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Asthma bessert sich durch Ernährung

Asthma bessert sich durch Ernährung

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(Zentrum der Gesundheit) – Die schulmedizinischen Versorgungsleitlinien bei Asthma umfassen zwar neben Medikamenten auch Sport und Atemtherapie. Genauso wird man bei Übergewicht auf eine Reduktion des Gewichts aufmerksam gemacht – und wer raucht, sollte dringend damit aufhören, was insbesondere auch für rauchende Angehörige gilt. Von einer bestimmten Ernährung ist in den Leitlinien jedoch nicht einmal ansatzweise etwas zu lesen. Genau diese aber kann laut Forschungsergebnissen Asthmasymptome merklich bessern – wie Wissenschaftler bei einem Kongress im September 2017 berichteten.

Asthma – Schulmedizinische Leitlinien enthalten keine Hinweise auf Ernährung

Asthma ist eine weit verbreitete chronische Erkrankung, die etwa jeden zehnten Menschen in der westlichen Welt betrifft. Die Mehrheit der Patienten nimmt täglich Medikamente ein, um die Krankheit in Schach zu halten. Vor Sport fürchten sich gar viele Asthmatiker, da sie annehmen, er könne einen Asthmaanfall auslösen.

Allerdings werden in den Leitlinien zur Behandlung von Asthma (Stand September 2017) sportliche Aktivitäten nahegelegt, eine Empfehlung, die offenbar noch nicht jeden Patienten erreicht hat – möglicherweise, weil sie vom Arzt gar nicht ausgesprochen wird?

Von einer besonderen Ernährung, die Menschen mit Asthma praktizieren können, um ihre Symptome zu lindern, steht in den Leitlinien jedoch noch nichts – oder nicht viel. Denn das Wort Ernährung kommt dort nur ein einziges Mal vor, zumindest in der Kurzfassung (2. Auflage, Version 5), die jedoch derzeit in Überarbeitung ist, so dass es durchaus Grund zur Hoffnung geben könnte, dass in der Neufassung auch konkrete Ernährungsempfehlungen auftauchen.

Lieber keine Ernährungsempfehlung als die Empfehlung, sich gesund zu ernähren

Bis jetzt steht das Wort allerdings im Zusammenhang mit noch nicht wissenschaftlich belegten Möglichkeiten, weshalb man diese gar nicht erst empfiehlt bzw. sogar davor warnt. Und genau so läuft es in der evidenzbasierten Medizin. Wenn konkret zu dieser oder jener Problematik noch nicht ausreichend Studien in Bezug auf eine bestimmte Ernährung vorliegen, dann wird nichts unternommen – auch dann nicht, wenn es die entsprechenden Studien im Zusammenhang mit anderen chronischen Erkrankungen geben würde.

Ja, auch dann nicht, wenn man weiss, dass diese bestimmte Ernährung in jedem Fall eine insgesamt gesunde Ernährung ist, die dem Patienten so oder so nützen würde, die also beispielsweise seinen Blutfettspiegel positiv beeinflussen würde, die Bluthochdruck vorbeugen könnte sowie langfristig die Blutgefässgesundheit schützt und damit vor Herzinfarkt, Schlaganfall und Demenz bewahrt.

In obiger Leitlinie erscheint das Wort Ernährung jedoch nicht einmal im Zusammenhang mit einer bestimmten Ernährung, sondern lediglich im Zusammenhang mit der Einnahme von Fischöl, Vitamin C und Mineralstoffen und allenfalls mit dem Verdacht, dass eine etwas salzärmere Ernährung sinnvoll sein könnte – wieder einmal ein Zeichen dafür, wie stark man eine gesunde Ernährung und ihre gesundheitlichen Auswirkungen unterschätzt.

Forscher verkünden: Gesunde Ernährung bessert Asthma

Wissenschaftler von der Universitätsklinik Kopenhagen in Dänemark stellten im September 2017 beim Kongress der Europäischen Gesellschaft für Atemwegserkrankungen (European Respiratory Society International Congress) ihre neuesten Forschungsergebenisse vor:

Wer an Asthma leidet – so die Forscher rund um Dr. Louise Lindhardt Toennesen – und gleichzeitig regelmässig Sport treibt und sich gesund ernährt, erreicht eine viel bessere Kontrolle über die Krankheit. Symptome wie Atemnot, Brustschmerzen, Kurzatmigkeit und Pfeifatmung werden dank dieser Massnahmen geringer.

