-Mangel und Folsäuremangel

Schon im November 2017 hatte eine deutsche Studie festgestellt, dass gerade Senioren häufig an einem Vitaminmangel leiden. In einer grossen Bevölkerungsstudie in Irland zeigte sich nun ganz Ähnliches. Dort stellte man fest, dass eine überraschend hohe Zahl Erwachsener an einem Vitamin-B12- und Folsäure-Mangel leidet. Beide Mängel können langfristig zu zahlreichen Gesundheitsproblemen führen.

Häufige Symptome eines B12- und Folsäure-Mangels sind

  • Kopfschmerzen und Müdigkeit,
  • Anämien (Blutarmut) mit den typischen Symptomen wie schnelle Ermüdung, Schwäche und Konzentrationsstörungen,
  • ein geschwächtes Immunsystem mit erhöhter Infektanfälligkeit und schwacher Abwehrkraft gegen Krebs,
  • psychische Probleme (Reizbarkeit, Ängste, Verwirrung, Depressionen, Aggressionen etc.),
  • Schleimhautschäden im Magen-Darm-System (wunde Zunge, Mundentzündungen, Verdauungsstörungen),
  • Durchfall oder Verstopfung sowie
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust.

Demenz oder Vitamin-B12-Mangel?

Bei einem Vitamin-B12-Mangel sind ferner die Nerven der Extremitäten betroffen, was sich in Taubheitsgefühlen und Kribbeln an Händen und Füssen zeigt. Auch kann sich ein reduziertes Erinnerungsvermögen einstellen, was gerade bei älteren Menschen schnell zu einem Demenzverdacht führt, obwohl es sich „nur“ um einen Vitaminmangel handelt.

Forscher der Irischen Längsschnittstudie zum Alterungsprozess der Bevölkerung (Irish Longitudinal Study on Ageing) (TILDA) am Trinity College Dublin analysierten die Daten von 5.290 Erwachsenen im Alter von 50 Jahren und darüber. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden im Juli 2018 im British Journal of Nutrition veröffentlicht.

Jeder Siebte leidet an Folsäuremangel

Studienautor Dr. Eamon Laird empfiehlt, die beiden Vitaminmängel sehr viel ernster zu nehmen, als dies derzeit noch der Fall ist. Denn in besagter Studie zeigte sich, dass 1 von 8 Erwachsenen niedrige Vitamin-B12-Spiegel hatten oder gar einen konkreten Mangel aufwiesen. Bei der Folsäure waren es noch mehr Betroffene. Hier litt 1 von 7 Erwachsenen an einem Mangel oder niedrigen Werten.

Während bei den 50- bis 60-Jährigen nur 14 Prozent einen Folsäuremangel hatten (was jedoch schon viel ist), waren es bei den älteren Teilnehmern gar 23 Prozent.

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Raucher und Übergewichtige häufiger betroffen

Raucher und Übergewichtige waren besonders häufig von einem Mangel betroffen oder auch Leute, die allein lebten. Da beide Faktoren beeinflussbar sind (über eine Gewichtsabnahme und Rauchentwöhnung), liesse sich hier von den Betroffenen einiges zur Vorbeugung tun.

Viel zu wenige Menschen nehmen Nahrungsergänzungsmittel

Zusätzlich können natürlich entsprechende Nahrungsergänzungen eingenommen werden. Die Wissenschaftler bedauerten, dass dies noch von den wenigsten Menschen so gehandhabt werde. In ihrer Untersuchung waren es gerade einmal 4 Prozent der Teilnehmer, die B-Vitamine nahmen.

Da auch Ärzte immer wieder betonen, wie gut doch die übliche Ernährung mit Vitalstoffen versorge, tragen sie natürlich zum schlechten Zustand gerade der älteren Bevölkerungsgruppen bei. Denn wenn ein Mangelsymptom erscheint, wird nicht nach einem Mangel geschaut. Stattdessen werden Medikamente gegen das Symptom verschrieben. Der Patient nimmt sodann Antidepressiva, Säureblocker, Antibiotika und Demenzmedikamente – mit der Folge, das er immer kränker wird, denn sein Vitaminmangel mit all seinen Konsequenzen bleibt ja weiter unbehandelt. 

