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Vegetarische Soja-Burger sind nicht immer gesund

Vegetarische Soja-Burger sind nicht immer gesund

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(Zentrum der Gesundheit) - Sojaprodukte sind oft – entgegen ihres Rufes – alles andere als gesund. Starke industrielle Verarbeitung und Rückstände giftiger Chemikalien können einem den Appetit auf den Soja-Burger glatt verderben. Doch der Verbraucher kann das Risiko beim Einkauf minimieren und sich Sojaprodukte – in gemässigten Mengen – weiter schmecken lassen.

Unangenehme Wahrheiten über Soja-Produkte

Eine Studie, die kürzlich vom Cornucopia Institut(1) veröffentlicht wurde, bringt so manche unangenehme Wahrheit über Sojaprodukte ans Tageslicht. Sojaprodukte in Form von vegetarischen Burgern, vegetarischen Würsten, vegetarischem Hackfleisch etc. werden hauptsächlich in Bioläden und Reformhäusern verkauft und gelten als besonders gesunde Alternative zu Fleisch und Wurst.

Sojaprodukte vermeiden Tierleid

Glücklicherweise müssen für Sojaprodukte keine Lebewesen getötet werden. Schon allein aus diesem Grund haben die vielseitigen Produkte aus der runden Hülsenfrucht durchaus ihre Daseinsberechtigung. Wer gerne Fleisch und Wurst isst, aber keine Tiere mehr auf dem Gewissen haben möchte, kann auf Sojaprodukte ausweichen und dennoch weiterhin den Geschmack von Wurst und Fleisch geniessen.

Gewürze bringen den Geschmack – bei Soja, wie auch bei Fleisch

Für viele hört sich das absurd an, wenn Vegetarier, die zwar kein Fleisch essen, den Geschmack von Fleisch mögen und daher gerne entsprechend zubereitete Sojaprodukte essen. In Wirklichkeit ist es aber so, dass auch Fleisch ohne Gewürze nach nicht viel schmeckt und Wurst ist ohne Gewürze und Rauch(aroma) gänzlich undenkbar.

Es geht daher nicht um einen bestimmten Fleisch- oder Wurstgeschmack, sondern einzig und allein um die gewohnten Gewürze, die traditionell zur Zubereitung von Fleisch und Wurst verwendet werden. Aus was letztendlich die Basismasse besteht, ist für den Geschmack dagegen nicht so ausschlaggebend. Das kann Soja sein, aber auch Weizeneiweiss (Gluten), Lupineneiweiss oder eine Masse aus gemahlenen Nüssen oder Sonnenblumenkernen.

Konventionelle Sojaprodukte enthalten Nervengift

Das Cornucopia Institut fand nun heraus, dass viele vegetarische Burger aus Sojabohnen bestehen, die mit Hexan behandelt wurden. Hexan ist ein chemisches Lösungsmittel, das als Nebenprodukt bei der Raffination von Benzin entsteht und bei der amerikanischen Umweltbehörde EPA als starkes Umweltgift gelistet wird.

Es kann beim Menschen schwere Nervenschäden und Hautirritationen verursachen. Und trotzdem werden die meisten herkömmlichen Sojabohnen in genau dieses Zeug getaucht und anschliessend auch noch als besonders gesundes Nahrungsmittel verkauft.

Hexan wird insbesondere bei der Herstellung von stark verarbeiteten Sojaprodukten eingesetzt. Wenn z. B. Texturiertes Pflanzenprotein (TVP)(2) hergestellt wird, dann wird Hexan verwendet, um das Sojaöl vom Sojaprotein zu lösen. TVP ist oft die Basismasse für vegetarische Burger, vegetarisches Gulasch oder vegetarische Hackfleischsauce. Allerdings darf Hexan nicht für Bio-Sojaprodukte verwendet werden.

Bei konventionellen, also nicht-biologischen Sojaprodukten jedoch ist der Einsatz von Hexan gang und gäbe – besonders wenn auf deren Zutatenliste Dinge wie Sojaproteinisolate, Sojaproteinkonzentrate oder TVP aufgeführt sind.

"Bio" statt "natürlich"

Leider steht auf dem Etikett vieler konventioneller Produkte die irreführende Bezeichnung "natürlich", was beim Verbraucher automatisch mit einem chemiefreien Produkt in Verbindung gebracht wird. "Natürlich" ist kein geschützter Begriff. Nur bei Produkten, die aus kontrolliert biologischer Erzeugung stammen (und das auch so auf dem Produkt steht), sollte man sicher sein können, dass Sie wirklich ohne Hexan produziert wurden.

Konventionelles Soja ist Gen-Soja

Sojabohnen werden heutzutage auf riesigen Flächen – insbesondere in Südamerika – mit Hilfe von Maschinen und Pestiziden angebaut. So mancher Regenwald musste für Sojafelder weichen. Allerdings wird Soja nur am Rande für Soja-Burger angebaut. Der überwältigende Hauptanteil verschwindet in Form von Viehfutter in den riesigen Rinder- und Hühnerställen auf der ganzen Welt.