Dr. Toennesen erklärte ihren Kongresskollegen:

Wir alle wissen, dass eine gesündere Ernährung in Kombination mit Sport bei übergewichtigen Patienten Asthma lindern kann. Wie sich diese Massnahmen auf normalgewichtige Patienten auswirken, war bislang noch nicht wissenschaftlich überprüft worden, was wir nun in unserer Studie nachholten."

Bei Asthma am besten kombinieren: Sport und gesunde Ernährung

Dr. Toennesen arbeitete dazu mit 125 Patienten, die in vier Gruppen aufgeteilt wurden. Die Studie dauerte acht Wochen lang:
 

  • Gruppe 1 sollte eine proteinreiche Ernährung praktizieren, die einen niedrigen glykämischen Index aufwies, die also zu einem ausgeglichenen Blutzuckerspiegel führt. Ausserdem sollten diese Probanden täglich mindestens sechs Portionen Obst und Gemüse essen.
  • Gruppe 2 nahm dreimal wöchentlich an einem Sportprogramm in der Klinik teil. Es handelte sich um ein High-Intensity-Training, das entwickelt wurde, um u. a. die Herzschlagfrequenz zu erhöhen.
  • Gruppe 3 machte beides – ass also gesund und nahm am Sportprogramm teil.
  • Gruppe 4 machte nichts davon, diente somit als Kontrollgruppe.
     

Zunächst einmal stellten die Forscher fest, dass das High-Intensity-Training für Asthmatiker hervorragend geeignet und damit sicher ist. Die Lungenfunktion verbesserte sich jedoch allein durch das Training nicht (Gruppe 2).

In Gruppe 3 aber zeigte sich, dass die Kombination aus Sport und gesunder Ernährung die Lebensqualität besserte, die Asthmasymptome linderte und natürlich auch die Fitness der Teilnehmer gesteigert werden konnte. Im Vergleich zur Kontrollgruppe konnte diese Gruppe ihre Symptome um 50 Prozent verbessern. Die Gruppen 1 und 2 erlebten nur eine jeweils 30-prozentige Verbesserung.

Ab sofort soll Asthmatikern Sport und gesunde Ernährung empfohlen werden!

Dr. Toennesen erklärte:

Menschen mit Asthma empfinden Sport oft als Herausforderung und meiden ihn daher, was ihre Fitness verschlechtert. Unsere Studie zeigt, dass jedoch gerade Sport in Kombination mit einer gesunden Ernährung die Lebensqualität von Asthmatikern enorm verbessern kann.

Diese Erkenntnisse sind sehr wichtig, zumal bekannt ist, dass es etliche Asthma-Patienten gibt, die ihre Krankheit auch mit Medikamenten nicht gut unter Kontrolle haben und daher nur über eine geringe Lebensqualität verfügen. Auch wissen wir, dass viele Asthmatiker sehr daran interessiert sind, selbst etwas tun zu können, um ihre Krankheit zu verbessern – sei es mit Hilfe von Sport oder mit der richtigen Ernährung. Wir schlagen daher vor, dass Patienten mit Asthma dazu ermutigt werden sollten, sich gesund zu ernähren und ab sofort Sport zu treiben."

Dr. Toennesen und Kollegen werden zu diesem Thema weitere Forschungsarbeiten durchführen, einerseits um die langfristigen Auswirkungen einer gesunden Ernährung bei Asthma zu beobachten und andererseits um herauszufinden, welche Ernährung und welche Sportmassnahmen nun für Asthmatiker am effektivsten sein könnten. Das Ziel lautet, Massnahmen zu finden, die in Zukunft so manche Asthmamedikamente überflüssig machen könnten.

Gesunde Ernährung bei Asthma

Wir haben bereits hier eine Studie vom Dezember 2016 vorgestellt, in der sich gezeigt hatte, dass der häufige Verzehr von Wurst und anderen verarbeiteten Fleischprodukten Asthmasymptome verschlimmern kann. Diese Lebensmittelgruppe gehört also schon einmal nicht in eine gesunde Ernährung bei Asthma.

In oben vorgestellter Studie wurde eine proteinreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse praktiziert, eine Ernährung, die ausserdem einen niedrigen glykämischen Index aufweist. Diese Kriterien werden beispielsweise von einer pflanzenbasierten Low Carb Ernährung erfüllt, wie wir sie hier vorstellen: Pflanzenbasierte Low Carb Ernährung

Viele naturheilkundliche Massnahmen bei Asthma finden Sie hier: Asthma natürlich behandeln

Quellen:


Ausbildung zum Ernährungsberater an der Akademie der Naturheilkunde

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