Denken Sie bei Beschwerden immer auch an einen Vitaminmangel als mögliche Ursache!

Denken Sie daher am besten immer auch selbst an einen Vitamin- oder auch Mineralstoffmangel als mögliche Ursache oder Mitursache so mancher Beschwerden und kümmern Sie sich darum, dass die entsprechenden Werte überprüft werden. Ein Vitamin-B-Komplex kann jedoch meist auch ohne vorherige Überprüfung rein prophylaktisch als Nahrungsergänzung eingenommen werden. Lediglich zum Einstieg wäre eine Bestimmung des Ist-Zustandes sinnvoll, damit man sich für die richtige Dosis entscheiden kann.

Vitamin-B12-Mangel beheben

Sollte nämlich ein schwerer B12-Mangel vorliegen, werden Sie diesen mit einem normalen Vitamin-B-Komplex-Präparat nicht beheben können. Meist sind diese Präparate sehr niedrig dosiert und enthalten nur wenige Mikrogramm Vitamin B12 pro Tag, was zu wenig ist. Im Falle eines Mangels ist ein reines B12-Präparat, das täglich 1000 µg liefert, daher deutlich empfehlenswerter.

Unter Umständen sind auch anfangs Vitamin-B12-Injektionen erforderlich, bis man den Mangel einigermassen behoben hat. Um den gesunden Status dann zu halten, kann man täglich oder jeden zweiten Tag zu den 1000-Mikrogramm-Präparaten greifen.

Folsäure-Mangel beheben

Der Bedarf an Folsäure kann mit hochwertigen Vitamin-B-Präparaten gedeckt werden (wenn diese beispielsweise 400 µg Folsäure enthalten). Natürlich kann auch eine folsäurereiche Ernährung den Bedarf an Folsäure decken, doch gelingt dies vielen Menschen nicht. Denn die Ernährung müsste reichlich grünes Blattgemüse, Kohlgemüse und Hülsenfrüchte enthalten, Lebensmittel, die es in den Küchen der meisten Menschen nur noch selten gibt.

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Zuletzt kommentiert

anonym schrieb am 29.07.2018

Guten Tag,

besten Dank für diese interessanten Artikel:

Ein kleines Detail zu Ihrem Artikel über die B12 Vitamine:

Vitamin B12 Mangelerscheinungen

Kleines, aber interessantes Detail:

Ein Detail welches Sie in ihrem Artikel nicht erwähnen ist auch die Komposition des Vitamins B12. Die meisten Präparate werden aus dem Cyanocobalamin hergestellt, welches vom Körper nicht sehr gut aufgenommen wird.

Hingegen ist das Methylcobalamin viel besser für die Aufnahme in unserem Körper – es scheint noch weniger bekannt zu sein. Gute Hersteller von Vitamin- Komplementär kennen dies aber und stellen es her (z.B. Dr Rath hat ein neues B12, Vitamin B12 aus Methylcobalamin) und es gibt auch Versande, die man im Internet findet.

Freundliche Grüsse.

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

In unserem aktuellen Newsletter erschien unser Artikel über das Vitamin B1, also nicht B12. Aber vielleicht haben Sie auf unserer Seite unseren Vitamin-B12-Mangel-Artikel gefunden. Dort fehlt der Hinweis auf ein passendes B12-Präparat, das stimmt. Wir werden dies noch einfügen, haben die Sache jedoch auch in unserem Artikel über mögliche Vitamin-B12-Quellen erklärt, wo es jedoch zugegebenermassen am Ende ziemlich untergeht. Daher werden wir dies noch deutlicher hervorheben, damit diese Information auch gefunden wird.

Alles Gute!

Ihr ZDG-Team

Quellen