Konventionelle Sojabohnen werden fast nur noch in der gentechnologischen Variante angebaut. Die langfristigen Folgen von Gensoja-Verzehr sind nicht bekannt.

So manche Studie jedoch enthüllt schon jetzt Ergebnisse, die diesbezüglich beängstigende Zukunftsszenarien befürchten lassen. Wählen Sie daher ausschliesslich Sojaprodukte aus biologischem Anbau, da Bio-Landwirte gentechnisch veränderte Pflanzen nicht kultivieren. Auf dem Etikett steht in diesen Fällen meist ein eindeutiger Hinweis wie z. B. "nicht gentechnisch modifiziert", "ohne Gentechnik", "Non-GMO" (3) o. ä. Die Gen-Food-Kennzeichnung soll allerdings demnächst komplett wegfallen.

Wenn Soja, dann fermentiert

In vielen asiatischen Ländern gehören Sojaprodukte seit langer Zeit zur täglichen Ernährung. Wenn man jedoch genauer hinsieht, dann fällt auf, dass die Asiaten Sojaprodukte hauptsächlich in fermentierter Form z. B. Tempeh(4), Miso oder Sojasossen zu sich nehmen – und zwar in relativ geringen Mengen.

Die Giftstoffe, die von Natur aus in der Hülsenfrucht vorkommen und z. B. die Verdauung oder die Aufnahme wichtiger Vitamine behindern können, werden während des Fermentationsprozesses abgebaut. Daher sind fermentierte Sojaprodukte leicht verdaulich und – in sparsamer Dosierung – für die Gesundheit u. U. von Vorteil. Unfermentierte Sojaprodukte aber gelten auch in Asien als nicht unbedingt gesund, auch dann nicht, wenn sie aus Bio-Anbau und Bio-Verarbeitung stammen.

Gelegentlich werden Sojaprodukte aufgrund der enthaltenen Phytoöstrogene(5) gerade für Frauen in den Wechseljahren empfohlen, ganz nach dem Motto: Soja statt Hormontherapie. Doch fand man heraus, dass Phytoöstrogene nicht so vorteilhaft für den Hormonspiegel sind, wie erst angenommen wurde – besonders dann nicht, wenn sie in grösseren Mengen regelmässig verzehrt werden.

Wenn Soja, dann Bio, fermentiert und nur in kleinen Mengen

Ob Sojaprodukte nun gesünder sind als Fleisch – darüber lässt sich vermutlich lange diskutieren. Zwar ist mit dem Verzehr von Sojaprodukten kein Tierleid verbunden, doch sollte man auch sie nicht häufiger als ein- oder zweimal pro Woche essen.

Denken Sie daran, dass fermentierte Sojaprodukte (Tempeh, Miso, Sojayoghurt, Shoyu, Tamari, Natto oder Nattokinase) auf jeden Fall vorteilhafter sind als nicht fermentierte (Tofu, TVP, Sojamilch, Sojasahne etc.).

Achten Sie beim Kauf von Sojaprodukten unbedingt darauf, ausschliesslich solche aus biologischer Erzeugung zu erwerben. Nur dann können Sie sicher sein, dass kein Hexan verwendet wurde und dass die Sojabohnen nicht gentechnologisch verändert wurden.

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(1)Cornucopia-Institut: Eine öffentliche Interessengruppe, die Forschungen insbesondere in den Bereichen (ökologische) Landwirtschaft und gesunde Ernährung durchführt und die Ergebnisse dann vor allem Verbrauchern und landwirtschaftlichen Familienbetrieben, aber auch den Medien zur Verfügung stellt. www.cornucopia.org, wo Sie eine Studie zur Sojabohne und deren gesundheitlichen Nachteilen finden. Die Studie heisst: "Behind the bean".

(2)Texturiertes Pflanzenprotein: (auf englisch: "Textured Vegetable Protein" kurz TVP) ist ein industriell hergestellter Fleischersatz, der aus entfettetem Sojamehl, einem Nebenprodukt der Sojaölproduktion, hergestellt wird. Es kann sehr schnell gegart werden, enthält viel Protein und wenig Fett. Texturiertes Soja ist eine vielseitig einsetzbare Substanz, die in verschiedenen Formen das Mundgefühl vieler Fleischarten annehmen kann. Es erlaubt, vegetarische oder vegane Versionen vieler bekannter Fleischgerichte herzustellen. www.wikipedia.org

(3)Non-GMO: engl.: Non-genetically modified organism, was so viel bedeutet wie "Nicht-genetisch veränderter Organismus"

(4)Tempeh: traditionelles indonesisches Sojabohnenprodukt. Gekochte und geschälte Sojabohnen werden von einem Pilz über- und durchwachsen und dabei zu einem zusammenhängenden Stück verbunden. Sie erhalten einen weissen Überzug aus Edelschimmel. Geschmacklich erinnert Tempeh an Champignons. Normalerweise isst man Tempeh in Scheiben geschnitten, in Sojasosse mariniert, angebraten oder frittiert.

(5)Phytoöstrogene: Stoffe, die in Pflanzen vorkommen und im menschlichen Körper hormonähnliche Wirkung haben können. Im Falle der Phytoöstrogene ist es eine östrogenähnliche Wirkung.



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